Siemens
Virtuelle und reale Fertigungswelt vereint
Wie sieht die Produktion von Morgen aus? Siemens will die technologischen Weichenstellungen auf dem Weg dorthin in den Mittelpunkt des diesjährigen Hannover Messe-Auftritts stellen.
"Mit unserem Ansatz - PLM-Software mit Engineering-Anwendungen und der Automatisierung zu verbinden – schaffen wir die Basis für Industrie 4.0", ist Anton Huber, CEO der Siemens-Division Industry Automation, überzeugt.
© SiemensDie "fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung sowie das Zusammenwachsen von virtueller und realer Welt sind entscheidende Treiber in der produzierenden Industrie", ist sich Anton Huber, CEO der Siemens-Division Industry Automation, sicher. Basierend auf dieser Überzeugung arbeitet Siemens seit Jahren an dem Ansatz einer 'Digital Enterprise Platform', die PLM-Software mit Engineering-Anwendungen und einer durchgängigen Automatisierung verbindet.
Im vergangenen Jahr stellte Siemens in diesem Zusammenhang erstmals das Konzept des 'Integrated Drive System' (IDS) vor. Ein für elektrische Antriebsaufgaben integriertes Portfolio auf Basis der Technologie-Plattform 'Totally Integrated Automation' (TIA). Dieses Jahr wird Siemens neben Produkt-Neuheiten für IDS und TIA auch die 'Data-Driven Services' vorstellen, die auf der Erfassung, Analyse und Auswertung von Daten aus der Produktion basieren. Zudem zeigt der Industrieausrüster mit Totally Integrated Power (TIP) Neuentwicklungen und Konzepte für die effiziente und sichere Stromverteilung und -versorgung von Fabriken und Industrieanlagen.
Besonderes Augenmerk legt Siemens dieses Jahr auf die Verschmelzung von virtueller und realer Welt. Huber: "Mit dem Siegeszug der Digitalisierung in der Produktion steht uns ein Paradigmenwechsel für die nächste Produktivitätsstufe bevor. Die Integration der Produktentwicklungs- und Produktions-Lebenszyklen, also die idealerweise parallele Entwicklung von Produkt und Herstellungsumgebung, können die Time-to-Market um bis zu 50 Prozent reduzieren."
Auch die Effizienzgewinne beim Engineering würden laut Anton Huber immer wichtiger: "Die Unterstützung der Engineering-Prozesse mit Software ist unverändert einer der wichtigsten Produktivitätshebel für die Industrie." Siemens hat deshalb das TIA Portal in der zur SPS IPC Drives 2013 vorgestellten Version 13 in mehreren Funktionsbereichen verbessert – etwa im Diagnosekonzept, beim Know-how-Schutz und in der synchronisierten Zusammenarbeit bei größeren Projekten im Team. Zudem wurden weitere Engineeringtools wie die Scada (Supervisory Control and Data Acquisition)-Software Simatic WinCC V13 in die einheitliche Arbeitsumgebung integriert sowie auf Antriebsseite die Umrichterfamilie Sinamics G110M für die Projektierung im TIA Portal erweitert.

Neues von Siemens auf der Hannover Messe 2014
Dirk Hoke, CEO der Siemens-Division Customer Services: "Leistungen rund um die Analyse von Daten aus der Fertigung werden immer wichtiger."
© SiemensEinen weiteren Schwerpunkt legt Siemens in Hannover auf das Service-Geschäft. "Durch die wachsende Komplexität und zunehmende IT-Durchdringung der Produktion nimmt auch der Bedarf an Leistungen rund um die Analyse von Daten aus der Fertigung zu", erläutert Dirk Hoke, CEO der Siemens-Division Customer Services. In diesem Bereich erweitert Siemens insbesondere das Angebot an Fernwartungslösungen und Cloud-basierten Services. So reichen die 'Drive Train Condition Monitoring'-Services beispielsweise von der mobilen Überprüfung einzelner Komponenten wie Motor oder Getriebe bis hin zur kontinuierlichen Online-Überwachung des gesamten Antriebsstrangs. Zudem wird das Angebot an 'Data Driven Services' ausgebaut. Dabei werden zum Beispiel Prozess- und Produktionsdaten kontinuierlich in Echtzeit erfasst und analysiert um zukünftige Entwicklungen errechnen und daraus die richtigen Entscheidungen für die Produktion ableiten zu können. Durch gezielte Datenerfassung und aussagekräftige Analysen ermöglicht etwa das Service-Angebot 'Energy Analytics' messbare Energieeinsparungen. Die Zustandsüberwachung laufender Systeme ('Asset Analytics Services') hilft wiederum, die Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen zu sichern. Durch die Erfassung und Analyse entsprechender Daten können Anwender frühzeitig mit geplanten vorbeugenden Wartungsmaßnahmen auf Materialverschleiß und andere Störfaktoren reagieren.











