nachgehakt! - bei Dr. Jochen Köckler, Deutsche Messe

Andrea Gillhuber,

„Ein neutraler Raum für Kooperationen“

Bei der Programmvorstellung zur diesjährigen Hannover Messe rief der Messechef Dr. Jochen Köckler Europa und seine Partner dazu auf, „noch enger zusammenzurücken“. Im Interview erläutert er, in welcher Rolle er dabei die Hannover Messe sieht.

Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender Deutsche Messe © Deutsche Messe

Herr Köckler, Sie betonten, dass die Hannover Messe künftig als Innovationsplattform und Impulsgeber für internationale Kooperationen fungieren wird. Welche Maßnahmen planen Sie dazu?

Die Hannover Messe wird in den kommenden Jahren noch stärker als Plattform für technologische Innovationen und internationale Zusammenarbeit positioniert. Konkrete Maßnahmen beinhalten die Schaffung spezieller Foren und Netzwerkmöglichkeiten, die Unternehmen und Start-ups aus unterschiedlichen Ländern zusammenbringen. Insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der nachhaltigen Technologien wollen wir Impulse setzen, die über die Messe hinaus Wirkung entfalten. Ein weiterer Schritt ist die verstärkte Einbindung von internationalen Partnern, insbesondere aus aufstrebenden Märkten, die durch gezielte Kooperations-projekte den Dialog und die Kooperation in der Industrie fördern sollen.

Inwiefern beeinflussen aktuelle geopolitische Herausforderungen Ihre Strategie für die Messe?

Wir beobachten die politischen Entwicklungen weltweit sehr genau und integrieren die daraus resultierenden Veränderungen in unsere Planung. Insbesondere im Hinblick auf die Globalisierung der Märkte und die digitale Transformation ist es entscheidend, den Austausch von Wissen und Technologie weiterhin zu ermöglichen. Auch wenn geopolitische Unsicherheiten bestehen, sind wir fest davon überzeugt, dass der technologische Fortschritt und die Kooperation auf globaler Ebene letztlich die treibenden Kräfte für eine nachhaltige Zukunft sind. Wir arbeiten daher weiterhin daran, ein Umfeld zu schaffen, das allen Teilnehmern – unabhängig von ihrer Herkunft oder politischen Ausrichtung – zugutekommt.

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Wie möchten Sie die Hannover Messe konkret nutzen, um internationale Partnerschaften zu stärken?

Die Hannover Messe bietet eine ausgezeichnete Plattform, um trotz globaler Spannungen und politischer Unsicherheiten internationale Partnerschaften zu stärken. Angesichts der geopolitischen Herausforderungen und der von Spannungen geprägten politischen Landschaft ist es besonders wichtig, mit der Hannover Messe einen neutralen Raum für Kooperationen zu bieten.

Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Partnerland Kanada und wie soll diese Partnerschaft zur Stärkung der globalen Zusammenarbeit beitragen?

Kanadas Motto für die Hannover Messe lautet „The future’s here“ und beschreibt die Innovationskraft dieses sympathischen Landes. Die stärksten Industriezweige in Kanada sind die Automobilindustrie, die Nahrungsmittelindustrie und der Maschinenbau. Allein die verarbeitende Industrie und der Energiesektor tragen rund 10,5 % zum Bruttoinlandsprodukt Kanadas bei. Kanada und Deutschland pflegen seit langem eine enge Partnerschaft, die sich auf Bereiche wie Handel und Investitionen, Energie und Klima, wichtige Mineralien und Schlüsseltechnologien konzentriert. Angesichts der drohenden US-Zölle ist es für Europa und Partner wie Kanada an der Zeit, enger zusammenzurücken und eine gemeinsame geo- und wirtschaftspolitische Strategie entschlossen voranzutreiben.

Wie sollen Messen langfristig Innovation und internationale Zusammenarbeit vorantreiben?

Bedeutende Messen wie die Hannover Messe sind bereits heute Zentren für Wissensaustausch und Technologietransfers. Sie tragen dazu bei, dass Industrien weltweit ihre Prozesse und Produkte kontinuierlich verbessern und neue, zukunftsfähige Technologien entwickeln. Das ist nur möglich, wenn Menschen grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Mit unserem Partnerlandkonzept ermöglichen wir eine engere Vernetzung sowie langfristige Partnerschaften, die auch über die Messe hinaus Bestand haben. Wir werden uns noch stärker dafür einsetzen, diese internationalen Netzwerke aufzubauen, denn Messen könnten eine zentrale Rolle bei der Lösung globaler Herausforderungen und der Förderung einer zukunftsfähigen und vernetzten Weltwirtschaft spielen. 

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