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Chancen der Digitalisierung für den Maschinenbau
Neue Geschäftsmodelle, die auf Daten gründen, tragen 2020 über 10 % zum Umsatz des europäischen Maschinenbaus bei – so eine Studie von McKinsey und VDMA. Bislang sind es 3 %. Die Studie führt die Erfolgsfaktoren und Trends der Branche auf.
Die in der Studie befragten Maschinenbauer versprechen sich von der Digitalisierung Kosteneinsparungen von 5 bis 10 %. Allerdings ist der Weg dahin noch weit, denn die Ergebnisse der Studie ‚How to succeed:Strategic options for European machinery‘ zeigen: Erst ein Fünftel der europäischen Unternehmen hat bereits neue Geschäftsmodelle aufgebaut. Ein Drittel visiert das Thema noch gar nicht an. Jeder zweite Maschinenbauer geht davon aus, dass die Expertise in der Softwareentwicklung in den kommenden fünf Jahren zu den wichtigsten Einstellungskriterien gehören wird. Entscheidend für die „Herausforderung Industrie 4.0” sind eine lückenlose Breitbandinfrastruktur, Rechtssicherheit in Bezug auf Big Data und der Schutz geistigen Eigentums, so Thilo Brodtmann, VDMA-Hauptgeschäftsführer und Co-Autor der Studie.
Laut der Erhebung des VDMA verschieben sich die Wachstumschancen von den großen Schwellenmärkten – wie China, Russland und Lateinamerika – hin zu kleineren Märkten. Durch diese schwächeren Wachstumsaussichten reicht es in Zukunft nicht mehr, mit dem Markt zu wachsen, verdeutlicht Dorothee Herring von McKinsey und Co-Autorin der Studie. „Unternehmen müssen ihren Konkurrenten entweder Marktanteile abnehmen, neue Märkte wie beispielsweise die ASEAN-Staaten erobern oder ihre Angebote durch Services verbreitern.“
Wettbewerbsfaktor Agilität
Den größten Einfluss auf die Organisationsstruktur der Unternehmen haben laut der befragten Maschinenbauer neue Werkstoffe und Verfahren (44 %), die Digitalisierung (39 %) und die flexible Anpassung an neue Marktbedingungen (45 %). „Agilität – also die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren – wird in Zukunft zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor“, resümiert Dorothee Herring. Das heißt: Die Maschinenbauer müssten flexibler werden, indem sie etwa stärker mit Kunden und Wettbewerbern kooperieren und IT-Experten an sich binden.
Stärken der weltweiten Maschinenbauer im Vergleich
Der europäische Maschinenbau steht laut VDMA momentan wirtschaftlich gut da. Die Zahlen der Studie bestätigen dies: Zwischen 2010 und 2014 erwirtschafteten die Unternehmen der Branche im Schnitt 10 % Bruttoumsatzrendite (Ebit) und wuchsen jährlich um 7 %. Mit Blick auf die weltweite Maschinenproduktion liegt Europa mit 26 % hinter China (38 %) und vor den USA (14 %). „Europas Stärken liegen in den hervorragend ausgebildeten Mitarbeitern und der daraus folgenden Produkt- und Servicequalität“, erläutert Wolff van Sintern von der Unternehmensberatung McKinsey und Co-Autor der Studie. Im Vergleich dazu punkten amerikanische Anbieter eher durch kreative Geschäftsmodelle und ständige Erneuerung. Chinesische Wettbewerber wiederum haben einen Kostenvorteil und führen neue Produkte schnell in den Markt ein.
Export als wichtigstes Standbein der Branche
Europäische Unternehmen erzielen im Schnitt zwei Drittel ihres Umsatzes außerhalb des jeweiligen Heimatlandes, so der VDMA. Größter Markt ist Europa, der für rund 60 % der Umsätze steht. Gleichzeitig beschäftigen die Maschinenbauer immer noch drei Viertel ihrer Mitarbeiter in ihrem Heimatland. „Für unsere exportstarke Industrie sind freie Marktzugänge sehr wichtig. Insbesondere schränken nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie unterschiedliche Standards und Zertifizierungen den freien Handel ein. Es entstehen dadurch für uns Mehrkosten“, sagt der VDMA-Vize-Präsident Karl Haeusgen. Von einem erfolgreichen TTIP-Abschluss und einer Vereinheitlichung würde der europäische Maschinenbau daher stark profitieren.
Die Studie des VDMA und der McKinsey Company steht zum Download bereit in der Whitepaper-Rubrik von Computer&AUTOMATION.













