Geschäftsjahr 2021
6,7 Mrd. Euro Gewinn für Siemens
Drei Mal hob Siemens im laufenden Geschäftsjahr 2021 seine Prognose an und hat sie nun deutlich übertroffen: Das Ergebnis nach Steuern stieg um 59 % auf 6,7 Mrd. Euro.
Siemens ist sehr gut durch die Corona-Pandemie gekommen. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres (GJ) 2021 konnte der Konzern bereits drei Mal sehr gute Zahlen vorlegen und hob infolgedessen die Prognose für das laufende Jahr drei Mal an. Die Prognosen hat Siemens nun übertroffen: Der Auftragseingang im Gesamtjahr belief sich auf 71,4 Mrd. Euro (+21 %; GJ 2020: 58 Mrd. Euro), die Umsatzerlöse auf 62,3 Mrd. Euro (+11,5 %; GJ 2020: 55,3 Mrd. Euro) und der Gewinn nach Steuern konnte um 59 % auf 6,7 Mrd. Euro (GJ 2020: 4,2 Mrd. Euro) gesteigert werden. Der Freien Cash Flow erreichte mit 8,2 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert; im Geschäftsjahr 2020 lag dieser bei 6,4 Mrd. Euro. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie für den Gewinn nach Steuern belief sich auf 7,68 Euro (GJ 2020: 5,00 Euro). Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, die sogenannte Book-to-Bill-Ratio, liegt bei 1,15.
Profitiert hat Siemens von der wirtschaftlichen Erholung und dem Wachstum in Schlüsselmärkten wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, der Elektroindustrie und vielen infrastrukturbezogenen Branchen. Das Konzernwachstum erstreckte sich über alle vier industriellen Geschäfte.
Starkes viertes Quartal
Im vierten Quartal stieg der Auftragseingang auf 19,1 Mrd. Euro (Q4/20: 15,1 Mrd. Euro). Die Zuwächse erstrecken sich über alle Industriellen Geschäfte und Berichtsregionen, angeführt von Digital Industries und Mobility. Ebenso stiegen die Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis um 10 % auf 17,4 Mrd. Euro (Q4/20: 14,8 Mrd. Euro). Dieser Anstieg war vor allem auf ein prozentual zweistelliges Wachstum bei Digital Industries und Siemens Healthineers zurückzuführen. Das Book-to-Bill-Verhältnis liegt mit 1,09 weiter deutlich über 1.
Der Gewinn nach Steuern lag mit 1,330 Mrd. Euro deutlich niedriger als im Vergleichszeitraum. Das liegt unter anderem daran, dass das Q4/20 einen Gewinn aus der Abspaltung von Siemens Energy enthielt.
Das Angepasste EBITA der Industriellen Geschäfte belief sich auf 2,3 Milliarden Euro nach 2,6 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Im Vorjahr hatte das Angepasste EBITA von einem positiven Effekt in Höhe von 0,5 Mrd. Euro im Zusammenhang mit der Beteiligung an Bentley Systems profitiert.
Wachstum für Geschäftsjahr 2022 erwartet
Auch im kommenden Jahr erwartet Siemens ein Wachstum, wenn auch ein langsamer. War der Umsatz 2021 noch um 13 % auf 62,3 Mrd.Euro gestiegen, soll das Plus nun nur noch im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen - vorausgesetzt, es gibt ein weiteres Wachstum und die Engpässe in den Versorgungsketten lassen im Verlauf des Geschäftsjahrs 2022 nach.
Die Sparten im Überblick - Starkes Wachstum in der Fabrikautomatisierung
Digital Industries konnte im vierten Quartal sowohl im Auftragseingang (+34 % auf 5,520 Mrd. Euro) also auch bei den Umsatzerlösen (+17 % auf 4,542 Mrd. Euro) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegen. Vor allem die Geschäfte im Bereich Fabrikautomatisierung und Motion Control legten ordentlich zu. Dies ist auf die fortsetzende Erholung im Automobil- und Maschinenbau zurückzuführen; diese Bereiche verzeichneten trotz gestiegener Materialpreise einen zweistelligen Zuwachs. Hinzu kam, dass die Automatisierungsgeschäfte ihre Risiken in der Versorgungskette weiterhin erfolgreich bewältigen konnten, insbesondere jene in Zusammenhang mit elektronischen Bauteilen. Das Softwaregeschäft konnte höhere Aufwendungen für cloudbasierte Aktivitäten auffangen, einschließlich erster Auswirkungen aus der Umstellung von Teilen des Geschäfts auf Software as a Service (SaaS).
Auch Smart Infrastructure konnte zulegen: Das Wachstum im Auftragseingang (+11 % auf 4,188 Mrd. Euro) und bei den Umsatzerlösen (+8 % auf 4,207 Mrd. Euro) ist in erster Linie auf das Produkt- und Systemgeschäft zurückzuführen, welches größere Aufträge von Halbleiterherstellern in den USA enthielt. Zudem konnten größere Unterbrechungen in der Versorgungskette vermieden und so die Lieferfähigkeit aufrechterhalten werden.
Siemens Mobility ist in allen Geschäften gewachsen. Hauptausschlaggebend dafür sind Großaufträge im Schienenfahrzeuggeschäft, unter anderem mit einem 0,4-Mrd.-Euro-Auftrag in Österreich für Regionalzüge sowie zwei Aufträgen im Wert von jeweils 0,1 Mrd. Euro für Lokomotiven in Deutschland und der Slowakei. Die Umsatzsteigerung ist größtenteils auf das Bahninfrastrukturgeschäft zurückzuführen, unter anderem mit beträchtlichem Wachstum bei Mainline-Aktivitäten. Insgesamt wurde das Wachstum jedoch durch operative Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie beschränkt. Im Oktober 2021 hat Mobility seine Akquisition von SQCAP (Sqills), Niederlande, abgeschlossen, einem Anbieter von cloudbasierter Software für Bestandsverwaltung, Reservierungs- und Ticketbuchung für öffentliche Verkehrsbetriebe.
Bei Siemens Healthineers unterstützen die Portfolioeffekte infolge der Akquisition von Varian das Wachstum von Auftragseingang um 21 % und Umsatzerlösen um 18 %. Erträglich war vor allem das Diagnostics-Geschäft aufgrund des Volumens bei Coronavirus-Antigen-Schnelltests und eines höheren Testvolumens für Routineuntersuchungen.













