Prognose angehoben
Siemens verdient deutlich mehr
Im abgelaufenen 2. Quartal des Geschäftsjahres 2023 konnte Siemens seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu verdreifachen.
Um 14 % auf 19,4 Mrd. Euro legte der Konzernumsatz im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres zu. Der Auftragseingang stieg um 13 % auf 23,6 Mrd. Euro. Der Auftragsbestand verzeichnete mit 105 Mrd. Euro einen erneuten Rekordwert, so der Konzern. Das Book-to-Bill-Verhältnis, also das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen, betrug 1,22. Infolgedessen erhöhte sich der Gewinn nach Steuern auf 3,6 Mrd. Euro. Siemens profitierte zudem von einem steuerfreien Gewinn in Höhe von 1,6 Mrd. Euro aufgrund einer Wertaufholung des Konzern-Anteils an Siemens Energy.
Als Konsequenz hob Siemens die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. So erwartet der Konzern nun ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis (um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte bereinigt) von 9 bis 11 %. Bisher gingen die Verantwortlichen von 7 bis 10 % Wachstum aus.
Der Vorstandsvorsitzende Roland Busch zeigt sich erfreut: »Siemens setzt seine hervorragende Leistung fort und erzielte mehrere Rekorde, darunter beeindruckende Margensteigerungen und Allzeithochs bei den Ergebnissen bei Digital Industries und Smart Infrastructure sowie einen erneuten Rekord im Auftragsbestand. Unsere sehr starken Ergebnisse zeigen, dass wir die richtige Strategie, die richtige Technologie und das richtige Team haben, um unsere Kunden dabei zu unterstützen, wettbewerbsfähiger, resilienter und nachhaltiger zu werden.«
Industrielles Geschäft beinahe verdoppelt
Das Ergebnis des Industriellen Geschäfts stieg um 47 % auf 2,6 Mrd. Euro (Q2/22: 1,8 Mrd. Euro). Die Ergebnismarge betrug 14,2 % und lag damit 3,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresquartals (Q2 2022: 11,0 %). Der Gewinn nach Steuern hat sich mit 3,6 Milliarden Euro nahezu verdreifachte (Q2/22: 1,2 Mrd. Euro). Dabei profitierte der Konzern von einem steuerfreien Gewinn in Höhe von 1,6 Mrd. Euro aufgrund einer Wertaufholung des Siemens-Anteils an der Siemens Energy.
Der sogenannte Free Cash Flow »all-in« aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten erreichte auf Konzernebene 2,3 Mrd. Euro; im 2. Quartal 2022 betrug dieser noch 1,3 Mrd. Euro. Das Industrielle Geschäft wies einen Free Cash Flow von 2,7 Mrd. Euro auf (Q2/22: 1,9 Mrd. Euro).
Die Sparten im Überblick finden Sie auf der nächsten Seite.
Digital Industries – Höchstes, jemals erzieltes Quartalsergebnis
Digital Industries konnte den Umsatz auf vergleichbarer Basis um 23 % auf 5,5 Mrd. Euro steigern – das ist laut Siemens das höchstes jemals erzielte Quartalsergebnis. Das Wachstum im zweistelligen Prozentbereich erstreckt sich über alle Bereiche. Die höchsten Wachstumsbeiträge kamen aus den Automatisierungsgeschäften aufgrund einer verbesserten Verfügbarkeit von Komponenten und einer beschleunigten Abarbeitung des Auftragsbestands. Der Auftragseingang ging auf vergleichbarer Basis um 10 % auf 5,3 Mrd. Euro zurück und lag unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Im Softwaregeschäft stieg der Auftragseingang an, was maßgeblich auf einige größere Aufträge zurückzuführen sei, so Siemens.
Das Ergebnis stieg um 57 % auf 1,3 Mrd. Euro und war damit das höchste jemals erzielte Quartalsergebnis; die Ergebnismarge lag bei 23,5 %. Das Ergebnis und die Profitabilität stiegen in allen Automatisierungsgeschäften.
Smart Infrastructure
9 % betrug das Wachstum im Auftragseigang bei Smart Infrastructure und beläuft sich damit auf 5,5 Mrd. Euro. Zurückzuführen ist der Anstieg hauptsächlich auf ein starkes Wachstum im Electrivication-Geschäft aufgrund einer Reihe größerer Aufträge von Rechenzentren, der Halbleiterindustrie und Kunden der Stromverteilung. Die Umsatzerlöse wuchsen auf vergleichbarer Basis um 21 % auf 4,9 Mrd. Euro. Zum zweistelligen Umsatzerlöswachstum trugen vor allem das Electrical-Products- und Electrification-Geschäft bei. Das Ergebnis stieg um 75 % auf 779 Mio. Euro. Die Ergebnismarge konnte mit 15,9 % gegenüber dem Vorjahresquartal (11,1 %) gesteigert werden. Sowohl Ergebnis und als auch Profitabilität verzeichneten das höchste jemals erreichte Niveau in einem Quartal.
