E-Mobility
Lapp Systems macht Ladetechnik leichter
Neben Solar, Biomasse und Windenergie, sieht die Lapp-Gruppe in der Elektromobilität einen Markt mit großen Chancen. Auf der Jahrespressekonferenz stellte das Stuttgarter Unternehmen eine Neuheit auf dem Gebiet Ladetechnik vor: Das so genannte Helix-Kabel.
Werner Becker, Geschäftsführer von Lapp Systems, ist durchaus Realist: „Wir rechnen frühestens in fünf Jahren mit einem breiten Serieneinsatz von Elektrofahrzeugen beziehungsweise der dazugehörigen Ladeinfrastruktur“. Was die Stuttgarter aber nicht davon abhält, sich bereits jetzt intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und entsprechende Lösungen für den kommenden Markt zu entwickeln. Jüngstes Beispiel ist das Helix-Kabel, welches dazu beiträgt, das Gewicht, den Bauraum und nicht zuletzt die Kosten für die Ladekabel im Fahrzeug zu senken. Bis dato hat Lapp für diese Zwecke ein Spiral- beziehungsweise Wendelkabel im Programm. Für eine Auszugslänge von vier bis fünf Metern ist hierfür eine Leitungslänge von zehn Metern erforderlich – also etwa ein Faktor Zwei. Ganz anders beim neuen Helix-Kabel: Hier reicht ist für dieselbe Auszugslänge ein lediglich etwa zehn Prozent längeres Kabel.
Zur Erläuterung der Funktionsweise zieht Firmenchef Siegbert E. Lapp einen Vergleich aus dem Tierreich heran: „Im Gegensatz zu einem spiralisierten Ladekabel funktioniert das Helix-Kabel wie eine Schnecke, die sich aus ihrem Schneckenhäuschen ausrollt, wenn sie auf der Suche nach Futter ist, und sich dann - wenn sie satt ist - wieder zurückzieht.“ Mit anderen Worten: Das neue Kabel hat quasi ein Formgedächtnis. Hierfür wurde eine neue Fertigungstechnik entwickelt, bei der das Ladekabel horizontal gewendelt wird. Die Rückstellkraft, mit der sich das Kabel nach dem Ladeprozess automatisch in ihre Grundposition zurückzieht, ist vergleichbar mit der eines herkömmlich spiralisierten Kabels.
Durch die „Schneckenform“ ergibt sich laut Werner Becker eine enorme Platzersparnis. Im Vergleich zu einem spiralisierten Ladekabel braucht die Helix bei einer Auszugslänge von vier Metern rund 60 % weniger Platz. Dadurch ergeben sich für die Industrie bessere Möglichkeiten für die Unterbringung zum Beispiel im Kofferraum, in den Fahrzeugtüren oder der Heckklappe. Und da für das Kabel nur halb so viel Material nötig ist wie bei einer spiralisierten Variante, ist die neue Lösung auch leichter: Rund 40 % beträgt die Gewichtsersparnis. Weniger Material bedeutet auch niedrigere Kosten. Die Ersparnis für den Hersteller liegt Becker zufolge bei rund 25 %. Nicht zuletzt profitiere der Endverbraucher durch das geringere Gewicht. Das Ladekabel ist damit beim Ladevorgang einfacher und leichter zu handhaben. Ist die Batterie voll, rollt sich die Helix einfach wieder ein und ist damit immer sauber verstaut.










