Lichtschranken

Matthias Göhner | Inka Krischke,

Ortsunabhängige Ferndiagnose

Optische Datenübertragungs-Lichtschranken übertragen die Daten von bewegten Anlagenteilen in der Fördertechnik mittels nicht sichtbarem Infrarot-Laserlicht über große Distanzen. Allerdings konnte die Fehlerdiagnose bislang nur lokal durchgeführt werden.

© Leuze

Überall dort, wo kabelgebundene Systeme zur Kommunikation an ihre Grenzen stoßen, übertragen Datenübertragungs-Lichtschranken die Daten industrieller Netzwerke kontaktlos und verschleißfrei mittels nicht sichtbarem, infraroten Laserlicht. Dazu stehen sich zwei Geräte gegenüber, wobei das eine üblicherweise stationär montiert ist und das gegenüberliegende auf einem bewegten Anlagenteil mitfährt. Der Infrarot-Laser kommuniziert bidirektional. Auf diese Weise lassen sich Distanzen bis maximal 200 m kabellos überbrücken. 

Bis dato am Markt verfügbare optische Datenübertragungs-Lichtschranken erfordern allerdings bei der Inbetriebnahme vor Ort einen nicht unerheb­lichen Aufwand zur Ausrichtung und Justage – und lassen zudem in der Regel ausschließlich eine Fehlerdiagnose vor Ort zu. 

An dieser Stelle setzt Leuze electronic mit der ‚DDLS 500‘ an. Die Datenübertragungs-Lichtschranke verlinkt Ethernet-Netzwerke durch optische Datenübertragung mit einer Bandbreite von 100 Mbit/s. Dabei werden alle gängigen Ethernet-Protokolle wie Profinet, Ethernet IP, Ethercat, Ethernet TCP/IP oder Ethernet UDP realtime bis zu einer Entfernung von 200 m übertragen. Typische Einsatzbereiche der Lichtschranke sind Hub- und Fahrachsen in Regalbediengeräten sowie Verschiebewagen in der Fördertechnik, Portalbrücken und Hallenkräne.

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Ferndiagnose via Webserver

Darüber hinaus ist im Gerät die Möglichkeit der ortsunabhängigen Ferndiagnose realisiert: Dank integriertem Webserver lassen sich von überall her alle relevanten Informationen abrufen, die für die Analyse von Fehlermeldungen einer Maschine oder Anlage erforderlich sind. So müssen Spezialisten, um eine Anlage möglichst schnell wieder in Gang zu setzen, nicht mehr weite Wege in Kauf nehmen und die Diagnose persönlich vor Ort durchführen, sondern können Wartungsarbeiten aus der Ferne initiieren und das Wartungspersonal entsprechend begleiten und unterstützen. 

Eine typische Anwendung der Datenübertragungs-Lichtschranke ist ein Einsatz am Regal­bediengerät zu­sammen mit einem Positioniersystem.

© Leuze

Zur Überwachung der Verfügbarkeit und der Leistungsreserven wird der Empfangspegel konstant überwacht. So kann frühzeitig vor einem drohenden Ausfall gewarnt werden, der beispielsweise durch übermäßige Verschmutzung hervorgerufen wird. Neben den Empfangspegel-LEDs im Bedienfeld steht die Vor-Ausfallmeldung auch als Signal zur Verfügung. Alle Warnmeldungen, die ein Aussetzen der Übertragung ankündigen könnten, werden rechtzeitig angezeigt und in der Version ‚DDLS 548i‘ als Profinet-Teilnehmer mittels Prozessdaten aktiv an die Steuerung übertragen.

Zur schnellen Vor-Ort-Diagnose verfügt die Lichtschranke über eine weithin sichtbare Status-LED zur Anzeige von Warnungen und Fehlern, was Wartung und Diagnose weiter vereinfacht. 

Durch den modularen Grundaufbau lassen sich die Geräte flexibel und je nach Anforderung bedarfsgerecht konfigurieren. Die Anpassungsmöglichkeit an Applikationen beginnt mit der Auswahl der Reichweite: Distanzen von 0,1 bis 200 m sind realisierbar, so dass die Geräte nicht nur für kurze Entfernungen, sondern auch für räumlich ausgedehnte Anlagen taugen. Optional wählbar ist eine Laserausrichthilfe, die sich insbesondere für längere Strecken anbietet. Sie projiziert vier Laserpunkte parallel zur optischen Achse nach unten auf den Boden, wodurch das horizontale Justieren vereinfacht und intuitiv wird. Ein weiteres Funktionsmodul ist eine integrierbare Geräte- und Frontscheibenheizung, die dann wichtig ist, wenn die Lichtschranke in Tiefkühllagern oder im Außenbereich eingesetzt wird.

Montage und Ausrichtung

Zur Basisausstattung der Lichtschranke gehört eine vormontierte Befestigungsplatte mit federgelagerten Taumel-­Elementen, mit der sich das Gerät montieren und ausrichten lässt. Justage-Schrauben helfen bei der horizontalen und vertikalen Ausrichtung der Geräte zueinander. Dazu dreht der Einrichter schlicht an einer Justage-Schraube, bis die vier blinkenden Punkte jeweils im gleichen Abstand zur Fahrschiene beziehungsweise zur Anlage ausgerichtet sind. Die vertikale Ausrichtung erfolgt mittels einer integrierten Wasserwaage und ebenfalls durch Drehen einer zweiten Justage-Schraube. Ein Laserspot markiert den Zielpunkt, an dem das gegenüberliegende Gerät zu montieren ist. Dank dem patentierten ‚Single-handed Adjustment‘-Verfahren zur Ein-Mann-Justage ist die präzise Ausrichtung des Daten-Lichtstrahls durch eine einzige Person möglich. Unterstützt wird die Feinjustage im SHA-Verfahren durch eine selbsterklärende Überwachung des Empfangspegels im Bedienfeld an der Gehäusefront.

Autor:  
Matthias Göhner ist Produkt Marketing Manager bei Leuze electronic in Owen

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