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Artikel und Hintergründe zum Thema

Nachgehakt bei Hartmut Pütz

Meinrad Happacher,

Die Neuausrichtung

Hartmut Pütz, ehemaliger Geschäftsführer von Rockwell Automation Deutschland, hat zum 1. Mai bei Mitsubishi Electric angeheuert. Dort leitet er seither in der Funktion des Executive Vice President die Factory Automation European Business Group. Gegenüber Computer&AUTOMATION erläutert Hartmut Pütz die akut anstehenden Veränderungen im Unternehmen.

„Wir werden uns auf drei Zielmärkte konzentrieren.“

Herr Pütz, welche Verantwortlichkeiten umfasst Ihre Funktion des Executive Vice President?

Pütz: Gemeinsam mit Noriaki Himi, dem Leiter der Factory Automation European Business Group und Präsident der deutschen Niederlassung, bin ich der verantwortliche Manager für alle der European Business Group angegliederten Bereiche. Hierzu gehören unter anderem Marketing, Einkauf und technischer Service. Gleichzeitig habe ich die Leitung des europaweiten Vertriebsgeschäftes für den Bereich Factory Automation übernommen.

Als Sie am 1. Mai Ihre neue Stelle antraten, war die wirtschaftliche Krise in vollem Gange. Welche Situation haben Sie bei Mitsubishi vorgefunden?

Pütz: Die Krise ist nicht spurlos an Mitsubishi Electric vorbeigegangen, auch wenn wir ein Unternehmen mit einem Umsatz von zirka 5 Mrd. Euro und einem Marktanteil von 60 % in Japan sind. Es hilft gar nicht, drum herum zu reden: Auch wir konnten uns von den allgemeinen, teilweise dramatischen Umsatzeinbrüchen nicht lösen und mussten ähnlich wie unsere Wettbewerber Einbrüche von bis zu 20 bis 25 % verkraften.

Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Situation für das Zeitfenster von zwei bis vier Jahren ein?

Pütz: Die Zeiten der zweistelligen Wachstumsraten sind unserer Meinung nach erst einmal passé und wir stellen uns auf durchschnittliche Wachstumsraten von 3 bis 5 % jährlich für die kommenden zwei bis drei Jahre ein.

Bedeutet dies auch interne Veränderungen und Veränderungen in der Kundenansprache?

Pütz: Hier wird sich einiges tun: So sind wir bis dato vor allem durch unsere kompakten Steuerung am Markt bekannt; bei komplexen Applikationen auf Basis der modularen Steuerung Q-Series hingegen sind wir weniger bekannt und gelten eher als ein Geheimtipp.Weiter basierten unsere Vertriebsaktivitäten bislang hauptsächlich auf dem Komponentenvertrieb durch die Großhandelspartner und das Applikationsgeschäft über unsere Systempartner des Automation Networks. Und drittens hatten wir in den vergangenen Jahren keine klare Zielmarkt-Definition, die in direkte Vertriebsaktivitäten umgesetzt worden wäre.

Daraus folgen konkret welche Veränderungen?

Pütz: Wir fokussieren zukünftig im wesentlichen auf drei Zielmärkte: Auf die Infrastruktur - also Wasser, Abwasser, Verkehr und Tunnel -, auf Erneuerbare Energien - sprich Solar,Wind, Biomasse -, und letztlich auf den Markt der Lebensmittel, Konsumgüter und Pharmazeutischen Industrie. In jedem dieser Zielmärkte werden wir sowohl den Fokus auf den Maschinenbau legen, der in die Märkte liefert, aber auch auf die Endkunden, die die Steuerungs- und Antriebskonzepte spezifizieren. Im Rahmen dieser Fokussierung werden wir auch verstärkt den Direktvertrieb forcieren.

Haben die Umstrukturierungen auch eine personalpolitische Konsequenz? Oder anders gefragt: Wie viele Ihrer Mitarbeiter mussten beziehungsweise müssen gehen?

Pütz: Der schmerzliche Prozess der Restrukturierung und der Anpassung an die geänderten makroökonomischen Rahmenbedingungen betrifft vor allem die 530 Mitarbeiter des europäischen Headquarters mit Standort Ratingen. Konkret mussten wir uns von 42 zum Teil lang gedienten Mitarbeitern trennen. Diese Trennungen waren leider unumgänglich, um uns auf die neue wirtschaftliche Situation einzustellen.

Mitsubishi hat sich im vergangenen Jahr als Aussteller von der Hannover Messe verabschiedet. Unterstützen Sie diese Entscheidung? Und wie steht Mitsubishi zu anderen Messebeteiligungen, insbesondere der SPS/IPC/Drives?

Pütz: Mitsubishi Electric Factory Automation wird auch im kommenden Jahr nicht mit einem eigenen Stand auf der Hannover Messe vertreten sein. Für uns steht ganz klar die SPS/IPC/Drives als „Muss-Veranstaltung" im Vordergrund. Zusätzlich werden wir eine ganze Reihe von industriespezifischen Veranstaltungen besuchen.

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