ZVEI
Automation stagniert auf hohem Niveau
Dr. Gunther Kegel, Vorsitzender des Vorstands des ZVEI-Fachverbandes Automation, präsentierte auf der Hannover Messe die Zahlen des vergangenen Jahres. Er zeigte sich "verhalten optimistisch" hinsichtlich der Entwicklung 2013.
Dr. Gunther Kegel, ZVEI: "Die Automatisierungstechnik ist ein treibender Motor der Industrie und ein Jobmotor am Wirtschaftsstandort Deutschland."
© Pepperl+FuchsDas Jahr 2012 habe noch stark von der Dynamik des Jahres 2011 profitiert, hieß es auf der Pressekonferenz. So stieg der Gesamtumsatz der Automation im Jahr 2012 um 1,4 % auf 48,3 Mrd. Euro, die Auftragseingänge gaben gegenüber dem Vorjahr allerdings um 2,4 % nach. Insgesamt liegen die Zahlen des Jahres 2012 - mit Ausnahme des Auftragseingangs - auf ähnlichem Niveau wie 2011. Nach wie vor könne die Automatisierungstechnik als "Jobmotor am Wirtschaftsstandort Deutschland" bezeichnet werden, habe doch die Zahl der Beschäftigten die Marke von einer Viertelmillion Arbeitsverhältnisse übersprungen.
Die Zahlen im Einzelnen: 2012 führte Deutschland Erzeugnisse der elektrischen Automation im Wert von 17,2 Mrd. Euro ein. Dies entspricht einem Anstieg von 4,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Einfuhren nach Deutschland kommen mit einem stabilen 55-%-Anteil nach wie vor aus den Ländern der 'EU 27'. Die Zuwachsrate betrug 3,4 %. Die Importe aus dem übrigen Europa stiegen 2012 ebenfalls um über 2 % gegenüber 2011. Aus Südostasien wurden 2012 erneut 8,1 % mehr eingeführt, nach einem Anstieg um 15,8 % im Jahr 2011. Die Einfuhrwerte aus den USA sind nach plus 5,8 % im Jahr 2011 mit plus 2,9 % erneut leicht steigend. Die Importe aus dem 'Rest der Welt' (ROW) haben sich nach plus 26,3 % im Jahr 2011 mit jetzt 1,0 % "deutlich beruhigt".
Der Export hat 2012 noch einmal um 4,1 % zugelegt - nach einem Plus von 14,7 % im Jahr zuvor - und liegt mit 33,6 Mrd. Euro auf einem Allzeithoch. Die Exportquote der deutschen Automationsindustrie liegt damit weit über der 80-%-Marke. Die Entwicklung war bei den Ausfuhren regional unterschiedlich: Das Europa der 27 zeigt sich mit minus 1,1 % rückläufig. Bemerkenswert sei laut Dr. Kegel, dass die Exporte in die USA mit plus 12,3 % auf einem stabilem Wachstumsniveau liegen, während alle anderen Regionen deutlich nachgegeben haben.
Hinsichtlich der aktuellen Konjunkturlage erwartet der ZVEI laut Dr. Kegel für das Gesamtjahr 2013 ein Wachstum in der Größenordnung von etwa 2 % - vor dem Hintergrund, dass die rückläufigen Auftragseingänge und Umsätze der Fabrikautomation der letzten Monate im ersten Quartal 2013 nicht komplett kompensiert wurden. So stagniere die Branche "auf hohem Niveau". Letztlich habe sich an den Risiken für die Automatisierungskonjunktur im Jahr 2013 gegenüber 2012 kaum etwas geändert. Die Belastung der europäischen Gemeinschaftswährung durch die drohende Zahlungsunfähigkeit einer Reihe kleinerer Mitgliedsstaaten sei immer noch gegeben und habe bereits zu einer wachsenden Verschuldung aller Mitgliedsstaaten geführt. Auch die derzeitige Entwicklung der Rohstoff- und Energiekosten trage nicht zur Stimulierung der Märkte bei.

Branchenzahlen des ZVEI-Fachverbandes Automation
Der Weltmarkt der elektrischen Automation
Gesicherte Weltmarktzahlen unterliegen aufgrund der schwierigen Datenerhebung einer Verzögerung von bis zu zwei Jahren, so dass derzeit nur die Werte von 2010 vorliegen. Der Weltmarkt Automation hat im Jahr 2010 mit 55 Mrd. Euro einen Sprung um knapp 19 % auf 347 Mrd. Euro gegenüber dem Nachkrisenjahr 2009 gemacht. Deutschland habe diesen Sprung auf dem Anwendermarkt mitgemacht und dabei seinen Anteil auf 6 % leicht erhöht. Aufgrund dieser Zahlen und der Beobachtung der Geschäftsverläufe in den Jahren 2011 und 2012 schätzt der ZVEI, dass der Weltmarkt der Automatisierungstechnik 2011 die Marke von 400 Mrd. Euro erreicht habe und 2012 auf 420 Mrd. Euro weiter gestiegen sei.
Größter Produzent wie auch Verbraucher ist China mit knapp 30 % des Weltmarktes. Die führenden Exportnationen in Sachen elektrischer Automatisierungstechnik sind unverändert: Japan mit einem Anteil von 11,3 % an der Weltproduktion und Deutschland mit 10,2 %.
Prozessautomatisierer erwarten viertes Wachstumsjahr in Folge
Zu den Zahlen des Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung äußerte sich Michael Ziesemer, Mitglied des Vorstands des ZVEI-Fachverbands Automation und Vorsitzender des Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung.
Bereits in den Jahren 2010/2011 habe die Prozessautomation ein "hervorragendes Wachstum" verzeichnet und damit den massiven Rückgang der Krise 2008/2009 kompensiert. Der Vorkrisenwert von 2007 wurde schon 2011 übertroffen. Im Jahr 2012 seien nun nochmals Zuwächse hinzugekommen, so dass das Jahr 2012 mit einem Wachstum des Weltmarkts zwischen 6 und 7 % abgeschlossen wurde. Allerdings seien im 2. Halbjahr 2012 die Auftragseingänge zurückgegangen. Damit habe sich schon ein Trend für 2013 angedeutet: Das Wachstum werde auf jeden Fall geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. "Wir erwarten, dass das Geschäft weltweit im Maßstab um drei bis vier Prozent wachsen wird."