Dass das Quartalsergebnis und die -profitabilität das höchste jemals erreichte Niveau verzeichneten, ist auf Verbesserungen in allen Geschäften zurückzuführen. Dazu zählen laut Konzern höhere Umsatzerlöse, eine gesteigerte Kapazitätsauslastung, eine günstigere Zusammensetzung der Geschäfte sowie die Kosteneinsparungen aus bisheriger Umsetzung des fortlaufenden Programms zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Mobility
Ebenfalls einen Höchstwert meldet die Sparte Mobility: Die Sparte konnte den Auftragseingang mehr als verdoppeln und erreichte einen neuen Höchstwert in einem Quartal: 6,2 Mrd. Euro betrug der Auftragseingang im abgelaufenen Quartal (Q2/22: 2,5 Mrd. Euro). Zurückzuführen ist das Wachstum auf eine Reihe von Großaufträgen, unter anderem auf einen Auftrag über 2,9 Mrd. Euro für Lokomotiven und zugehörige Wartung in Indien sowie einen Auftrag über 0,3 Mrd. Euro in Singapur für Signalsysteme und Bahnhofinfrastruktur. Die Umsatzerlöse wuchsen auf vergleichbarer Basis um 33 % auf 2,7 Mrd. Euro, mit Wachstumsbeiträgen von allen Geschäften und angeführt von einer sehr starken Zunahme im Schienenfahrzeuggeschäft.
Das Ergebnis stieg auf 247 Mio. Euro an, die Ergebnismarge betrug 9,2 %. Ergebnis und Profitabilität lagen damit wieder im positiven Bereich im Gegensatz zum Vorjahresquartal, das durch Belastungen in Höhe von 0,6 Mrd. Euro infolge gegen Russland verhängter Sanktionen beeinträchtigt war. Das abgelaufene Quartal profitierte von nachlaufenden russlandbezogenen Effekten in Höhe von 78 Mio. Euro, die weitgehend durch Rückstellungen für Incentive-Zahlungen und eine ungünstigere Zusammensetzung der Geschäfte aufgewogen wurden, so der Konzern.
Siemens Healthineers
Siemens Healthineers verzeichnet im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Rückgang von 14 % im Auftragseingang. Zurückzuführen ist dieser auf die stark rückläufige Nachfrage bei Corona-Antigen-Schnelltests im Diagnostics-Geschäft, das zudem Belastungen von 77 Mio. Euro (ohne Personalrestrukturierung) in Zusammenhang mit seinem Transformationsprogramm verzeichnete. Umsatzwachstum verzeichnet die Sparte hingegen in den Varian-, Imaging- und Advanced-Therapies-Geschäften. Diese reichten jedoch nicht aus, um das Ergebnis positiv zu beeinflussen: Das Ergebnis ging von 875 Mio. Euro (Q2/22) auf 288 Mio. Euro (Q2/23) zurück. Daneben wurde die Profitabilität durch Wertminderungen und andere Belastungen in Höhe von insgesamt 329 Mio. Euro beeinträchtigt. Die Belastungen sind auf eine Managemententscheidung zur Neuausrichtung bestimmter Aktivitäten des Advanced-Therapies-Geschäfts sowie durch Kostensteigerungen insbesondere bei Beschaffung und Logistik zurückzuführen.
Ausblick: Rekordjahr erwartet
Nachdem die Ergebnisse schon jetzt die Erwartungen für 2023 übersteigen, hebt der Konzern seine Prognose an. Erwartet wird nun ein Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis von 9 bis 11 %; bisher war ein Plus von 7 bis 10 % erwartet worden. Das Book-to-Bill-Verhältnis soll über 1 bleiben, so die Erwartungen.
Für den Geschäftsbereich Digital Industries wird erwartet, im Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis zwischen 17 und 20 % (zuvor zwischen 12 und 15 %) zu erreichen. Die Ergebnismarge wird nun zwischen 22,5 und 23,5 % (zuvor zwischen 20 und 22 %) erwartet.
Smart Infrastructure erwartet nun im Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis zwischen 14 und 16 % (zuvor zwischen 9 und 12 %) und eine Ergebnismarge in einer Bandbreite von 14,5 bis 15,5 % (zuvor 13,5 bis 14,5 %).
Für den Geschäftsbereich Mobility wird ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis zwischen 10 und 12 % (zuvor zwischen 6 und 9 %) zu erreichen. Die Ergebnismarge wird weiterhin zwischen 8 und 10 % erwartet.
Es wird erwartet, dass Siemens durch das profitable Wachstum der industriellen Geschäfte im Geschäftsjahr 2023 ein höheres EPS pre PPA in einer Bandbreite von 9,60 bis 9,90 Euro (zuvor 8,90 bis 9,40 Euro) erreichen wird.













