OPC Foundation
OPC UA - Die Marschroute
Vor einem Jahr gab die OPC Foundation auf der SPS IPC Drives als klares Ziel aus: OPC UA soll zwischen 2017 und 2019 zu einem weltweiten Standard des Internets der Dinge werden. Auf der diesjährigen Pressekonferenz zog Stefan Hoppe, Vice President der OPC Foundation, ein Resümee des letzten Jahres und gab einen Ausblick auf anstehende Aktivitäten.
"Die Demowand auf der Messe platzt aus allen Nähten", freut sich Stefan Hoppe über die zunehmende Verbreitung des Standards. Insbesondere die Integration von OPC UA in die Codesys-SPS-Lösung von 3S und in die Festo-Steuerung hebt der Vice President hervor.
Was aber ist im vergangenen Jahr sonst noch alles geschehen? Fokus der Aktivitäten seien vor allem die Aktionen in Nordamerika gewesen, die Sichtbarkeit und Adaption von OPC UA kämen gut vorankommen. "Firmen wie Honeywell, General Electric und National Instruments sind die Big-Player in Nordamerika, die OPC UA auch weltweit stark pushen", lobt Hoppe das Engagement der Firmen. Er gibt sich überzeugt, dass noch weitere große US Automatisierungsfirmen OPC UA zügig adaptieren: "Der Druck durch den Markt nimmt zu!" So habe Emerson erste Produkte für 2016 angekündigt und mit Microsoft sei auch einer der IT-Riesen sehr aktiv in der technischen OPC-UA-Arbeitsgruppe: Der Konzern helfe aktiv mit, das Message-Protokoll AMQP als weitere Transportschicht in den OPC UA Stack zu integrieren. Nach einem Update des UA Stacks könnten damit alle bereits bestehenden OPC-UA-Produkte direkt Daten mit Cloud-Systemen austauschen – eine eigene Implementierung inklusive aufwendiger Security sei somit nicht nötig.
Neue Partnerschaften
Die OPC Foundation versucht aber auch über Kooperationen mit anderen Organisationen die Verbreitung von OPC UA voranzutreiben. "Wir haben Kooperationen mit der Profibus&Profinet International, der EPSG Powerlink, Sercos International und der m2m-Alliance geschlossen", Organisationen, die alle OPC UA als gesicherten Transportkanal nutzen, um Interoperabilität zu anderen Systemen zu erlangen“, so Hoppe. "Die enge Zusammenarbeit unserer beider Organisationen und Technologien wird unseren Kunden eine nahtlose Kommunikation vom ERP-System bis zur Sensor-Ebene ermöglichen“, sagt etwa Stefan Schönegger, Geschäftsführer der EPSG. Und Peter Lutz, Managing Director Sercos International belegt die Kooperation bereits mit Ergebnissen: Seine Organisation hat in den letzten zwei Jahren eigenständig an einer OPC-UA-Companion-Spezifikation gearbeitet.
Das Thema Kooperation stand auch im Mittelpunkt der gemeinsamen Pressekonferenz von OPC Foundation und FDT Group am zweiten Messetag: "Sinnvolle Informationen über den Status der Anlage, sind der Schlüssel für die Geschäftsmodell von morgen", ist sich Glenn Schulz, Managing Director der FDT Group, sicher. "Zwei der bekanntesten Standards in der Fabrik- und Prozessautomatisierung haben sich jetzt zusammengetan, um dem Nutzer einen noch nie dagewesenen Zugang zu Echtzeit-Informationen in seinem Unternehmen zu ermöglichen." Der FDT Standard sei dabei der Kern, um auf Informationen von Millionen von FDT-befähigten Geräten im Feld zuzugreifen. Der OPC-UA-Standard hingegen offeriere die Infrastruktur, diese Daten in tausenden von Applikationen und Plattformen zu nutzen. Das Zusammenspiel dieser zwei Standards ermögliche den Sensoren, Informationen durch Netzwerke und Topologien transparent zur Verfügung zu stellen. Mobile Endgeräte, ERP-Systeme, die Cloud und IIOT/Industrie 4.0 seien zudem in der Architektur schon berücksichtigt.
Auch wenn die OPC Foundation auf dem internationalen Parkett insbesondere durch die DDS-Aktivitäten innerhalb des Industrial Internet Consortium Gegenwind erfährt, gibt sich Stefan Hoppe bezüglich der Druchsetzung von OPC UA als weltweitem Standard optimistisch: "OPC UA ist im Umfeld von Industrie4.0 bereits gesetzt. Mit den technologisch getriebenen Erweiterungen wie Pub/Sub und AMQP hat es das Potenzial, ein akzeptierter weltweiter Standard für das IIoT zu werden".













