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Artikel und Hintergründe zum Thema

Steuerungssoftware

Günter Herkommer,

Schneider Electric übernimmt nxtControl

Der im Bereich Energiemanagement und Automatisierung tätige Konzern Schneider Electric hat nxtControl erworben. Das Unternehmen aus Österreich ist spezialisiert auf Echtzeit-Steuerungssoftware für verteilte Systeme basierend auf der Norm IEC 61499.

Unter anderem hat nxtControl eine Hybrid-Lösung für ein gemeinsames Engineering beider Steuerungsparadigmen - IEC 61499 & IEC 61131 - entwickelt.

© nxtControl

Gegründet wurde nxtControl im Jahr 2007. Angetreten ist das Unternehmen vor zehn mit dem Ziel, das Engineering von Automatisierungssystemen auf Grundlage der IEC 61499 voranzutreiben. Die IEC 61499 ist die Nachfolgenorm der IEC 61131 und soll deren Schwächen bei der Verteilung von Steuerungslogik in einem dezentralen System beseitigen. Heute beschäftigt das Softwarehaus rund 20 Mitarbeiter und hat in den letzten Jahren unter anderem ein Distributed Control System (DCS)  basierend auf der IEC 61499 mit nahtloser Integration von der Feld- bis zur Scada-Ebene entwickelt.

Mit ihren Tools und Lösungen adressieren die Österreicher heute einerseits Endanwender, primär jedoch OEMs, die die Technologie von nxtControl in ihre eigenen Steuerungskonzepte integrieren möchten. Letzteres war wohl auch die Kauf-Motivation für Schneider Electric. Fabrice Jadot, CTO der Industry Business Unit des französischen Konzerns:  „Die innovative Lösung von nxtControl basierend auf dem Standard IEC 61499 ermöglicht es uns, den zukünftigen Anforderungen für Industrial IoT und Industrie 4.0 Rechnung zu tragen. Als solche wird sie eine Schlüsseltechnologie für unsere EcoStruxure-Architektur sein.“

Auch nach der Übernahme wird das Unternehmen laut Arnold Kopitar, einem der beiden Geschäftsführer von nxtControl, weiter eigenständig agieren. Auch personell werde sich zunächst nichts ändern. Das heißt: Sowohl Arnold Kopitar als auch sein Mitgeschäftsführer Horst Mayer bleiben an Bord. Auf die Frage, was nxtControl letztlich zum Verkauf bewogen hat, entgegnet Kopitar:  „Unsere Zielkunden auf OEM-Seite waren von Beginn an die großen Automatisierungsanbieter. Dabei haben wir bald erkannt, dass diese, wenn ihnen etwas gefällt, das auch haben wollen. Insofern war die Frage einer Beteiligung immer schnell im Raum. Da zudem seit 2009 eine Beteiligung seitens zweier Venture Capital Investoren bestanden hat, war ein Verkauf des Unternehmens irgendwann vorgezeichnet. Und die Kontakte zu Schneider Electric selbst bestehen ebenfalls bereits seit einigen Jahren.“

Das Geschäft sowohl mit den bisherigen Endkunden als auch mit den OEM-Kunden will nxtControl auch nach der Übernahme unverändert fortführen. Auf mögliche Interessenskonflikte angesprochen, entgegnet Kopitar: „Es wird sicherlich den ein oder anderen Fall geben, wo bisherige Kunden im Wettbewerb mit Schneider stehen. Letztlich ist es aber unser und auch das Ziel unseres neuen Eigners, den Standard IEC 61499 zu verbreiten und dementsprechend Mitstreiter für die Technologie zu finden.“

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