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Artikel und Hintergründe zum Thema

Siemens / Hannover Messe 2018

Christina Deinhardt, Meinrad Happacher | Davina Spohn,

Digitalisierung in Aktion

Auch in diesem Jahr dreht sich der Messe-Auftritt von Siemens rund um das digitale Unternehmen – unter anderem mit neuen Apps für Mindsphere und einem TSN-Demonstrator.

© Computer&AUTOMATION

Jan Mrosik, CEO der Siemens Division Digital Factory, ist sich sicher: Ohne Digitalisierung können Unternehmen in Zukunft nicht überleben. Deshalb demonstriert das Unternehmen unter dem Motto ‚Digital Enterprise – Implement now‘ auf der Hannover Messe anhand einiger Beispiele, wie digitale Fabriken – branchenunabhängig – funktionieren können. Verbraucher und Anwender sollen auf dem 3500 m2 großen Stand erleben, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit durch individuelle Digitalisierungslösungen steigern lässt. 

Neues rund um die Mindsphere

In der Mindsphere-Lounge stellt Siemens die Mindsphere Version 3.0 aus, die nun auch auf Amazon Web Services (AWS) verfügbar ist. Die dritte Version der IoT-Plattform bietet eine Entwicklungsumgebung mit offener Programmierschnittstelle (API/Application Programming Interface) sowie zusätzliche Analysefunktionen und eine erweiterte Konnektivität. Zudem wird sich die weltweite Nutzerorganisation ‚Mindsphere World‘ präsentieren, die im Januar von 18 Unternehmen gegründet und vorgestellt wurde. Der Verein will ein weltweites Ökosystem rund um Mindsphere ausbauen.

Passend zur Mindsphere 3.0 zeigt Siemens einige neue Apps rund um dieAutomatisierung mit Simatic-Systemen. Die Simatic MindApps Machine Monitor, Notifier und Performance Monitor sind spezielle Applikationen für Mindsphere, mit denen Anwender cloudbasierte Dienstleistungen nutzen können. Die Apps lesen relevante Daten von Produktionsmaschinen oder Anlagen zur Analyse aus, verarbeiten sie zu aussagefähigen Informationen, stellen sie in Dashboards dar oder nutzen sie zur intelligenten Alarmierung und Meldungsdarstellung. Das ‚Defense in Depth‘-Konzept gemäß IEC 62443 schützt dabei vor aktuellen und künf-tigen Cyber-Bedrohungen.

Außerdem lassen sich mit der neuen digitalen Plattform ‚Sidrive IQ‘ Antriebsdaten mit der Mindsphere auswerten. Die Plattform macht die Daten über installierte Antriebssysteme transparent, was das Flottenmanagement erleichtert und Service-Aktivitäten optimiert. Die kontinuierliche Datenanalyse soll zudem Zeit sparen und die Anlagenverfügbarkeit steigern, da sich beispielsweise Fehlerquellen frühzeitig identifizieren und rechtzeitig beheben lassen. 

Egal ob für Neuanlagen oder für langjährig existierende Bestandsanlagen – laut Jürgen Brandes, CEO der Division Process Industrie und Drives, ist jetzt die Zeit, die Wertschöpfungskette für die Prozessindustrien zu optimieren.

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Digitalisierung für die ­Prozessindustrie

Im ersten Schritt können Unternehmen vorhandene statische und dynamische Daten konsequent nutzen, um Transparenz über den kompletten Lebenszyklus zu erhalten. Hier setzt auch das neue Beratungskonzept ‚Digitalization Consulting‘ von Siemens an, bei dem gemeinsam mit Kunden die digitalen Möglichkeiten ausgelotet und eine Digitalisierungs-Roadmap inklusive Investitionskalkulation erstellt wird.
Dabei spielt der digitale Zwilling der verfahrenstechnischen Produktionsanlage eine wichtige Rolle. Er entsteht während der Engineering-Phase und wird über den Anlagen-Lebenszyklus hinweg aktualisiert und mit weiteren Daten angereichert. Die fortlaufende Analyse von Prozessdaten und zusätzlichen smarten Sensordaten aus der Feldebene einer Produktionsanlage führt zu einer transparenten Produktion; Wartung und Instandhaltung lassen sich verbessern. Auch bei der Inbetriebnahme ist der digitale Zwilling von Vorteil: Die Simulations-Software ‚Simit‘ in Version 9.1 ermöglicht die Kombination der virtuellen Inbetriebnahme und des Operator Trainings von Anlagen. Die Inbetriebnahme von Anlagen lässt sich so um bis zu 60 % beschleunigen. 

Zusätzlich zum Hauptstand in Halle 9, Stand D35, präsentiert Siemens in Halle 6, Stand J30 Hardware und Software und in Halle 27, Stand H74 steht das Energiemanagement im Fokus. 

TSN auf allen Ebenen

Die TSN-Marschroute von Siemens

© Computer&AUTOMATION

Wie Dr. Jürgen Brandes, CEO der Division Process Industries, betont, wird Siemens zukünftig TSN (Time-Sensitive Networking) auf allen Ebenen inklusive der Feldebene verwenden. Dementsprechend wird TSN auch ein Thema des Messestandes. Die von Siemens verwendeten Profinet-Netzwerk-Infrastrukturen werden künftig sukzessive die TSN-Basistechnologie integrieren. Welche Rolle über alle Ebenen hinweg hierbei zukünftig OPC UA spielen wird, muss die Zukunft zeigen. Auf der Pressekon­ferenz stellt Dr. Jan Mrosik klar: „TSN runter bis zur Feldebene – ja! OPC UA aber nur bis zur Steuerungsebene.“ Als einen ersten Schritt zeigt Siemens in Hannover anhand eines Robotik-Messemodells, wie OPC UA PubSub (Publisher/Subscriber) auf Basis von TSN auf  Steuerungsebene zum Einsatz kommt.

Welche Marschroute die PNO und weitere in puncto TSN und OPC UA einschlagen werden, ist ein spannendes Thema auf der TSN/A Conference am 26./27. September in Stuttgart. Weitere Infos dazu finden sich im Internet.

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