Antriebstechnik
Ein Jahr nach dem Danfoss-Vacon-Merger
Rund ein Jahr ist es nun her, dass Danfoss den Kauf des finnischen Antriebstechnik-Hersteller Vacon verkündet hat. Auf der SPS IPC Drives präsentierten sich die ehemaligen Konkurrenten erstmalig als das "neue" Danfoss Drives.
"Die Fusion geht wie geplant voran. Inzwischen haben wir eine neue Struktur von den lokalen Organisationen bis hin zum Management sowie bei den Backoffice-Funktionen eingeführt", zieht Vesa Laisi, Präsident von Danfoss Drives, eine knappe Bilanz der vergangenen zwölf Monate. Auf die Frage, wie das Unternehmen heute aufgestellt ist, entgegnet der ehemalige Präsident und CEO von Vacon: "Das neue Danfoss Drives als spezialisierter Hersteller von Frequenzumrichtern im Leistungsbereich von 0,18 kW bis 5,3 MW beschäftigt aktuell 5000 Mitarbeiter in 50 Ländern weltweit und repräsentiert 68 Jahre Frequenzumrichter-Know-how. Wir haben 12 Produktions- und F&E-Standorte und decken mit Vertriebsgesellschaften rund 80 Länder weltweit ab. Damit sehen wir uns nun als die klare Nummer zwei im Markt für Niederspannungs-Frequenzumrichter mit einem Marktanteil von 13 %, respektive einem Umsatz von 8,2 Milliarden dänischen Kronen." (Anm. der Red.: Laut dem Marktforschungsunternehmen IHS ist ABB mit einem Marktanteil von 16 % die Nummer eins, Siemens liegt mit 11 % auf Platz drei).
In Nürnberg präsentiert sich der neu aufgestellte Player im Antriebstechnik-Markt auf rund 370 Quadratmetern – einer Fläche, die fast doppelt so groß ist wie die Stände von Danfoss und Vacon zusammen auf der SPS IPC Drives 2014. Zwar sei die Zusammenlegung beider Unternehmen mit strukturellen Änderungen einhergegangen, erwähnenswerte Einschnitte bei Portfolio aufgrund vermeintlich naheliegender Produktüberschneidungen habe es aber nicht gegeben. "Mit das wichtigste an dem Zusammenschluss ist, dass er uns zusätzlichen Schwung verleiht in Bereichen wie Herstellung und Beschaffung. Dazu kommt die Tatsache, dass wir nun rund 1000 Ingenieure in Forschung und Entwicklung haben und wir der einzige Frequenzumrichter-Hersteller mit einer eigenen F&E sowie Fertigung für Leistungsmodule sind", betont Vesa Laisi und ergänzt: "Wir planen, weiter zu expandieren. Dabei ist es von größter Wichtigkeit für unsere Kunden, dass die etablierten Produktlinien VLT und Vacon für die nächsten Jahre bestehen bleiben."
Dementsprechend stellt Danfoss in Nürnberg überwiegend Weiterentwicklungen bestehender Produkte vor. Zu nennen ist hier beispielsweise die Integrated Motion Control für den VLT AutomationDrive FC 302. Sie ermöglicht dem Anwender, Aufgaben zur Positionierung und Synchronisation auch ohne Drehgeber zu lösen. "Bisher mussten solche Anwendungen, auch wenn sie deren Performance nicht unbedingt brauchten, durch die Verwendung relativ teurer und technisch aufwendiger Servoantriebe gelöst werden", so Laisi.
Ebenfalls eine Weiterentwicklung ist der VLT Midi Drive FC 280. Er soll langfristig den etablierten VLT 2800 ersetzen und dem Anwender mehr Möglichkeiten durch seine Kommunikationsfähigkeit mit den gängigsten Feldbussen bieten. Zudem besitzt er integriertes STO und viele weitere, neue Features. Der bekannte Vacon 100 schließlich ist nun im Leistungsbereich bis 800 kW und Spannungen von 380 bis 690 Volt, sowie in Varianten wie Wandmontage beziehungsweise im Schaltschrank installiert bei Leistungen über 75 kW erhältlich. "Die wichtigste Neuigkeit ist aber, dass wir kommendes Jahr den Mittelspannungsfrequenzumrichter Vacon 3000 auf den Markt bringen werden, mit einem Leistungsbereich bis 11 MW in 3,3 und 4,16 kV", blickt Vesa Laisi in die Zukunft und verbindet damit die Erwartung: "Dies wird uns neue Impulse geben für Anwendungen in Branchen wie Marine- und Offshore, Bergbau sowie Öl und Gas."










