TSN plus OPC UA
Die ODVA zieht nach
Die ODVA gründet jetzt eine interne 'Special-Interest-Group', um einen neuen Netzwerk-Stack zu entwickeln. Dieser Stack soll ein natives OPC-UA-Informationsmodell und Sicherheitsmerkmale mit CIP-Profilen und Diensten harmonisieren.
Die ODVA hat unlängst ein Ad-hoc-Komitee gegründet, um die technischen Anforderungen für Anwendungsfälle in IIOT- und Echtzeit-Automatisierungsanwendungen zu analysieren und die Geräteprofile sowie Dienste des Common Industrial Protocol (CIP) in Verbindung mit OPC UA zu bewerten. Die ODVA hat diese Untersuchung abgeschlossen und nun die Gründung einer neuen Special Interest Group (SIG) genehmigt.
Diese SIG wird eine neue, offene, einheitliche, standardbasierte IIoT-Kommunikationslösung für Sensoren, Aktoren, Steuerungen, Software und Cloud definieren, die den Anforderungen der industriellen Automatisierung in Kombination mit dem Informationsaustausch zwischen OT- und IT-Systemen gerecht werden soll. Bis zur Wahl des Markennamens für die neue ODVA-Technologie und den neuen Standard wird der Name ‚NewTEC‘ für das neue Netzwerk verwendet.
Ein mehrjähriges Projekt
NewTEC integriert das native OPC-UA-Informationsmodell und Sicherheitsmerkmale mit CIP-Profilen und -Diensten. Für hochperformante Echtzeit-Anwendungen und die Konvergenz von Echtzeit- und Nicht-Echtzeit-Anwendungen soll es für die Einbindung optionaler Mechanismen für TSN (Time Sensitive Networking) optimiert werden.
Die Entwicklung der ersten Version der ODVA-Spezifikation für NewTEC ist als großes, mehrjähriges Projekt angelegt. Um die für diese Entwicklung notwendigen Ressourcen zu unterstützen und den Esprit de Corps unter den New-TEC-Akteuren in der Anfangsphase der Arbeiten zu fördern, hat die ODVA eine ‚NewTEC Start-up Community‘ gegründet.

Der Shaper-Knoten
Die ODVA hat am 16. August verkündet, einen neuen Netzwerkstack zu entwickeln, der ein natives OPC UA Informationsmodell mit den CIP-Profilen harmonisiert. In welchem Kontext ist diese Meldung zu sehen? Was hat dies mit den Shapern und der OPC Foundation zu tun?
Einfluss der Shaper-Aktivitäten?
Inwieweit die Aktivitäten mit der Entscheidung von Rockwell Automation am 24. April dieses Jahres zusammenhängen, bleibt offen. Damals hatte Rockwell – Hauptakteur der ODVA – bekannt gegeben, sich den Firmen ABB, Belden, Bosch Rexroth, B&R, Cisco, Hilscher, KUKA, National Instruments, Phoenix Contact, Pilz, Schneider Electric, TTTech und WAGO – zusammen als ‚Shapers‘ bekannt – anzuschließen, um eine Kommunikationslösung für Echtzeit- und Sensor-to-Cloud-Anwendungen im industriellen Umfeld zu entwickeln. Die von den Shapern favorisierte und auf OPC UA basierende Lösung, ermöglicht eine einfache und sichere Nutzung von Informationen über verschiedene Herstellersysteme hinweg. Zudem wird die Latenz und Robustheit in konvergierten industriellen Netzwerken durch TSN (Time-Sensitive-Networking) verbessert.
„Um Systeme mehrerer Hersteller durchgängig miteinander zu verbinden, ist eine harmonisierte, interoperable Lösung erforderlich, die sowohl konsistente Informationsmodelle als auch konsistentes Kommunikations- und Anwendungsverhalten – zusammen als Anwendungsprofile bekannt – bietet,“ sagte Paul Brooks, Business Development Manager bei Rockwell Automation. Damals hieß es noch, dass die Unternehmen Mitte des Jahres die genaue Vorgehensweise zur Harmonisierung der Anwendungsprofile bekannt geben werden. Damit sollte dann die letzte Hürde zur vollkommenen Interoperabilität genommen werden. Teil des Ziels ist die Zertifizierung der Gesamtlösung aus einer Hand – bis hin zur Ebene der Anwendungsprofile.









