Drahtlose Kommunikation / Wireless
Fieldbus Foundation segnet Backhaul-Architekturmodell ab
Die Fieldbus Foundation hat die Genehmigung eines Backhaul-Architekturmodells angekündigt, das gemeinsam mit dem ISA100-Normenausschuss entwickelt wurde. Das Modell stellt ein Framework bereit, über das mehrere Kommunikationsprotokolle über ein gemeinsames drahtloses Backhaul-Netzwerk in Prozessautomatisierungssystemen laufen können.
Der Begriff ‚Backhaul‘ steht für die Anbindung eines vorgelagerten, meist hierarchisch untergeordneten Netzknotens an einen zentralen Netzknoten. Der Begriff beschreibt nur die Funktion der Anbindung und trifft keine Aussage über die zur Realisierung verwendete Technik. Im Juni 2008 riefen daher die Führungskräfte von ISA100 eine neue Arbeitsgruppe ins Leben, die ISA100.15 – Wireless Backhaul Networks Working Group, um Normen und technische Berichte für einen oder mehrere dedizierte oder gemeinsame Wireless-Backhaul(s) zu entwickeln, die Technologien mit mehreren Anwendungen unterstützen.
Zur gleichen Zeit entschieden die Endanwender der Fieldbus Foundation, dass der Wireless-Backhaul von entscheidender Bedeutung für die ‚Foundation for Remote Operations Management-Technologie‘ – kurz Foundation for ROM – ist. Diese ermöglicht die Feldbusvernetzung mit Remote I/O und führenden industriellen Wireless-Protokollen und ist die erste erfolgreiche Integration von ISA100.11a, WirelessHART, verdrahtetem HART und verdrahteten H1-Protokollen in eine einzige Standardumgebung, ohne dabei die Diagnosefähigkeiten der bestehenden Drahtlosgeräte zu beeinträchtigen. Stattdessen werden diese Funktionen in die Foundation-Blockstruktur integriert, um eine Standardumgebung für Datenmanagement und -qualität bereitzustellen. Dadurch erübrigen sich hochgradig benutzerdefinierte Lösungen, deren Instandhaltung während des Anlagenlebenszyklus viel kostenintensiver ist.
Feldpräsentationen bei bedeutenden Endanwendern
Der Abschluss der Wireless-Backhaul-Arbeiten ist laut Dave Glanzer, Leiter der Abteilung für technische Entwicklung der Fieldbus Foundation und Mitvorsitzender der Arbeitsgruppe, „ein wichtiger Meilenstein und unterstützt die Implementierung des High-Speed-Ethernet(HSE)-Backhaul der Fieldbus Foundation.“ Geplant sind jetzt eine Reihe von Feldpräsentationen mit dem drahtlosen HSE-Backhaul. Diese werden bei bedeutenden Endanwendern wie Reliance Industries (Indien), Petrobras (Brasilien) und Saudi Aramco (Saudi-Arabien) stattfinden. Weitere Endanwender in Japan und Europa werden sich Glanzer zufolge dem Programm voraussichtlich noch anschließen.
Im Rahmen dieser Lösung bietet Foundation for ROM eine Möglichkeit, eine große Anzahl diskreter und analoger Feld-I/O per HSE-Kommunikation zurück an die Leitwarte zu übermitteln. Sie nutzt zudem die Electronic Device Description Language (EDDL) und Funktionsblöcke, um die Interoperabilität mit anderen Foundation for ROM-Geräten sicherzustellen. „Das ist der Schlüssel für eine optimierte Integration wichtiger Funktionsbereiche wie Überwachung des Maschinenzustands, Sicherheitsverriegelungen, Brand- und Gasmeldesystemen und Videoüberwachung“ – so Glanzer.





