Harting / Smart Power Networks
Auf dem Sprung zur Serienreife
Zur Hannover Messe stellte die Harting Technologiegruppe das Konzept Smart Power Networks vor. Was es mit diesem Netzwerk auf sich hat und bis wann serienreife Produkte zu erwarten sind, erläutert Dr. Michael Groß im Interview.
Herr Dr. Groß, was steckt hinter dem Arbeitstitel Smart Power Networks?
Zur Steigerung der Energieeffizienz in Fabrikanlagen erweitern wir die klassische Energieverteilung in Anlagen funktional durch Smart Power Units und eine Systemsoftware.
Die Ethernet-Switche in den Units erfassen dabei Messdaten über die Energieverbräuche zum Beispiel an den Einspeisevorrichtungen der Hallen oder Anlagen. Die gesammelten Daten werden dann über das Standard Ethernet transportiert und über eine Systemsoftware abgespeichert, ausgewertet und visualisiert. Eine der Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung ist das Pausenmanagement in Anlagen. Dabei werden bei geplantem oder ungeplantem Stillstand der Anlage nicht benötigte Verbraucher wie Kälte- oder Wärmeregister, Antriebe für Förderbänder und Laser in Abstimmung mit dem Prozess abgeschaltet.
Was haben Sie bis dato realisiert? Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Nach der ersten Umsetzung eines Netzwerk-Managements in der Anlage steht nun als logische Fortsetzung die Applikations-Integration an. Ziel ist es, eine nahtlose Integration des Smart Power Networks in alle relevante Unternehmens-Applikationen zu realisieren. Damit erreichen wir eine Steuerung und Regelung der Energieflüsse um etwa den Energieeinsatz und die Produktions- bzw. Anlagenprozesse aufeinander abstimmen zu können.
Was ist jetzt auf der SPS/IPC/Drives zu sehen?
Auf der SPS zeigen wir eine Live-Schaltung in die SmartFactory des Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Kairserslautern. Zu sehen sind unter anderem auf dem dortigen Systemrechner die realen Energieverbrauchskurven der Modellapplikation. Anhand der SmartFactory lässt sich der Nutzen einer Power-Netzwerkinfrastruktur schön nachvollziehen, da neben der Erfassung der Energiedaten auch ein aktives Netzwerkmanagement umgesetzt ist.
Welche Rolle spielt die Smart Factory des DFKI in punkto Smart Power Networks?
Im Rahmen einer mehrjährigen Zusammenarbeit mit dem DFKI hat Harting die Smart Power Networks Technologie in die SmartFactory eingebracht. Die klassische Energieverteilung wurde durch Smart Power Units und eine Systemsoftware funktional erweitert und dient als Modellapplikation, auch für die weiteren Ausbauschritte. Erreicht wurde ein konvergentes Netzwerk, das die Daten und Energie-Netzwerkinfrastruktur umfasst. Das Netzwerkmanagement ermöglicht das Erfassen und Lenken der Energieflüsse. Zukünftiges Ziel ist die Integration der Energieflüsse in die Anlagentechnik und -steuerung gemeinsam mit dem DFKI voranzutreiben und umzusetzen und in der SmartFactory zu evaluieren.
Wann sind konkrete Produkte für Smart Power Networks zu erwarten?
Zur Hannover Messe werden wir erstmalig ein System zur Energieeinsparung, sprich Energieeffizienzsteigerung, vorstellen. Dieses System bestehend dann aus solchen Smart Power Units und einer Systemsoftware mit denen sich die in der SmartFactory beispielhaft umgesetzten Maßnahmen auch in Industrieanlagen realisieren lassen.










