Messgerät
Fujitsu ermöglicht Pulsmessung über Handy-Kamera
Den Puls allein mittels Aufnahmen der Smartphone- oder PC-Webcam zu messen, ist keine Zukunftsmusik mehr. Die Fujitsu Laboratories haben jetzt in Japan eine Technologie vorgestellt, die hierzu die Durchblutung der Haut auswertet.
Die Fujitsu-Technologie filtert die grüne Komponente des Lichts aus der Aufzeichnung des Gesichtes heraus und ermittelt daraus den Puls. Die Pulsmessung ist so laut Fujitsu in nur fünf Sekunden möglich.
© FujitsuDie Technologie von Fujitsu macht sich zunutze, dass das Hämoglobin im Blut grünes Licht absorbiert und sich die Helligkeit der Haut mit dem Puls leicht verändert. Die Kamera beobachtet dies, indem sie ein kurzes Video des Gesichtes aufzeichnet. Die Software der Lösung berechnet daraus für einen bestimmten Bereich des Gesichtes RGB-Farbwerte, die sie zunächst um Gemeinsamkeiten bereinigt. Aus der Helligkeitskurve, die aus der grünen Komponente des Lichts resultiert, errechnet die Anwendung schließlich den eigentlichen Puls.
Um die Messung so genau wie möglich zu halten, verwirft das System Kameraaufnahmen, in denen sich der Nutzer zu stark oder falsch bewegt - etwa, wenn die Person den Kopf zur Seite dreht oder plötzlich aufsteht. Von diesen notwendigen Korrekturen abgesehen, erachtet der japanische Technologiekonzern das System als Möglichkeit, den Puls eines Menschen rund um die Uhr zu dokumentieren. Insbesondere durch den Einsatz verschiedener Kameras soll dies möglich sein: Etwa könnte eine Kamera im Spiegel den Puls in der Früh messen, das Smartphone beim Surfen unterwegs und die Webcam im PC während der Arbeit.
Laut Fujitsu soll das Verfahren noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen. Insbesondere im Gesundheitsbereich sieht Fujitsu ein Anwendungsfeld: "Nutzer könnten ihren Puls relativ einfach und ohne spezielle Geräte mit der nötigen Regelmäßigkeit messen", so eine Verlautbarung des Konzerns. Doch auch die Sicherheitstechnologie sieht Fujitsu als Einsatzfeld: Konkret könnten Messgeräte an den Zugängen von Event-Locations oder als Teil der Sicherheitsschranken in Flughäfen verräterische Pulsfrequenzen erkennen. Daraus ließen sich Rückschlüsse auf eine Erkrankung oder auf ein verdächtiges Verhalten schließen.











