Prozessautomation
ZVEI-Fachbereich erwartet Spitzenjahr
Hochstimmung bei den Anbietern von Prozessautomation: Nach dem sehr erfolgreich verlaufenen Jahr 2011 prognostiziert ZVEI-Vizepräsident Michael Ziesemer seinem Fachbereich auch für das Achema-Jahr 2012 Rekordwerte beim Umsatz.
Über 300 Aussteller aus der MSR-Technik und Prozessautomation nutzen die Achema 2012 als Plattform für die Vorstellung ihrer Innovationen und den Meinungsaustausch mit der Chemie- und Pharmaindustrie.
© DechemaZum zweiten Mal in Folge konnten die im ZVEI-Fachbereich Messtechnik und Prozessautomatisierung zusammengeschlossenen Unternehmen im Jahr 2011 bei den weltweiten Auftragseingängen und Nettoumsätzen ein zweistelliges Wachstum erzielen. „Damit ist es uns gelungen, das Vorkrisenniveau des Jahres 2008 zu übertreffen – und zwar deutlich“, betont Michael Ziesemer, ZVEI-Vizepräsident und Vorsitzender des Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung im Fachverband Automation.
Die Prozessautomatisierung ist sehr stark von mittelständischen Unternehmen geprägt, die auf ihrem Gebiet führend sind. Diese Expertise schlägt sich in der Exportstatistik nieder: Importen von 6,2 Milliarden Euro stehen Exporte von 12,9 Milliarden Euro gegenüber. „Ein Ergebnis, das nicht viele Hightech-Branchen für sich beanspruchen können“, erklärt Ziesemer, „und sich auf das globale Ranking auswirkt.“ Im Jahr 2000 und auch 2010 war die USA der führende Produzent. 2000 noch mit 40 Prozent, waren es 2010 nur noch 24 Prozent Weltproduktionsanteil. China rangierte vor zwölf Jahren noch nicht unter den Top 5, belegt heute Platz 2. Der Marktanteil deutscher Hersteller hat sich in den zehn Jahren von sieben auf zehn Prozent erhöht.
Mit einem Umsatz von fast 18 Milliarden Euro im Jahr 2011 repräsentiert die Prozessautomatisierung mehr als zehn Prozent der zweitgrößten deutschen Industriebranche. Die größte Abnehmerbranche ist mit 19 Prozent die Chemische Industrie. Weitere sieben Prozent entfallen auf die Pharmazeutische Industrie.
Für 2012 erwartet der ZVEI-Fachbereich etwas reduzierte Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich. „Nach den hohen zweistelligen Wachstumsraten in 2010 und 2011 wird das laufende Jahr für unsere Branche das Spitzenjahr hinsichtlich Absatz“, schließt Ziesemer.
Achema 2012: 10 % Prozessautomation und MSR
Mit dazu beitragen wird die Achema 2012, die nach zweijähriger Pause wieder vom 18. bis 22. Juni in Frankfurt/Main stattfindet. Über 300 Aussteller listet der Veranstalter Dechema (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.) auf seiner Homepage unter der Rubrik Mess-, Steuer- und Prozessleittechnik auf. Insgesamt haben sich über 3000 Unternehmen zum Event der Prozessindustrie angemeldet, der 2012 auf zwei Themen fokussiert: Energie in allen Ausprägungen – von der Energiegewinnung und der Speicherung für stationäre wie für mobile Anwendungen bis zur effizienten Nutzung in den Anlagen. Den zweiten Schwerpunkt fasst die Dechema unter dem Begriff „Biobased-World“ zusammen und bündelt darunter die verschiedenen Konzepte und Lösungen für die Nutzung nachwachsender Rohstoffe. „Chemie und Biotechnologie wachsen immer stärker zusammen, und es fällt uns heute schon schwer, von einer dezidierten Biotech-Branche zu sprechen“, betont Prof. Dr. Kurt Wagemann, Geschäftsführer der Dechema. Denn Biotechnologie findet sich längst nicht mehr nur in vielen jungen Biotechnologie-Firmen, sondern auch in den Anlagen der Großindustrie. Dementsprechend werden die Besucher durchgehend in fast allen Ausstellungsgruppen und in vielen Kongressteilen auf das Thema Bio-Ökonomie stoßen.
Pumpen, Rührer, Behälter und deren Kombination zu Anlagen prägen das Erscheinungsbild der Achema.
© DechemaUmsatz 2012: Gutes Vorjahr dämpft Erwartungen
Insgesamt blickt die deutsche Chemieindustrie auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zurück: Die Produktion legte um 2,2 Prozent zu, der Branchenumsatz um 7,7 Prozent auf gut 184 Milliarden Euro. Die Geschäftslage und auch die Geschäftserwartungen entwickeln sich in den ersten Monaten 2012 positiv. „Deutschlands drittgrößte Branche ist überwiegend gut ins neue Jahr gestartet“, betont Dr. Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI). Allerdings dürfte es im Jahresdurchschnitt 2012 schwer werden an das gute Vorjahr anzuknüpfen. „Dazu müsste die Chemieproduktion von Quartal zu Quartal kräftig zulegen, damit am Ende statistisch keine Minuszahl in den Büchern steht“, erklärt Tillmann. Aufgrund dieser Ausgangsbedingungen rechnen der VCI für 2012 mit einem „Verharren“ auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Der Branchenumsatz sollte mit der Teuerungsrate von Chemieprodukten um 1 Prozent auf insgesamt 186 Milliarden Euro steigen. Tillmans Resümee: „Nach zwei Jahren erfolgreicher Aufholjagd, in der die Chemie den Produktionseinbruch mehr als kompensierte, wird sie in diesem Jahr eine Wachstumspause einlegen.“












