Bühnenautomatisierung

Günter Herkommer,

Positionieren und Überwachen im CAN-Netzwerk

In der neuen Konzerthalle der University of South Florida wird die bewegliche Akustikdecke über der Bühne durch Getriebemotoren und Antriebsumrichter positioniert. Die Überwachung aller Antriebsmotoren und der Lastaufteilung sowie die Positionier­steuerung erfolgen über CAN und die im Umrichter integrierte Positionier- und Ablaufsteuerung – ganz ohne externe SPS.

© SEW Eurodrive

Die Konzerthalle des „Visual and Performing Arts Center“ an der University of South Florida wurde unlängst mit neuester Technik ausgestattet: Im Saal dieses Gebäudes ist über der Bühne eine bewegliche, 30 Tonnen schwere Akustik­decke aufgehängt. Diese Decke lässt sich in der Höhe verstellen, so dass bei jeder Aufführung die optimale Akustik herrscht.

Auf der Oberseite der Akustikdecke sind zwei Wellen mit je zehn Kabeltrommeln angebracht, die die Stahl­seile aufwickeln. Die Trommeln werden durch Getriebemotoren und Antriebsumrichter in Bewegung gebracht.

© SEW Eurodrive

Auf der Oberseite der Akustikdecke ist vorn und hinten eine durchgängige Welle mit jeweils zehn Kabeltrommeln angebracht. Sie wickeln die Stahlseile auf, an denen die Decke hängt. Jede Trommel wird durch einen 0,75-kW-Getriebebremsmotor von SEW-Eurodrive angetrieben. Mit einer Hohlwelle ausgestattet, sind jeweils zehn Getriebemotoren auf einer Welle aufgereiht. Sie werden durch zwei Antriebsumrichter vom Typ Movidrive B angesteuert, die mit der geräteinternen Synchronlauf-Option präzise synchronisiert werden. Die komplette Steuerung und Überwachung des Fahrzyklus erfolgt über die im Umrichter integrierte Positionier- und Ablaufsteuerung.

Thermistoren überwachen die Betriebstemperatur aller 20 Motoren unabhängig voneinander. Außerdem kontrollieren Kraftmessdosen an mehreren Messstellen die Lastaufteilung zwischen den Seilen. All diese Daten werden über CAN von den Umrichtern eingelesen und zur Überwachung des Lageregelprogramms verwendet.

Zur Anzeige der Betriebszustände und Positionen ist über Ethernet ein mobiles Bedienpanel (DOP M70) an die Umrichter angeschlossen. Dieses ermöglicht neben einem händischen Verfahren im Tippbetrieb die Vorgabe einer Zielposition, die die Antriebe dann autonom mit einer Geschwindigkeit bis 2 m/min anfahren. Mit weiteren Antrieben lassen sich Scheinwerfer-Traversen über der Bühne absenken, deren Position ebenfalls über das Bedienpanel eingestellt werden kann.

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