Beckhoff Automation
Google Glass für die Automation
Die ursprünglich für den Consumer-Bereich entwickelte Google-Glass-Brille könnte künftig auch in der Industrie zum Einsatz kommen. Zu welchem Zweck, zeigte Beckhoff auf der SPS IPC Drives 2013 in Form einer Technologiestudie.
Laut Andreas Thome, Produktmanager PC-Control bei Beckhoff hat Google Glass "das Potenzial, die Bedienphilosophie an der Maschine zu ändern beziehungsweise mindestens zu ergänzen." Die Google-Brille sei ein gutes Beispiel für die Verschmelzung der Internettechnologie und der Automatisierungstechnik im Rahmen von Industrie 4.0. Beispielsweise könne der Servicetechniker über das Einlesen eines QR-Codes am Motor oder Endschalter die Eigenschaften, Historie oder den aktuellen Status des Sensors oder Aktors einlesen.
Das technische Prinzip von Google Glass: Die Brille verfügt über ein Projektionsdisplay, auf dem die Bilder in Form von Slides (Cards) dargestellt werden. Mit einer integrierten Kamera lassen sich in Blickrichtung Bilder aufnehmen, die auch für die Bildverarbeitung zur Verfügung stehen. Über ein seitliches Touchpad am Brillenbügel kann man zudem die Bildschirminhalte und die Dialoge steuern. Ebenfalls integriert ist ein Lautsprecher, um Toninformationen zu vermitteln oder mit anderen Nutzern zu kommunizieren. Die auf dem Bildschirm erscheinenden Elemente werden deshalb Slides genannt, weil sie sich ähnlich wie bei einer Bildbetrachtungssoftware von links nach rechts scrollen lassen. Mit einer weiteren Berührung des Touchpads erhält man Zusatzinformationen zum ausgewählten Slide. So können beispielsweise für einen Maschinenbediener, wenn er direkt vor der Maschine steht, individuelle Informationen wie der Maschinenstatus oder zugehörige Datenblätter eingeblendet werden. Bei Bedarf kann der Bediener direkt vor Ort auch Kontakt zu einem weiteren Kollegen aufnehmen.
In die Steuerungstechnik lässt sich Google Glass über die Automatisierungssoftware Twincat einbinden. Bei dem auf der SPS IPC Drives 2013 gezeigten Technologiebeispiel kommuniziert die Brille mit einem Webserver, der den Status der Twincat-gesteuerten Maschine bereitstellt. Die Google-Brille empfängt und stellt diesen Maschinenzustand in Form von Signalwerten oder Fehlermeldungen dar und weist gegebenenfalls auf den genauen Fehlerort hin. Auch das Quittieren und Zurücksetzen der Maschinenzustände ist direkt an der Brille möglich.













