VDMA-Trendstudie
IT und Automation entscheiden über Wettbewerbsfähigkeit
Ein immer größerer Anteil der Herstellkosten für ein Maschinenbauprodukt entfallen auf IT und Automatisierungstechnik, so die aktuelle Trendstudie des VDMA. Gegenüber der letzten Erhebung des Verbandes von 1998 ist der Anteil von Software, IT-Hardware und Elektrotechnik um 11 Prozent angewachsen.
Mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit gehen die 200 befragten Unternehmen davon aus, dass IT und Automatisierungstechnik weiter an Bedeutung gewinnen werden. Schon heute entfallen durchschnittlich rund 30 Prozent der Herstellkosten für ein Maschinenbauprodukt auf IT und Automatisierungstechnik. Für jedes zweite Unternehmen sind Software, Elektrotechnik & Co. unverzichtbare Elemente im Produktbaukasten des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus.
Der VDMA folgert daraus auch eine Veränderung in den Entwicklungsabteilungen des Maschinen- und Anlagenbaus: Arbeiten heute im Schnitt fast 80 Prozent der Entwickler an mechanischen Komponenten, wird dieser Anteil in den nächsten drei Jahren zurückgehen. 25 Prozent der Beschäftigten wird sich dann mit der Entwicklung von IT und Automatisierungstechnik auseinandersetzen. Dieser Trend zieht eine überproportionale Nachfrage an Fachkräften für IT und Automatisierungstechnik nach sich, so der Verband.
Doch bereits heute sind die Entwicklungsabteilungen unterbesetzt. Der VDMA identifiziert den Fachkräftemangel als eine der zentralen Bremsen bei der Entwicklung von IT und Automatisierungstechnik. In der Rangliste der Problemfelder rangiert die Personalverfügbarkeit bei nahezu 50 Prozent der Befragten an erster Stelle. Der VDMA rät daher, frühzeitig und noch stärker als bisher langfristige Kooperationspartner auf Seiten von Schulen, Hochschulen und Universitäten zu suchen, um Schüler und Studenten für die Branche zu begeistern.
Engere Zusammenarbeit mit Lieferanten
Der derzeitige Fachkräftemangel scheint in der Produktentwicklung und Fertigung auch die Beziehungen zwischen dem Maschinenbau und seinen Lieferanten beziehungsweise Kooperationspartnern zu beeinflussen: 92 Prozent der Maschinenbauer nutzen teilweise oder überwiegend die Möglichkeit, Komponenten sowie Lösungen hinzuzukaufen. Vor vier Jahren waren es noch 89 Prozent.
Von dieser Buy-Strategie profitieren besonders die deutschen IT- und Automatisieurngstechnik-Anbieter. Gemäß der aktuellen Erhebung kaufen derzeit über 80 Prozent der befragten Unternehmen entsprechende Lösungen in Deutschland ein. Gegenüber 2008 (64 Prozent) ist der Anteil der Unternehmen, die mit nationalen Partnern kooperieren, damit um fast 33 Prozent angewachsen. Weltweit nach Produkten zu suchen, ist nur noch für 15 Prozent der Befragten eine Option. Vor vier Jahren waren es noch 17 Prozent. Inwieweit dieser Trend anhält, gilt es laut VDMA abzuwarten.










