Assistenzsystem 'AmbiWise'
Wissensaustausch einfach gemacht
Das 2014 gestartete Projekt 'AmbiWise' trägt Früchte: Das nun fertige Assistenzsystem soll den Wissensaustausch in Unternehmen vereinfachen. Erste Pilotprojekte sind bereits abgeschlossen.
Durch die von Mitarbeitern selbsterstellten Lernvideos soll in Zukunft die arbeitsplatzbezogene Qualifizierung einfacher werden und mehr Spaß machen.
© Schaeffler AG & Co. KGDas Assistenz- und Kollaborationssystem ‘AmbiWise’ soll den mobilen und standortübergreifenden Wissensaustausch im Unternehmen ermöglichen. Mit ihm kann Wissen direkt am Arbeitsplatz erfasst, aktualisiert und mit multimedialen Lerninhalten angereichert werden. Dank QRCodes, iBeacons oder Sprache können Werker die Lerninhalte intuitiv und im Kontext der Fertigungs- oder Montagestation abrufen. Mit Hilfe von Abbildungen, Videos oder Instruktionen durch Augmented Reality sollen so neue Beschäftigte angelernt und das Wissen bei bestehendem Personal aufgefrischt werden.
‘AmbiWise’ steht für “Alltagsgerechte, mobile, kontext-sensitive Benutzungsschnittstellen für optimierten Wissensaustausch”. Am Projekt waren fünf Partner beteiligt: Infoman, der Forschungsbereich Innovative Fabriksysteme des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Beuth Hochschule für Technik Berlin, Semantic Edge sowie das Institut für Technologie und Arbeit beteiligt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für drei Jahre von 2014 bis 2016 mit insgesamt 3,1 Mio. Euro gefördert.
Videoaufnahme via Smart Glasses
Die Benutzeroberfläche von ‘AmbiWise‘ basiert auf den Web-Technologien HTML5, CSS3 und Javascript. Das System ist laut DFKI mit der Mehrzahl mobiler und stationärer Endgeräte kompatibel. Die Inhalte sind als Baumstruktur abgelegt, und die höchste Ebene bilden Stationen, die mit Tätigkeiten und Arbeitsschritten versehen sein können. Die Arbeitsschritte können als herkömmlicher Text abgelegt oder mit multimedialen Inhalten wie Abbildungen, Videos und Augmented-Reality-Anweisungen beschrieben werden. Diese Inhalte können mobil vor Ort aufgenommen und einer Tätigkeit zugeordnet werden.
Zur Videoaufnahme werden unter anderem Smart Glasses eingesetzt, die durch die Aufnahme aus der Ich-Perspektive anderen Aufnahmegeräten wie Tablets überlegen sind. Bevor die Inhalte im System sichtbar sind, müssen sie einen mehrstufigen Freigabeprozess durchlaufen. In diesen Prozess können zum Beispiel Meister, Betriebsrat und Datenschutzbeauftragter eingebunden werden.
Erste Pilotanwendungen
Das ‘AmbiWise’-System wurde bei zwei Anwendungspartnern an fünf Standorten im Produktionsumfeld erprobt. Pilotanwendung war unter anderem die Erstellung von Lernvideos mit Hilfe von Smart Glasses. Bei Daimler zeigen die Lernvideos die Arbeitsausführung inklusive ergänzender Informationen aus Sicht eines erfahrenen Montagemitarbeiters. Die Lernvideos wurden unter realen Arbeitsbedingungen aufgenommen und bilden in sich geschlossene, kurze Lerneinheiten. Bei Schaeffler konnten Mitarbeiter die erstellten Videos zusätzlich noch bewerten, Inhalte hinzufügen und Feedback geben. Das dient dazu, das System und seine Inhalte ständig zu verbessern und aktuell zu halten.
„Nach einer 15-minütigen Einweisung konnten die Nutzer das System produktiv einsetzen. Da ‘AmbiWise’ quasi selbsterklärend ist, sehen wir darin eine zukunftsfähige Basis, um Wissen in Produktionsstandorten praxistauglich aufzubereiten und den Wissenstransfer auf dem Shop Floor zu unterstützen“, resümiert Quint. „AmbiWise“ wird aktuell im Demo-Center der Technologie-Initiative SmartFactory KL e.V. vorgeführt.













