Scada /Prozessvisualisierung
Shell vernetzt Bedienebene per WLAN
Shell Eastern Petroleum setzt in ihrem neuen Ethylen-Anlagenkomplex in Singapur zum ersten Mal Wireless-Technologie ein, um eine mobile Bedienebene zu realisieren. Das Konzept umgesetzt haben die Firmen Belden und Yokogawa.
Shell wollte aus Gründen der Effizienzsteigerung einen mobilen Zugang zu allen Prozessdaten über WLAN an definierten Stellen in der Raffinerie. Peter Beerepoot, der für die Prozessleittechnik des gesamten Projekts für Shell Eastern Petroleum zuständig ist, erklärt: „Wir hatten die Gelegenheit, eine komplette Infrastruktur zu entwickeln. Ein Austausch der lokalen Bedienpanels durch ein WLAN-basiertes System versprach Kosten- und Effizienzvorteile."
Bei dem von Tsjoi Tsim, Consultant Wireless Technologies, im Auftrag von Shell Global Solutions durchgeführten Auswahlverfahren konnte sich Belden mit seiner Tochter Hirschmann durchsetzen und wurde von Yokogawa als Hauptlieferant Automatisierungstechnik damit betraut, die drahtlose Infrastruktur zu konzipieren und zu liefern. Diese besteht aus 90 Access-Points (BAT54-F X2), die über einen redundanten Backbone-Glasfaserring mit dem Leitsystem verbunden sind. Ein sehr wichtiger Aspekt dieses Projekts war, dass alle relevanten Teile der Lösung für die anspruchsvollen Umweltbedingungen geeignet und gemäß ATEX/IEC60079 zertifiziert sein mussten, da die Geräte im explosionsgefährdeten Bereich installiert sind. Die Anwendung erforderte eine ganze Palette an WLAN-Komponenten, unter anderem Access-Points für den Außenbereich und modulare Switche (MICE-Serie) sowie Zubehör, Antennen, Medienkonverter und Überspannungsableiter.
Um die hohen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, wurde eine Firewall am Demarkationspunkt zum Prozess-LAN eingesetzt. Für den Aufbau des Backbone-Rings wurden Profinet Kupfer- und Glasfaserkabel sowie Ethernet M12-Steckverbinder verwendet. Dort, wo ein verkabelter LAN-Zugang schwierig war, wurden drahtlose Punkt-zu-Punkt-Verbindungen installiert. Zum Projektumfang gehörten ebenso Beratung, Planung, Wartung, Standortuntersuchung, Schulung und Konfiguration aller Geräte bis hin zur Inbetriebnahme, Test und der Übergabe des Systems an Shell.
Der Einsatz des WLAN beschleunigte die Inbetriebnahme des petrochemischen Prozesssteuerungssystems und verbessert die Wartungseffizienz. Zudem reduzierten sich die Systemkosten, da insgesamt weniger Anzeigeeinheiten benötigt werden. Peter Beerepoot: „Heute haben wir nicht nur den Beweis, dass das Belden-System funktioniert, die Funk-Abdeckung ist sogar noch besser als ursprünglich erwartet. Wir untersuchen nun weitere Möglichkeiten, wie wir aus unserem System maximalen Nutzen ziehen können."








