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Artikel und Hintergründe zum Thema

Pepperl+Fuchs

Dr. Marc Seißler | Inka Krischke,

Thin Clients im Kiosk-Modus

Auf Remote-Monitoren und Box Thin Clients von Pepperl+Fuchs findet sich die Thin Client Firmware ‚Visunet RM Shell‘, die Set-up und Betrieb sowohl mit virtualisierten als auch konventionellen, PC-basierten Prozessleitsystemen erleichtert. Was bietet die sechste Generation?

© Pepperl+Fuchs

Erstmalig eingeführt wurde die Firmware ‚Visunet RM Shell‘ im Jahr 2007; nun wird die sechste Generation gelauncht. Sie unterstützt Anwender bei der Integration von Thin Clients in moderne Prozessleitsysteme und Automatisierungsinfrastrukturen. Hierbei hilft vor allem die optimierte Bedienoberfläche, die Automatisierer und Administratoren durch die wesentlichen Einrichtungsschritte führt und somit die IT-Komplexität auf ein Minimum reduziert. Einmal eingerichtet, kann der Thin Client in einem Kiosk-Modus betrieben werden: Der Thin Client baut also die definierten Remote-Desktop-Verbindungen – wie zum Beispiel Microsoft RDP oder VNC – zum Host-Rechner (zum Beispiel vom Prozessleitsystem) auf und überwacht sie. So wird sichergestellt, dass der Thin Client selbst im Fall einer Störung die Verbindungen automatisch wiederherstellt – etwa nach einem Stromausfall oder dem Neustart des Host Servers nach einem Security Update.

Dabei steckt die ‚Intelligenz‘ in der Firmware selbst, die Thin Clients werden eigenständig ‚smart‘. Im Gegensatz zu anderen Thin-Client-Lösungen bedarf es daher keines zusätzlichen zentralen Management Servers, was sich in deutlich niedrigeren Hardware-Kosten und Management-Aufwänden widerspiegelt.

Auf die Prozessautomatisierung zugeschnitten

Eine wesentliche Änderung der Visunet RM Shell 6 ist die vollständig überarbeitete Benutzeroberfläche und Menüführung, zu der ein überarbeiteter Home Screen, integrierte Hilfetexte und der Dark Mode gehören. Dank der Smart Task Bar werden auch komplexere Anwendungsszenarien, wie etwa das Umschalten zwischen mehreren Verbindungen (zum Beispiel zwischen Prozessleitsystem und Manufacturing Execution System) besser unterstützt. Die Smart Task Bar erlaubt Nutzern den direkten Zugriff auf verschiedene Systemfunktionen mit nur einem Klick. So können Verbindungen effizienter gewechselt und zum Beispiel das On-Screen Keyboard situativ aufgerufen und ausgeblendet werden. Relevante Bildschirminhalte – wie Prozessleitbilder – werden dadurch nicht durch das On-Screen-Keyboard überdeckt, Benutzer erhalten eine bessere Übersicht.

Durchgängige Security

Neben der Usability-Optimierung stand das Thema Security im Fokus der Entwicklung der aktuellen Firmware-Version. Hier kam das Prinzip ‚Security by Design‘ zum Tragen. Entsprechend der international standardisierten Security-Entwicklungsprozess-Norm IEC 62443-4-1 wurden sicherheitsrelevante Aspekte von Anfang an bei der Entwicklung berücksichtigt. Dazu zählt unter anderem eine vollständige Security-Kontext-Analyse und -Definition sowie eine darauf aufbauende Bedrohungsanalyse.

Die Ergebnisse der Bedrohungsanalyse flossen anschließend als Anforderungen in das Design ein und fanden Berücksichtigung in der Architektur der Firmware. Eine der resultierenden Kernmaßnahmen ist, dass die Benutzerrechte und Benutzer-Authentifizierung in der Firmware feingranularer auf Windows-Benutzer-Ebene implementiert wurden. Visunet RM Shell 6 folgt dabei dem Sicherheits-Grundprinzip des ‚Least Privilege‘, demzufolge Benutzer nur über die minimal notwendigen Rechte verfügen. Da der ‚Operator‘ mit reduzierten Systemrechten ausgeführt wird, kann selbst bei einer Kompromittierung des Systems durch Schadsoftware diese ebenfalls nur mit beschränkten Rechten agieren, wodurch zum Beispiel die Systemeinstellungen vor Veränderungen geschützt sind.

Während sich diese Software-Neuerungen ‚unter der Oberfläche‘ auswirken und für Standard-Benutzer kaum wahrnehmbar sind, bieten sie neue Möglichkeiten bei der Verwaltung von Thin Clients: Der ‚Hybrid Management Mode‘ erlaubt erfahrenen Administratoren zusätzlich einen Zugriff auf den Windows Desktop. Dies ermöglicht neben der problemlosen Ergänzung um zusätzliche Treiber und Tools auch die einfache Integration in eine Microsoft Active Directory und die Verwendung gewohnter Windows Management Tools, um beispielsweise Windows Security Patches einzuspielen oder Single-Sign-On-(SSO)-Szenarien zu implementieren.

Neben diesen Neuerungen implementiert die Firmware zusätzliche Basis-Schutzmaßnahmen, die die Resilienz des Gesamt-Systems gegenüber Schadsoftware und Angriffen unterstützen. Hierzu zählen unter anderem der Unified Write Filter (UWF), die Firewall und der Schutz vor Zugriff auf USB-Speichermedien. Zusätzlich zum herkömmlichen Virenscanner Windows Defender sind auch Virenscanner von Dritt-anbietern wie Trellix Endpoint Security einsetzbar.

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Zentrale Verwaltung

Der Autor: Dr. Marc Seißler ist Leiter Produkt Management HMI bei Pepperl+Fuchs in Mannheim.

© Pepperl+Fuchs

Ergänzend zu der aktuellen Firmware-Generation gibt es auch eine neue Version des optionalen Thin Client Management Werkzeugs ‚Visunet Control Center‘. Dieses ermöglicht die zentrale Verwaltung aller auf RM Shell-basierenden Thin-Client-Geräte, von industriellen Box Thin Clients (BTCs), die ihren Einsatz in der Leitwarte und produktionsnahen Arbeitsplätzen finden, über mobile industrielle Thin Client Tablets bis zu den Remote-Monitoren im Ex-Bereich. Alle Geräte können via Visunet Control Center von einem zentralen Arbeitsplatz aus über das Netzwerk eingerichtet, konfiguriert und überwacht werden, was dazu führt, dass zeitaufwändige Lauf- und Fahrtwege zu einzelnen Geräten entfallen. Mithilfe von Wizards lassen sich Einstellungen zeitgleich auf beliebig vielen Zielgeräten innerhalb des Netzwerks konfigurieren, übertragen und speichern. Auch Firmware-Updates können mit einem einzigen Klick auf allen Geräten parallel durchgeführt werden.

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