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Artikel und Hintergründe zum Thema

NXP Semiconductors

Lukas Dehling,

Parametrieren per Smartphone

Im Consumer-Markt kommt der Technologie Near Field Communication (NFC) bereits eine bedeutende Rolle zu. Richard Schmidmaier, Senior Marketing Manager bei NXP, erläutert, warum die Technologie auch auf der SPS IPC Drives ihre Daseinsberechtigung hat.

© NXP Semiconductors

Richard Schmidmaier: “Mit dem ‚NTAG I²C plus kit for Arduino pinout‘ geben wir Entwicklern ein Developer Kit in die Hand, das die Entwicklung von NFC-Applikationen erheblich vereinfacht.”

© NXP Semiconductors

Herr Schmidmaier, warum ist die NFC-Technologie für den Einsatz in industriellen Anwendungen interessant?

Schmidmaier: NFC ist mittlerweile in mehr als 1,5 Milliarden Smartphones eingebaut und eignet sich als Kommunikationsschnittstelle über kurze Distanzen bis maximal zehn Zentimeter. Sobald man nun eine industrielle Baugruppe oder ein Gerät mit NFC ausstattet, kann man ein NFC-Smartphone als externes Benutzer-Interface einsetzen. Dies eröffnet viele Möglichkeiten

Welche Möglichkeiten sind das?

Schmidmaier: Anwender können zum Beispiel ein NFC-Smartphone zur Parametrierung des Geräts verwenden. Statt eines oder mehrerer DIP-Schalter am Gerät stellen sie die Parameter in der Smartphone-App ein und berühren das Gerät einmal kurz mit dem NFC-Phone – schon sind die Parameter in der Baugruppe gespeichert. Dies ist sogar ohne Stromversorgung möglich, denn der NFC-Baustein in der Baugruppe erhält seine Energie während des Schreibvorgangs aus dem NFC-Feld des Smartphones.

Auch zum stromlosen Auslesen von Daten aus dem Gerät können Anwender das NFC-Phone verwenden – dies können Fehlercodes sein, Benutzungs-Statistiken, Betriebsstundenzähler, Firmware-Versionen, Seriennummern und vieles mehr. Damit sparen sich Anwender Service-UARTS. Selbst Firmware-Updates über NFC sind möglich, da über Energy Harvesting die MCU während des Flashens aus dem NFC-Feld gespeist werden kann.

Zusätzlich von Vorteil ist NFC, weil Gehäuse wasser-, staub- und chemikaliendicht gestaltet werden können – das NFC-Signal durchdringt Kunststoff und Glas ohne Probleme. Im Vergleich zu elektromechanischen Lösungen lässt sich sogar Geld sparen, da ein Chip wie der ‚NTAG I²C plus‘ von NXP Semiconductors weniger als ein typischer 8-bit-DIP-Schalter kostet, und das bei einer Speicherkapazität von 2 kBytes.

Was zeigt NXP bezüglich NFC Neues auf der SPS IPC Drives 2017?

Schmidmaier: Unser neuestes Development Kit ‚NTAG I²C plus kit for Arduino pinout‘ kann direkt auf jedes Arduino-kompatible MCU Development Board aufgesteckt werden, wie zum Beispiel die ‚Kinetis Freedom Boards‘. Dadurch vereinfacht es die Entwicklung von NFC-Applikationen mit dem ‚NTAG I²C plus‘ und spart damit dem Entwickler Zeit und Aufwand.

Gibt es weitere Developer Kits?

Schmidmaier: Ja, wir bieten weiter das ‚NTAG I²C plus Explorer Kit‘ an, das sich sehr gut zum Demonstrieren der verschiedenen Möglichkeiten mit NFC eignet. Es enthält ein LCD, einen Mikrocontroller, LED, Temperatursensor und drei Taster. Mit einem NFC-fähigen Android-Smartphone können Anwender einen Text auf das Display schreiben oder die Temperatur und die Taster auslesen. Durch das Energy Harvesting funktioniert dies ohne eine zusätzliche Stromversorgung des Kits.

Die dritte Möglichkeit ist das ‚NTAG I²C plus Explorer Kit with NFC Reader‘, das sich durch den zusätzlich enthaltenen NFC Reader dann anbietet, wenn der Entwickler kein Android Smartphone verwenden kann.

Wird NFC schon in industriellen Produkten eingesetzt?

Schmidmaier: Die Bandbreite der Anwendungen ist sehr groß, und NFC wird in immer mehr industriellen Produkten eingesetzt. Etwa im ‚Zelio NFC Timer Relais‘ von Schneider, das komplett über NFC konfiguriert wird und damit 28 verschiedene Funktionen mit einer Hardware implementiert. Mit Timer-Genauigkeiten von 10 ms ist es 50-mal genauer als herkömmliche Poti-Lösungen. Ein weiteres Beispiel ist die Stromversorgung ‚Quint Power‘ von Phoenix Contact, bei der mit NFC-Smartphone und der passenden App Meldeschwellen zur präventiven Funktionsüberwachung definiert, die Ausgangsspannung eingestellt sowie die Ausgangskennlinie speziell an die Anforderungen einer Anlage angepasst werden.

Und drittens der Trennverstärker ‚Mini Analog Pro‘, ebenfalls von Phoenix Contact. Per NFC-Smartphone kann der Anwender Signalbereiche, Abtastraten, nutzerspezifische Kennlinien und Gerätekennzeichnungen einstellen. Darüber hinaus lassen sich Messwerte einsehen und auf die komplette digitale Gerätedokumentation – mit Serveranbindung für stets aktuelle Dokumente – zugreifen.

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