Industriesteuerungen und Schaltanlagen

Von Andreas Knoll | Davina Spohn,

ZVEI prognostiziert schwarze Null

Ein Wachstum von nur knapp über Null im laufenden Jahr prognostiziert der ZVEI-Fachbereich Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen für die von ihm vertretene Branche.

Roland Bent, ZVEI / Phoenix Contact: "Mittelfristig erwarten wir in unserem Segment wieder Wachstum."

© Phoenix Contact

"Mittelfristig erwarten wir in unserem Segment wieder Wachstum", betont Roland Bent, Geschäftsführer Marketing und Entwicklung von Phoenix Contact. "Die anstehenden Herausforderungen wie Elektromobilität, Ausbau der erneuerbaren Energien, Umbau der heutigen Stromnetzinfrastruktur zu Smart Grids und Sicherung einer leistungsfähigen Transportinfrastruktur werden ohne unsere Anlagen und die dazugehörende Sensorik nicht möglich sein." Rudolf Cater unterstreicht diese Einschätzung: "Eigenstromverbrauch und Energiespeicherung werden an Bedeutung gewinnen - auch in der Industrie. Dies wird das Geschäft mit Energieverteilungs-Anlagen beleben."

Nach der Umsatzerholung seit 2009 befindet sich die Fabrikautomatisierung derzeit in einer "Seitwärtsbewegung". Die meisten Anbieter von Schaltgeräten, Schaltanlagen und Industriesteuerungen sprechen dem Fachbereich zufolge beim Umsatzwachstum für 2013 von einer "schwarzen Null". Nachdem hierzulande im Jahr 2012 viele Firmen noch ein leichtes Plus erzielt hatten, waren Auftragseingang und Umsatz im ersten Halbjahr 2013 leicht rückläufig. Seit Mai ziehen die Geschäfte wieder etwas an. Nur die Hersteller von Sensoren erreichten im ersten Halbjahr ein leichtes Plus im niedrigen einstelligen Bereich.

Als Grund für die derzeitige Wachstumsschwäche nennt der Fachbereich fehlende Impulse im Inland aus dem Maschinenbau und aus der Erneuerbare-Energien-Branche. Im ersten Quartal 2013 machte demnach der ungewöhnlich lange Winter den Schaltanlagenherstellern zu schaffen, im gesamten ersten Halbjahr die Markthalbierung im Photovoltaik-Geschäft. Zudem halten sich derzeit auch die großen Energieversorger bei großen Investitionen zurück.

Der Export lag laut dem Fachbereich im ersten Halbjahr 2013 leicht über dem Niveau des gleichen Zeitraums 2012. Der Markt in China war 2012 infolge der dortigen Sparpolitik deutlich rückläufig. Er zieht jetzt wieder an, wenngleich nicht mehr mit den zweistelligen Wachstumsraten der Vorjahre. Die Geschäfte in den USA und besonders in Südamerika entwickeln sich nach Angaben der Unternehmen durchweg positiv. Den Markt in der EU bezeichnen die Firmen zurzeit als "schwierig". Infolge der als Eurokrise bezeichneten Staatsverschuldungs- und Bankenkrise bleiben die Umsätze vor allem in den südeuropäischen Ländern hinter den Erwartungen zurück, desgleichen in Skandinavien, den Benelux-Ländern und Frankreich. Insgesamt gehen die meisten Firmen daher für 2013 von Stagnation aus.

Die Mitgliederversammlung des Fachbereichs bestätigte Roland Bent für weitere drei Jahre als Vorsitzenden. Zum stellvertretenden Vorsitzenden neu gewählt wurde Rudolf Cater, und im Amt bestätigt wurde Eckard Eberle, CEO der Business Unit Industrial Automation Systems von Siemens.

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