Windkraft-Messen
Hannover und Husum gründen Wind-Allianz
Die Deutsche Messe und der Betreiber der Messe Husum, die Husumer Wirtschaftsgesellschaft, bauen ihre Kooperation weiter aus und gründen eine Wind-Allianz. Gemeinsames Ziel ist es, weitere internationale Märkte zu erschließen.
Beide Messegesellschaften – Husum und Hannover – sind Veranstalter von Windenergie-Messen: In den geraden Jahren trifft sich die Branche zur Husum WindEnergy. In den ungeraden Jahren veranstaltet die Deutsche Messe AG die Leitmesse Wind im Rahmen der Hannover Messe. Dort werden schwerpunktmäßig Anlagen, Services und Komponenten für die Windenergie im industriellen Kontext präsentiert.
Um die „jeweiligen Stärken optimal zu bündeln und der Branche so ein Messe-Angebot mit klarem Profil bieten können“ - so Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum – haben beide Veranstalter in den letzten Wochen eine Allianz geschmiedet. In deren Rahmen sollen unter anderem Forschungsprojekte initiiert und ein internationaler Wind-Award ausgeschrieben werden. Zudem wollen Husum und Hannover dazu auch ihre Vertriebs- und Marketingaktivitäten bündeln. Dr. Wolfram von Fritsch, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG hierzu: „Unsere seit zehn Jahren bestehende, erfolgreiche Partnerschaft bekommt damit eine neue Qualität - für Aussteller und Besucher gleichermaßen. Beide Messen ergänzen sich in idealer Weise. Aus diesem Grund erweitern wir unsere Kooperation und gründen Hand in Hand mit der Branche ein Netzwerk. Mit einem Bündel an Maßnahmen wollen wir die wichtigen Themen für die internationale Windenergiebranche vorantreiben, um sie noch stärker in den Blickwinkel der Öffentlichkeit zu rücken.“
Die Wind-Allianz – eine Reaktion auf die Messe-Pläne des VDMA?
Die Bekanntgabe der neuen Wind-Allianz erfolgte einen Tag nach der Verlautbarung des VDMA, zusammen mit der Messe Hamburg ab 2014 in der Hansestadt eine neue Windmesse veranstalten zu wollen. Dennoch widerspricht die Deutsche Messe AG vehement der Vermutung, dass es sich dabei um eine direkte Reaktion auf die Pläne des VDMA handelt. Vielmehr arbeite man bereits seit mehreren Wochen an der Ausarbeitung der erweiterten Kooperation mit Husum.
Unbestritten ist jedoch, dass die ab 2014 in Hamburg geplante Windmesse voll in Konkurrenz zur Husum WindEnergy träte. Entsprechend groß ist die Verärgerung in Husum: „Wir werten die Vorgehensweise des VDMA Power Systems, der als einer von mehreren Verbänden nur einen Bruchteil der Branche repräsentiert, als unnötige Verunsicherung der Branche“, betont Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum & Congress, und ergänzt: „Der VDMA hat sich als Sprachrohr der gesamten Windenergiebranche dargestellt - dem müssen wir deutlich widersprechen. Auch gab es keinen öffentlichen Wettbewerb, den Hamburg gegen Husum gewonnen hätte. Wir haben von zahlreichen Ausstellern große Rückendeckung erhalten und können bereits heute mit über 450 Anmeldungen für 2014 aufwarten.“
Auf Ablehnung stößt der Vorstoß des VDMA auch beim Bundesverband WindEnergie (BWE): „Es gibt weder einen Konsens der Windenergiebranche über den Ort der Windenergiemesse im Jahr 2014 noch eine ausreichende Abstimmung mit den verschiedenen Messestandorten“, stellt BWE-Präsident Hermann Albers klar. Albers weiter: „Aus Sicht des BWE hat der VDMA mit seiner frühzeitigen Festlegung auf Hamburg dem Messestandort Deutschland eher geschadet als genutzt. Offensichtlich nimmt der VDMA in Kauf, dass sich 2014 ein Teil der Branche in Husum und ein anderer Teil der Branche in Hamburg präsentiert“. Es gelte jetzt, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen und zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.









