Maschinen- und Anlagenbau

Günter Herkommer,

VDMA korrigiert Prognose

Die Geschäftsrisiken und die damit einhergehende Unsicherheit der Investoren haben in den letzten Monaten laut VDMA-Chefvolkswirt Wiechers deutlich zugenommen. Dies veranlasst den Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau dazu, seine Produktionsprognose für das Jahr 2014 zu korrigieren.

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers: "Es fehlt an positiven Impulsen von den Auslandsmärkten. Das Inlandsgeschäft konnte den Exportrückgang lediglich kompensieren."

© VDMA

Im Juni lag der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland laut VDMA um real acht Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft sank um drei Prozent, das Auslandsgeschäft lag um 14 Prozent über Vorjahresniveau. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich April bis Juni 2014 stieg der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um zwei Prozent. Die Inlandsaufträge lagen bei plus drei Prozent, die Auslandsaufträge bei plus einem Prozent. Auf das erste Halbjahr gesehen steht jedoch trotz eines kräftigen Zuwachses der Bestellungen im Juni bei den deutschen Maschinenbauorders unterm Strich eine Null. Gleiches gilt für die Maschinenproduktion. Nach Schätzungen der VDMA-Volkswirte dürfte das Produktionsplus des ersten Quartals von rund drei Prozent real im zweiten Quartal durch einen Rückgang in der gleichen Größenordnung aufgezehrt worden sein.

"Damit bestätigt sich zwar grundsätzlich unsere Erwartung einer moderaten Belebung der Nachfrage in Deutschland und im Euro-Raum", kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Wiechers die Zahlen und fügt hinzu: "In einem wesentlichen Punkt hat sich das Bild seit der Aufstellung unserer Prognose im Oktober 2013 jedoch merklich verdüstert: Die Geschäftsrisiken und die damit einhergehende Unsicherheit der Investoren haben in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Ukraine-Krise. Der Konflikt mit Russland hinterlässt nicht nur im bilateralen Handel Spuren. Er behindert generell die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten unserer Industrie. Folgerichtig kann der Bestelleingang nicht ausreichend Fahrt aufnehmen, wie nötig wäre, um für die deutsche Maschinenproduktion im laufenden Jahr ein Wachstumsplus in der Größenordnung von drei Prozent zu realisieren. Wir revidieren daher unsere Produktionsprognose auf ein Wachstum in der Größenordnung von einem Prozent real auf geschätzte 199 Mrd. Euro."

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