Elektromobilität
Startschuss für ersten 'eHighway' in Deutschland
Auf der A5 sollen ab 2019 erstmals Lastwagen mit Stromabnehmern im realen Verkehr fahren. Die Teststrecke in Hessen ist laut des Bundesumweltministeriums die erste auf öffentlicher Straße in Deutschland. Jedoch: Die Spediteure sind noch zurückhaltend.
Im kommenden Jahr startetet der Bau des ‘eHighway’ auf deutschem Boden. 2019 sollen dann die ersten Spezial-Lastwagen mit Strom aus Oberleitungen fahren. Hessens grüner Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat am 18. Dezember 2017 in Frankfurt den symbolischen Startschuss dafür gegeben.
Die Teststrecke entsteht zwischen den Anschlussstellen Langen/Mörfelden und Weiterstadt. Sie ist rund 5 km lang und wird im kommenden Jahr in beiden Richtungen elektrifiziert. Nach Angaben der Verkehrsbehörde Hessen mobil sind bislang drei Speditionen bereit, die Strecke mit je einem Lkw zu testen, mit zwei weiteren Unternehmen laufen Gespräche. Finanziert wird das Pilotprojekt vom Bundesumweltministerium, das die Kosten von knapp 15 Mio. Euro komplett übernimmt.
Die Technik wurde von Siemens entwickelt und auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Brandenburg erprobt. Laut Bundesumweltministerium entstehen außerhalb Hessens noch zwei weitere Teststrecken: auf der A1 bei Lübeck und auf einer Bundesstraße in Baden-Württemberg. In Schweden konnte Siemens bereits einen ‘eHighway’ realisieren: Seit Juni 2016 wird nördlich von Stockholm ein Oberleitungssystem für Elektro- und Hybrid-Lkws getestest – die Details in der Bilderstrecke:
Funktionsweise des 'eHighways'
Wie auf Bahnstrecken müssen entlang der Straße Strommasten aufgestellt werden. Erkennen die Sensoren im Dach des Lastwagens eine Oberleitung, werden die Abnehmer ausgefahren. Der Elektromotor wird mit Strom gespeist und zugleich die Batterie aufgeladen. Damit kann der Lkw nach dem Abdocken elektrisch weiterfahren. Ist der Akku erschöpft, kann der Hybridmotor mit Diesel weiterfahren.
“Ziel ist es, den Lieferverkehr umweltfreundlicher zu gestalten”, sagt Gertrud Sahler aus dem Bundesumweltministerium. “Es reicht nicht aus, den Individualverkehr zu elektrifizieren.” Neben der Strategie, möglichst viel Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern, müsse auch der Güterverkehr auf der Straße so klimaneutral wie möglich werden.
“Ob der Oberleitungs-Lkw die Zukunft ist, ist völlig offen”, sagt Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbands. Zu viele Fragen seien offen, zum Beispiel, wie dicht das Oberleitungsnetz wäre und ob die Anschaffung der Lkw sich wirtschaftlich rechnen würde. Der Verband habe keine Präferenz für eine bestimmte Technik, würde aber ”einen völlig emissionsfreien Lkw lieber heute als morgen einsetzen.”













