Interview mit Bernhard Erdl, Puls
„Better Power“ für die Industrie
Puls definiert mit ‚Planet‘ das Konzept ‚Better Power‘ neu: Hohe Effizienz, kompaktes Design, dynamische Leistungsanpassung und clevere Monitoringfunktionen steigern Anlagenverfügbarkeit und Nachhaltigkeit. Chef-Entwickler Bernhard Erdl im Interview.
Was bedeutet ‚Better Power‘ konkret für Puls und wie setzt Planet dieses Versprechen um?
‚Better Power‘ ist ein Leistungsversprechen an unsere Kunden. Wir verschieben technologische Grenzen in jeder Dimension der Stromversorgung und bieten durch Innovation einen messbaren Mehrwert. Mit ‚Planet‘ wird dieses Versprechen konkret: Die neue Generation unserer 960-W-DIN-Schienen-Stromversorgungen ist rund 30 % effizienter, kompakter und langlebiger als die Vorgängermodelle. Praktische Features wie aktives Load-Sharing und eine integrierte LED-Lastanzeige steigern die Anwenderfreundlichkeit. Planet verkörpert damit genau das, was wir unter „Better Power“ verstehen: stetige Verbesserungen in Effizienz, Zuverlässigkeit und Bedienkomfort.
Was bedeutet „dynamische Leistung“ im Kontext von Planet und warum ist das für moderne, schnell reagierende Maschinen so wichtig?
In herkömmlichen Industrienetzteilen sind Leistungsreserven statisch, etwa 150 % für bis zu vier Sekunden. ‚Planet TP960‘ geht hier neue Wege: Die dynamische Leistung beschreibt die Fähigkeit, flexibel auf wechselnde Lastanforderungen zu reagieren. So liefert das Netzteil beispielsweise 200 % für 15 Sekunden oder auch nur 130 % für 22 Sekunden – vollautomatisch und perfekt abgestimmt auf den momentanen Leistungsbedarf der Anwendung.
Wie unterstützt die neue Generation der DIN-Schienen-Stromversorgungen eine höhere Anlagenverfügbarkeit und Prozessstabilität?
Zuverlässigkeit ist für uns ein zentrales Thema. Mit einer Mean Time Between Failures (MTBF) von bis zu 325.000 Stunden und einer Mindestlebensdauer von über 100.000 Stunden bei 100 % Last und 40 °C Umgebungstemperatur sorgen die Planet-Lösungen für ein hohes Maß an Betriebssicherheit.
Unser TP960 ist auch die erste DIN-Schienen-Stromversorgung mit Load Share Bus im Parallelbetrieb. Diese Lösung ermöglicht es, dass mehrere Netzteile automatisch die Stromlast untereinander aufteilen. Dadurch entfällt das mühsame Angleichen der Ausgangsspannungen mit dem Multimeter. Die Installation geht deutlich schneller, und die Regelung der Ausgangsspannung bleibt auch bei plötzlichen Laständerungen stabil und präzise. Das alles trägt zu einer deutlich höheren Prozessstabilität und Anlagenverfügbarkeit bei.
Wie trägt die kompakte Bauform und das optimierte thermische Design zur Platz- und Energieeffizienz im Schaltschrank bei?
In modernen Anlagen ist Platz gleich Kosten. Auf die kompakten 79 mm Baubreite und 1,1 kg bei einem 3-phasigen 960-W-Netzteil sind wir wirklich stolz. Ein entscheidender Faktor ist der hohe Wirkungsgrad von über 97 %, der die Verlustwärme deutlich reduziert. Dadurch lassen sich die Geräte kleiner bauen und verbrauchen weniger Energie.
Welche Möglichkeiten bietet Planet, um Wartung und Diagnose in automatisierten Anlagen zu vereinfachen, etwa durch Monitoring- oder Kommunikationsfunktionen?
Die dreiphasigen Planet-Netzteile sind mit einer integrierten LED-Lastanzeige ausgestattet, über die der Anwender auf einen Blick erkennen kann, wie stark das Netzteil gerade ausgelastet ist oder ob eine Störung vorliegt. Das spart Zeit und macht zusätzliche Messgeräte oft überflüssig. Und weil wir die Zukunft schon mitdenken, ist eine Variante mit IO-Link-Schnittstelle bereits in Entwicklung. Sie wird künftig noch detailliertere Diagnose- und Monitoringmöglichkeiten eröffnen.
Inwiefern kann Planet helfen, die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit industrieller Produktionssysteme messbar zu verbessern?
Dank dem außergewöhnlich hohen Wirkungsgrad über nahezu den gesamten Lastbereich sinkt die Verlustleistung deutlich. Das spart Energie und reduziert die CO₂-Emissionen. Zudem strahlt die Stromversorgung weniger Wärme ab. Dadurch sinkt die Temperatur im Schaltschrank, was die Lebensdauer der Systemkomponenten verlängert und den Energiebedarf für die Kühlung reduziert. Diese Einsparungen sind ökologisch sinnvoll und wirken sich positiv auf die Betriebskosten aus.
Wie sieht Puls die Rolle von Planet als Basis für zukünftige, intelligente Stromversorgungslösungen in der Automatisierung?
Wir entwickeln unsere Netzteile grundsätzlich mit Blick auf die Zukunft. Jedes Puls-Gerät ist auf eine optimale Performance über viele Jahre ausgelegt. Planet bildet hier die Basis für die nächste Generation intelligenter Stromversorgungen. Die aktuell vorgestellten dreiphasigen Varianten sind der Startpunkt. Schon in der Entwicklung haben wir darauf geachtet, dass im Design genügend Platz für Erweiterungen bleibt, etwa für IO-Link-Module oder integrierte Entkopplungslösungen für redundante Systeme. Wenn man sich ansieht, wie sich unsere ‚Dimension‘-Familie in den letzten Jahren entwickelt hat – mit immer neuen Leistungsklassen, Features und Ergänzungsgeräten – dann kann man sich vorstellen, was Planet in Zukunft noch bieten wird. Für uns ist Planet nicht nur ein neues Produkt, sondern eine Plattform, die das Fundament für die kommenden Jahre bildet.









