Schutz- und Steuerungskomponenten
Fokus auf neue Anwendungsfelder
Frühjahrsoffensive bei der Firma E-T-A – Elektrotechnische Apparate – in Altdorf bei Nürnberg: Mit einigen der zur Hannover Messe, Achema und Intersolar vorgestellten Neuheiten drängt der Spezialist für stromgebundene Schutz- und Steuerungskomponenten in neue Einsatzbereiche.
Mit Me-too-Produkten können wir uns als deutsches Unternehmen im Markt nicht behaupten“, begründet Geschäftsführungsmitglied Bernd Härtlein sein Credo: Innovationen sind Pflicht! Den Beweis tritt Härtlein mit seinen Kollegen aus der Geschäftsführung und dem Produktmanagement auf der Pressekonferenz in Altdorf an: Vorgestellt wurden eine Reihe von Produkt-Erweiterungen und eine neue Baureihe für den Leitungs- und Geräteschutz in der Industrie und der Chemie, darunter eine redundante Stromverteilung für 24-V-Netze und elektronische Sicherungsautomaten mit ATEX-Zulassungen für die Ex-Zone 2.
Mit der Baureihe 2216 begegnet ETA der „Platzangst im Schaltschrank“. So umschreibt Thomas Schmid, Produktmanager für die Sparte Industry, Energy & Equipment den Grundge-danken, der bei der Entwicklung der Sockel und Schutzmodule stand. „Mit einem Rastermaß von 12,5 mm sind gegenüber herkömmlichen Leitungsschutzschaltern über 50 % Platzgewinn realisierbar“, betont Schmid. Erstmals gibt es auch eine Sockelvariante mit Anschlussklemmen in Push-in-Technologie sowie mit Codierschutz für Sockel und Schutzmodul. Die Einhaltung der Abmessungen für Installationseinbaugeräte (DIN 43880) ist ein deutlicher Fingerzeig auf ein Anwendungsfeld, das ETA künftig verstärkt angehen will: die Absicherung von Steuerkreisen in der Gebäude-Automation.
Zudem steigt ETA in das Energie-management von Gebäuden und Fertigungseinrichtungen ein: Mit der Power-D-Box lässt sich die Energie-Erfassung und Auswertung nachträglich implementieren, ohne in die bestehende Automatisierungssysteme eingreifen zu müssen. Das System berechnet von bis zu neun Lastpfaden alle relevanten Kenngrößen. Über LAN lassen sich die Werte dann per Webbrowser visuali-sieren, auswerten oder exportieren. Zudem besteht die Möglichkeit, das System mit Scada-Systemen zu koppeln und darüber ein aktives Lastmanagement aufzubauen.
Weltpremiere hatte ein modularer DC-Lasttrennschalter für Photovol-taik-Anlagen. Bisher für 1000 V(DC) ausgelegt, nimmt der „PV-DIS“ genannte Schalter bereits den nächsten Entwicklungsschritt bei Photovoltaik-Umrichtern vorweg: Die Anhebung des Spannungspegels auf 1500 V bei Strömen von 30 A bis 40 A. Der Schalter übernimmt nicht nur die Funktion eines Feuerwehrschalters. Über Zusatzmodule lässt sich beispielsweise eine Lichtbogen-Erkennung integrieren, wie sie in den USA aufgrund der typischen Holzständerbauweise bereits vorgeschrieben ist. Über ein weiteres Modul löst ETA ein prekäres Problem der Betreiber von Solaranlagen: Das Wiedereinschalten der Anlage nach einer Abschaltung wegen eines Fehlers wie Unterspannung im Stromnetz. „Hierfür haben wir ein Modul entwickelt, das ferngesteuert über einen 24-V-Antrieb den Schalter umlegt“, betont Markus Wiersch, Geschäftsfeldmanager der Sparte Industry, Energy & Equipment. Speziell bei dezentralen Solaranlagen spart das Geld.
Schließlich wird nur der tatsächlich eingespeiste Strom vergütet. Der Lasttrenner wird erstmals auf der Intersolar im Juni vorgestellt.










