Schneider Electric
Auf Ethernet gebaut - der Controller Modicon M580
Noch sind es über zwei Monate bis zur SPS IPC Drives 2013 - am Standort Carros nahe Nizza gab Schneider Electric schon mal einen Vorgeschmack darauf, mit welchen Neuheiten der französische Automatisierungskonzern nach Nürnberg anreisen wird, darunter die neue Prozesssteuerung Modicon M580.
"Herzstück der Modicon 580 ist der SPEAr-Mikroprozessor, der ein unmodifiziertes Standard-Ethernet über alle Kommunikationsebenen bis hinunter zur Backplane bietet", umreißt Antonio Chauvet, Research & Development Director bei Schneider Electric, das Besondere des neuen Programmable Automation Controllers (PAC) und ergänzt: "Das Ergebnis ist ein hohes Maß an Transparenz und Performance. Das heißt: Angeschlossene Geräte müssen nicht mehr manuell konfiguriert werden. Mit SPEAr-Technologie nutzen wir Ethernet-Kommunikation für den Feldbus, das Anlagen-Netzwerk sowie das steuerungsinterne Bussystem auf der Backplane und damit selbstverständlich auch für alle angeschlossenen Module, Geräte und Systeme wie Komponenten der Energieverteilung, Schaltanlagen oder Energiemanagement-Systeme. Das Ergebnis ist eine komplett offene Systemarchitektur."
Da die neue Steuerung auf der Hardware der existierenden modularen Kompaktsteuerung Modicon M340 basiert, von der sich weltweit rund 200.000 Installationen im Feld befinden, können die bisherigen E/A-Module weiterhin verwendet beziehungsweise auch klassisch über den X-Bus angeschlossen werden. Neue Module der M580 – sie tragen künftig den Namen X80 – haben Ethernet/IP und X-Bus an Bord. Das heißt: Die Kommunikation mit beziehungsweise bis zum Modul erfolgt über Ethernet, Modul-intern findet sich nach wie vor der X-Bus. Als weiteren Vorteil der durchgängigen Ethernet-Kommunikation nennt Antonio Chauvet die nun komfortabel mögliche Anbindung von Komponenten über FDT/DTM bis in die Feldebene.
Die Verwendung eines leistungsstarken 600 MHz ARM Dual Core-Prozessors ermöglicht laut Florent Lacharme, Marketing Product Manager für die neue Steuerung, zum einen eine extrem hohe Rechenleistung und Konnektivität, "zum anderen konnten wir dadurch die Sicherheitsfunktionen direkt in den Controller integrieren, was einen besseren Schutz gegen Cyber-Angriffe erlaubt. Zusätzlich müssen Anwender dank der Funktion 'Change Configuration On The Fly' Prozesse nicht mehr anhalten, um Module oder Netzwerkkomponenten hinzuzufügen oder laufende Anwendungen zu modifizieren."
Angesichts der Leistungssteigerung der Modicon M580 gegenüber der M340-Plattform zielt Schneider mit dem neuen Controller eindeutig auch in Richtung der etablierten Modularsteuerung Modicon Premium sowie der High-End-SPS Modicon Quantum. Entsprechend wird die M580 diese Controller über kurz oder lang im Sinne einer Portfolio-Bereinigung ersetzen. Im ersten Schritt, sprich zur geplanten Vertriebsfreigabe Ende des Jahres, fehlt es der M580 zwar noch an wichtigen Features wie SIL-Fähigkeit und Hot-Standby – diese sollen jedoch voraussichtlich in 2015 beziehungsweise 2016 folgen. Programmiert wird die neue Steuerung schließlich über die kommende Version V8 der Unity-Software von Schneider.
Eine Modernisierung der installierten Telemecanique-TSX7-Basis auf die Modicon M580 kann laut Florent Lacharme ohne zusätzlichen Verkabelungsaufwand, Software-Entwicklung oder spezielle Trainings realisiert werden. Dafür ist die vorhandene Verkabelung der Telemecanique TSX 7-E/A einfach über einen Adapter mit der Modicon M580 zu verbinden. Bereits existierende Anwendungen bleiben in Unity Pro erhalten und sind bei geringem Anpassungsaufwand weiter verwendbar.
Die Neuheiten von Schneider Electric im Industrieumfeld
Die weiteren Neuheiten zur SPS IPC Drives 2013
Neben der Modicon M580 wird Schneider Electric zur SPS IPC Drives 2013 mit einer Reihe weiterer Neuheiten aufwarten. So ist neben dem für das Endkundengeschäft ausgelegten High-End-Controller auch mit einer neuen Kleinsteuerung für den Maschinen- und Anlagenbau zu rechnen. Was das Thema Bedienen & Beobachten betrifft, steht das Thema Multitouch im Fokus – sowohl auf der Hardware- als auch auf der Software-Seite. In puncto Antriebstechnik schließlich begeben sich die Franzosen mit dem Altivar 1200 erstmals auf das Gebiet der Mittelspannungsumrichter. Zielgruppe der Geräte im Leistungsbereich von 0,3 bis 16 MVA sind auch hier die Endkunden beziehungsweise im ersten Schritt einfache Applikationen wie Pumpen oder Lüfter.









