Nachgehakt bei Uwe Keiter

Meinrad Happacher,

Zum Neustart der Organization for Machine Automation and Control (OMAC)

Vor 17 Jahren wurde die „Organization for Machine Automation and Control“ – kurz OMAC – ins Leben gerufen, um die Etablierung offener Automatisierungslösungen bei CNC- und Verpackungsmaschinen voranzutreiben. Offiziell stehen über 500 OEMs, Endanwender und Technologie-Anbieter hinter der Nutzergruppe – doch ist die OMAC in den letzten Jahren so gut wie nicht mehr in Erscheinung getreten. Am 27. September fand nun in Las Vegas ein Meeting der Packaging-Arbeitsgruppen statt. Uwe Keiter, Global Account Manager bei B&R und Mitglied im Vorstand der OMAC Packaging Workgroup, war vor Ort.

„Die OMAC wird wieder auferstehen“!

© B&R

Herr Keiter, um die OMAC ist es sehr ruhig geworden!

In den vergangenen zwei Jahren gab es einige Probleme mit der Finanzierung der Organisation und damit einhergehend auch eine nicht ausreichende Öffentlichkeitsarbeit. Gleichzeitig hat sich die OMAC von ihrem langjährigen Kooperationspartner, der ISA (International Society of Automation), getrennt.

 .. die OMAC, eine auslaufende Aktion?

Nein, wir haben die Entwicklung jetzt ganz klar gedreht: Gemeinsam mit den neuen Kooperationspartnern – dem Pack­aging Machinery Manufacturers Institute und der ARC Advisory Group – haben wir den Grundstein für einen echten Neubeginn der OMAC gelegt. Zudem übernimmt ein großer Endanwender, die Firma Nestlé, jetzt eine führende Rolle in der Pack­aging Workgroup.

Sie haben sich in Las Vegas zum ersten Treffen der Packaging Workgroup unter neuer Leitung getroffen. Welches Fazit ziehen Sie?

Unter Leitung Bryan Giffens von Nestlé wurden alte Komitees wiederbelebt und neue gegründet. Diese Komitees hatten in Las Vegas ihre ersten regulären Arbeitstreffen. Konkret machen sich die Gruppen PackML und PackConnect daran, die Lesbarkeit und Eindeutigkeit bestehender Dokumente zu verbessern beziehungsweise einen einheitlichen Standard für eine Maschine-Maschine-Kommunikation zu definieren. Und während PackSpec Hilfsmittel für die Umsetzung der OMAC-Standards in den vorhandenen Spezifikationen der Endanwender erarbeitet, setzt sich PackSoft mit der Integration von PackML in OPC UA und PLCopen auseinander. Die Pack­Safety-Gruppe verfolgt das Ziel, ein IEC-kompatibles, offenes Protokoll für den Austausch sicherheitsrelevanter Informationen zwischen Maschinen zu standardisieren.

Mit welchen Ergebnissen sind Sie auseinander gegangen?

Der Zeitplan für die Arbeitsgruppen PackML, PackConnect und PackSafety ist gleichermaßen sportlich: Bereits im September nächsten Jahres sollen Ergebnisse vorliegen, die anschließend im Rahmen der OMAC-Meetings auf der PackExpo 2012 in Chicago veröffentlicht werden.

Warum ist die Safety-Thematik aus Ihrer Sicht so brisant?

Seit der Einführung von SPS-basierter Sicherheitstechnik haben sich bei nahezu allen Technologie-Herstellern eigene, proprietäre Standards entwickelt. Endanwender, die verschiedene Maschinenkonzepte zu einer Linie integrieren wollen, stehen damit zeit- und konstenintensiven Herausforderungen gegenüber. Aus Sicht von Unternehmen wie Nestlé ergibt sich somit akuter Handlungsbedarf, einen offenen Kommunikationsstandard für solche Informationen über alle Steuerungssysteme hinweg zu etablieren. Das PackSafety-Komitee wird sich dieser Herausforderung stellen und gemeinsam mit den verschiedenen Technologie-Herstellern eine Lösung erarbeiten.

Was konkret geschieht im PackSafety-Komitee?

Das PackSafety-Komitee wird jetzt die verschiedenen verfügbaren Systeme und Kommunikationsprotokolle analysieren und dann einen Vorschlag für ein offenes, übergreifendes Protokoll erarbeiten. Ziel ist es, ein solches bis Ende 2012 über alle Hersteller von Steuerungssystemen hinweg zu standardisieren. Ich bin mir sicher, dass die Endanwender den Druck auf die Technologie-Hersteller zur Implementierung eines solchen Standards noch deutlich erhöhen werden!

Die OMAC hat ja eine sehr starke US-amerikanische Prägung. Wie steht es um vergleichbare europäische Aktivitäten?

Richtig, in der Vergangenheit war die OMAC schon aufgrund der Mitgliedsstrukturen eine sehr stark US-amerikanisch geprägte Organisation. Mit Nestlé als Unternehmen, das seine Konzernzentrale in Europa hat, und diversen anderen europäischen Endkunden sowie Maschinenbauern ergibt sich heute ein sehr ausgewogenes Verhältnis zwischen Europa und den USA. Außerdem werden die Komitees PackAdopt und PackLearn mit den europäischen Maschinenbau-Organisationen – VDMA, PPMA und UCIMA – und den europäischen Universitäten in Kontakt treten, um auch auf dieser Ebene einen deutlich höheren Verbreitungsgrad zu erwirken.

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