TU Darmstadt
Effiziente Energie für die Prozessindustrie
Das Forschungsprojekt ‚Mistral‘ unter Koordination der TU Darmstadt entwickelt eine Methodik, die Unternehmen bei der Planung ihrer standortspezifischen Transformation unterstützt. Ziel ist es, Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen systematisch miteinander zu verknüpfen, um beste Möglichkeiten zur Energieeinsparung für die Industrieunternehmen zu finden.
Industrieunternehmen stehen unter dem wachsenden Druck, ihre Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten. Zu den zentralen Stellhebeln gehört dabei die Wärme- und Kälteversorgung. Gleichzeitig erschwert die Vielzahl möglicher Maßnahmen und deren Wechselwirkung den Firmen eine klare strategische Entscheidung. Das Forschungsprojekt ‚Mistral‘ will hier Abhilfe schaffen und wurde unlängst mit einem Gesamtvolumen von 6 Mio. Euro bewilligt.
Die Forschungsgruppe ETA am Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) sowie die Arbeitsgruppe Diskrete Optimierung der Technischen Universität Darmstadt entwickeln gemeinsam mit Partnern aus der Industrie eine Methodik, die Unternehmen bei der Planung ihrer standortspezifischen Transformation unterstützt. Hierbei werden Ansätze der mathematischen Optimierung und dynamischen Simulation genutzt. Ziel des Forschungsverbundprojekts Mistral (Methodik für integrierte, standortweite Transformationskonzepte industrieller Liegenschaften) ist es, Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen – von der Energieinfrastruktur über Prozesse bis zur langfristigen Standortentwicklung – systematisch zu erfassen und miteinander zu verknüpfen, um beste Möglichkeiten zur Energieeinsparung für die Industrieunternehmen zu finden.
Die Methodik soll als Software umgesetzt Unternehmen aus den Branchen Chemie, Pharma, Lebensmittel, Papier und Grundstoffe befähigen, aus einem breiten Spektrum an Optionen diejenigen Maßnahmen auszuwählen, die sowohl ihre individuellen Nachhaltigkeitsziele als auch ökonomische und regulatorische Randbedingungen erfüllen. Als Grundlage dienen Referenzanwendungsfälle aus energieintensiven Branchen.
„Die in Mistral erarbeiteten Methoden werden die Unsicherheit bei der Planung von Transformationsmaßnahmen hin zu einer ,Netto-Null-Emissionen‘-Produktion – also dem Ziel, dass ein Unternehmen genauso viele Treibhausgase bindet, wie es freisetzt – an komplexen Produktionsstandorten verringern“, so Projektleiter Michael Frank vom PTW. „Durch unser breites Industriekonsortium stellen wir dabei die Anwendbarkeit unserer Lösungen sicher und tragen zur Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen in Deutschland bei.“
Der enge Austausch innerhalb des Projektkonsortiums eröffnet den beteiligten Unternehmen die Möglichkeit, direkt an einem praxistauglichen Transformationskonzept mitzuwirken. Zudem können sie Impulse an relevante Akteurinnen und Akteure der Energie- und Wirtschaftspolitik geben. Das Forschungsverbundprojekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms. Mistral wird durch den Projektträger Jülich betreut.










