Plattform Industrie 4.0 und IIC
Die Annäherung
Nicht Konkurrenz sondern Kooperation – diesen Anspruch mit Leben zu füllen, haben sich nun die Initiativen 'Plattform Industrie 4.0' und das 'Industrial Internet Consortium' auf die Fahnen geschrieben.
Am 2. März 2016 haben die deutsche 'Plattform Industrie 4.0' und das 'Industrial Internet Consortium' im Rahmen einer Pressekonferenz die engere Zusammenarbeit beider Organisationen verlautbart.
Der Ankündigung war ein Treffen von Vertretern beider Initiativen im November vergangenen Jahres in Zürich vorausgegangen. Quasi auf "neutralem" schweizer Boden trafen sich Vertreter von Bosch, Cisco, IIC, Pepperl+Fuchs, SAP, Siemens, ThingsWise und des Steinbeis Instituts um auszuloten, ob es eine Basis für eine engere Zusammenarbeit der Plattform und des IIC geben könne.
In den letzten 18 Monaten hatte es immer wieder Diskussionen über ein Konkurrenz-Verhältnis der beiden Initiativen gegeben. Diskussionen, die weniger technisch fundiert, denn emotional geführt worden seien. Auf der anderen Seite gäbe es aber auch immer mehr Firmen, die in beiden Initiativen aktiv sind. "Die Markt-Konfussion zu reduzieren und die technischen Inhalte der jeweils anderen Organisation zu verstehen, wurde immer dinglicher", heißt es in der Zusammenfassung dieses Gesprächs.
Abgleich der Referenzarchitekturen
Im Mittelpunkt des Züricher Gesprächs standen denn auch die Referenz-Architekturen der beiden Initiativen – RAMI 4.0 und IIRA. Die Experten glichen ab, welche Bestandteile der Architekturen lediglich mit unterschiedlichem Vokabular bezeichnet werden, welche Bestandteile sich tatsächlich gleichen oder aber doch wesentlich unterscheiden. Dabei stellten die Experten fest, dass ein Merger beider Architekturen sowohl unpraktikabel als auch wenig wünschenswert sei, da die Architekturen eine unterschiedliche Zielrichtung hätten: Industrie 4.0 mit dem RAMI fokussiere auf das Fabrikumfeld; das IIC mit IIRA hingegen umspanne über einzelne Anwendungsbereiche hinweg das Gesamtthema des Internet der Dinge.
Da die beiden Ansätze also nicht direkt miteinander konkurrieren, sondern sich vielmehr ergänzen, wollen die Experten die Kooperation der Initiativen intensivieren. Sprich: es soll bezüglich notwendiger Standardisierungen zusammengearbeitet werden und auch gemeinsame Testumgebungen genutzt werden. – Für diese Aufgaben soll bereits eine gemeinsame Roadmap existieren.










