Bildverarbeitung

Andreas Knoll, Inka Krischke,

Stemmer Imaging plant Börsengang

Bildverarbeitungsanbieter Stemmer Imaging plant den Börsengang. Durch die Erlöse will das Unternehmen stärkeres Wachstum forcieren - auch durch Unternehmenszukäufe.

Der Vorstand von Stemmer Imaging (von links): Christof Zollitsch (CEO), Norbert Kersting (CTO), Lars Böhrnsen (CFO)

© Stemmer Imaging

Der mit Wirkung vom 28. November 2017 in eine AG umgewandelte Bildverarbeitungstechnik-Lieferant Stemmer Imaging plant im Rahmen eines Börsengangs die Platzierung neuer und bestehender Stammaktien im Börsensegment Scale (Freiverkehr) der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung soll noch im 1. Halbjahr 2018 erfolgen.

Der Emissionserlös soll der Finanzierung des weiteren organischen und anorganischen Wachstums von Stemmer Imaging sowie der Weiterentwicklung des Leistungsportfolios dienen, besonders in Richtung neuer Anwendungsfelder für die unternehmenseigene Bildverarbeitungs-Software und im Hinblick auf die wachsenden Herausforderungen der digitalen Welt (zum Beispiel Embedded Vision, Hyperspectral Imaging). Zudem plant Stemmer Imaging auch künftig Unternehmenszukäufe sowohl in der industriellen Bildverarbeitung als auch in nicht-industriellen Anwendungsbereichen, die ergänzende Technologien zur Bildverarbeitung nutzen, etwa in der Unterhaltungs-, Verkehrs- oder Lebensmittelindustrie.

Stemmer Imaging mit Hauptsitz in Puchheim bei München erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 (1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017) mit über 260 Mitarbeitern in 19 Ländern Europas einen Umsatz in Höhe von 88,3 Mio Euro. Seit dem Geschäftsjahr 2013 stieg der Umsatz von damals 57 Mio. Euro auf diesen Wert, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate in Höhe von 12 % (CAGR) entspricht. Das EBITDA (bereinigt um einmalige Sondereffekte) wuchs im gleichen Zeitraum von 4,4 auf 7,6 Mio. Euro und damit im Durchschnitt um 15 % pro Jahr (CAGR).

Momentan hält die SI Holding GmbH in München, ein Unternehmen der Beteiligungsgesellschaft Primepulse-Gruppe, zu der auch die Unternehmen AL-KO Kober, Cancom und Steca Elektronik gehören, 100 % der Anteile an der Stemmer Imaging AG. AL-KO Kober hatte 75,04 % der Geschäftsanteile von Stemmer Imaging zum Ende des Geschäftsjahres 2016/17 vom Firmengründer Wilhelm Stemmer erworben. Im Zuge dieser Transaktion war das Management-Team von Stemmer Imaging zunächst mit insgesamt 24,96 % am Unternehmen beteiligt worden.

Die SI Holding wird auch nach Durchführung der IPO-Kapitalerhöhung und der Umplatzierung von Altaktien sowie im Falle der Ausübung der Mehrzuteilungsoption mindestens 51 % der Aktien der Gesellschaft halten. Sie wird sich verpflichten, für einen Zeitraum von sechs Monaten nach der Notierungsaufnahme keine Anteile sowie für weitere sechs Monate nur mit Zustimmung der Emissionsbank Anteile zu veräußern.

Im Zusammenhang mit dem Börsengang erwartet die Gesellschaft einen Emissionserlös aus der Platzierung neuer Aktien in Höhe von rund 50 Mio. Euro. Die Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG fungiert als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner.

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