zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

ABB / IBM

Günter Herkommer,

Gemeinsam intelligenter

ABB ist mit IBM eine strategische Partnerschaft eingegangen. Ziel ist, das Digitalangebot ABB Ability mit den kognitiven Fähigkeiten von IBMs Watson IoT zusammenzuführen.

Mit Watson will IBM das Thema Industrie 4.0 vorantreiben und hat hierfür den Geschäftsbereich Watson IoT gegründet. Dessen globaler Hauptsitz wurde im Februar in München eröffnet.

© IBM

Künstliche Intelligenz (KI) lautet das Schlagwort, auf dessen Grundlage ABB und IBM neue Lösungen entwickeln wollen, die Unternehmen in die Lage versetzen, einige ihrer größten industriellen Herausforderungen wie bessere Qualitätssicherung, geringere Ausfallzeiten, Schnelligkeit und Ertrag auf völlig neue Weise anzugehen zu können. Das bedeutet: Während aktuelle Systeme lediglich Daten sammeln, soll KI künftig kognitive Industrieanlagen und Maschinen ermöglichen, die laut ABB-CEO Ulrich Spiesshofer Daten nicht nur verarbeiten, sondern verstehen, Rückschlüsse ziehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um die Arbeiter in der Industrie effektiv zu unterstützen.

Konkret werden ABB und IBM die Watson Technologie im ersten Schritt dazu nutzen, um mit Hilfe von Echtzeit-Produktionsbildern Fehler zu finden, die von einem ABB-System erfasst und anschließen mit IBM Watson loT for Manufacturing analysiert werden. Mit anderen Worten: Während Teile den Fertigungsprozess durchlaufen, macht die Lösung den Hersteller auf kritische Mängel hinsichtlich der Montagequalität aufmerksam, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Dies ermögliche unter anderem ein schnelles Eingreifen von Qualitätskontrolleuren. Bislang würden diese Prüfungen meist manuell durchgeführt - ein oftmals langsamer und fehleranfälliger Prozess.

Des Weiteren wollen ABB und IBM mit Hilfe der Watson-Technologie die Angebots- und Nachfragemuster für Strom anhand von historischen Daten und Wetterdaten vorhersehen können und damit den Betrieb und die Wartung der heutigen Smart Grids optimieren, deren Komplexität aufgrund des neuen Verhältnisses von konventionellen und erneuerbaren Energiequellen zunehme. Anhand der Vorhersagen lasse sich die Nachfrage prognostizieren, wodurch Energieversorger das Lastmanagement und die Echtzeit-Preisbildung optimieren können.

Anzeige

Smart Sensor jetzt verfügbar

Während die angekündigten KI-Lösungen erst noch zu entwickeln sind, hat eine andere Zukunfts-Technologie von ABB nun die Markreife erlangt. So verkündete Otto Preiss, Leiter des Geschäftsbereichs Motors and Generators von ABB, im Rahmen der Hannover Messe:  „Wir können mit Stolz verkünden, dass der Smart Sensor den Test  bei vielen unserer Kunden weltweit erfolgreich bestanden hat und nun auf dem europäischen Markt eingeführt wird. Zudem wir er bald auch in den USA verfügbar sein.“

Die smarten Sensoren der ersten Generation sind mit Asynchronmotoren für direkten Netzanschluss (S1-Betrieb) und den Einsatz in sicheren Bereichen kompatibel (IEC-Baugrößen 160-450 und NEMA-Baugrößen 140-449).

© ABB

Wie der Name sagt, steht hinter dem Smart Sensor eine intelligente Sensor-Technologie zur Zustandsüberwachung, auf deren Grundlage ABB  Millionen von Niederspannungsmotoren in smarte, vernetzte Maschinen verwandeln will. Das Gerät  von der Größe eines Smartphones lässt sich an den Motoren zahlreicher Hersteller anbringen, um die Betriebs- und Leistungsdaten zu erfassen. Die Daten werden an die Cloud übertragen und zu verwertbaren Informationen über den Zustand und die Leistung des Motors verarbeitet. Auf der Grundlage dieser  Informationen kann der Anwender anschließend über ein Smartphone oder ein spezielles Internetportal den Zustand seiner Niederspannungsmotoren überprüfen.

Bei ABB geht man davon aus, dass sich mittels vorausschauender Wartung auf Basis der Sensordaten die Stillstandszeiten um bis zu 70 % reduzieren, die Motorlebensdauer um bis zu 30 % verlängern und der Energieverbrauch um bis zu 10 % senken lässt. Die Sensoren können bei neuen Motoren im Werk montiert werden oder sind bei bereits installierten Motoren in wenigen Minuten nachrüstbar. Die Überwachungsfunktionalität wird zunächst den Lagerzustand, Vibrationen, die Oberflächentemperatur, Drehzahl, Einspeisefrequenz und Anzahl der Starts umfassen. Bei künftigen Versionen soll der Funktionsumfang weiter steigen – etwa um die Energieverbrauchsüberwachung, die laut ABB voraussichtlich bereits im dritten Quartal 2017 zur Verfügung steht. Bei den ersten Systemen erfolgt die Datenübertragung per Smartphone-App. Noch im Laufe dieses Jahres ist Preiss zufolge zudem mit einem Gateway für das automatische Hochladen der Daten zu rechnen.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

ABB

Übernahme von B&R abgeschlossen

B&R fungiert jetzt als globales Zentrum von ABB für Maschinen- und Fabrikautomatisierung: Der Verkauf von B&R an ABB ist durch die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden am 6. Juli 2017 rechtlich wirksam.

mehr...
Anzeige
Anzeige

Cisco / IBM

Gemeinsam gegen Cyberkriminalität

Zwei große Player im IT-Sicherheitsmarkt – Cisco und IBM – beabsichtigen, durch Technologieintegration, kombinierte Services und Zusammenarbeit bei Threat Intelligence die Effizienz von IT-Security für ihre Kunden zu verbessern.

mehr...
Anzeige

Industrie 4.0

Voith treibt Digitalisierung voran

Der Maschinenbau-Konzern Voith hat sich mit 60 % an dem Digitaldienstleister Ray Sono beteiligt. Gemeinsam wollen beide Unternehmen einen neuen Geschäftsbereich für industrienahe Digitalisierungslösungen aufbauen.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Antriebstechnik

Bonfiglioli voll "im Wind"

Im Rahmen der zurückliegenden Hannover Messe verkündete Bonfiglioli ein erneutes Rekordjahr: Im Jahr 2016 konnte der italienische Antriebstechnik-Hersteller seinen Umsatz um über 8 % auf insgesamt knapp 790 Mio. Euro steigern.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren