Fraunhofer IPMS

Inka Krischke,

Smarte und kompakte Sensorik durch Edge-KI

Im Projekt ‚InSeKT‘ (Entwicklung von intelligenten Sensor-Kanten-Technologien) arbeiten die TH Wildau, das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) und das Fraunhofer IPMS gemeinsam an neuen Hardware-, Software- und Sensorlösungen, um Künstliche Intelligenz besser an den ‚Edges‘ von IT-Netzwerken einzusetzen.

© Fraunhofer IPMS

Künstliche Intelligenzen müssen hohe Mengen an Daten verarbeiten, und das möglichst schnell. Das Projekt der Technischen Hochschule Wildau, des Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik (IHP) und des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS hat das Ziel, die komplexen Berechnungen direkt am Entstehungsort der Daten, also zum Beispiel unmittelbar am Sensor selbst, zu ermöglichen.

Die Datenverarbeitung mittels KI geschieht derzeit häufig über zentrale Cloud-Computing-Lösungen. Die Berechnung der Daten erfolgt auf zentralen Servern, was dazu führt, dass größere Datenmengen über größere Distanzen übertragen werden. Dadurch kann es immer wieder zu Datenlecks kommen und damit zu Angriffsmöglichkeiten für unbefugte Dritte. Eine dezentrale Datenverarbeitung verbessert nicht nur den Datenschutz, sondern ermöglicht auch eine Echtzeitfähigkeit der Systeme, da Datenübertragungen über große Distanzen hinweg vermieden werden.

Anzeige

Fortschrittliche Sensorik zur Lösung von Material- und Integrationsproblematiken

Der in Cottbus angesiedelte Institutsteil ‚Integrated Silicon Systems‘ des Fraunhofer IPMS arbeitet an der Funktionserweiterung und -integration bereits bestehender MEMS-Sensoren für Edge-KI-Anwendungen. Dabei wird die Signalverarbeitung direkt in den Sensor integriert und Daten können unmittelbar dort gesammelt werden, wo sie entstehen. Das Ziel ist eine erhöhte Anpassungsfähigkeit von Sensoren an unterschiedliche Einsatzszenarien, ohne die darunter liegende Hardware auszutauschen.

Ultraschallsensorchip (L-CMUT) vom Fraunhofer IPMS © Fraunhofer IPMS

Ein erster zentraler Entwicklungsbereich am Fraunhofer IPMS ist die Gasanalyse mittels Ionenmobilitätsspektrometern (IMS). Ein IMS ermöglicht es, ionisierbare Analytsubstanzen schon in geringsten Konzentrationen direkt in der Luft nachzuweisen. Bestehenden Ansätzen fehlt es an ausreichender Miniaturisierbarkeit. Ein erster IMS-Demonstrator, der auf einem FAIMS-Ansatz (field asymmetric-waveform ion mobility spectrometry) beruht, verfügt über flexible Elektrodenabstände, wodurch diese Hürde überwunden werden kann.

Des Weiteren wird das Ziel einer datengestützten Bewertung von Photodetektoren für den nahinfraroten Wellenlängenbereich verfolgt. Diese werden beispielsweise in der Materialanalyse sowie dem Wertstoffrecycling eingesetzt und machen sogar eine Analyse durch Verpackungen hindurch möglich. Besonders die Verbesserung eines Al-TiN-Si-Schottky-Detektorbauelements mit zylindrischen Pyramidalstrukturen zur höheren Empfindlichkeit und besseren Skalierbarkeit durch günstigere Materialien steht hier im Fokus.

Ein dritter Bereich behandelt den angepassten Einsatz von kapazitiven mikromechanischen Ultraschallwandlern (CMUTs) für eine verbesserte Bildgebung. CMUTs sind durch ihre Größe und das kapazitive Wirkprinzip hochempfindliche Ultraschallempfänger. Die sensornahe Signalauswertung ermöglicht hier eine schnellere Bildgebung. „Später können damit sehr genaue Analysen von Handbewegungen mittels eines von Fledermäusen nachempfundenen Ultraschallsignals möglich gemacht werden aber auch die Messung von Blutzucker mittels Ultraschalls“, erklärt Dr. Sebastian Meyer, Leiter des Institutsteils ‚Integrated Silicon Systems‘ am Fraunhofer IPMS.

Im Anschluss verwenden die TH Wildau und das Leibniz IHP die generierten Daten, um Edge-KI-Systeme für die schnellen und exakten Datenverarbeitung zu trainieren. Die Ergebnisse im Projekt ermöglichen weitere Schritte hin zu intelligenteren und kompakteren Sensorsystemen.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

AMA Verband

Innovationspreis 2024 verliehen

Der diesjährige AMA Innovationspreis vom AMA Verband für Sensorik und Messtechnik (AMA) zeichnet das Entwicklerteam um Stanislav Aksarin aus. Der Preis wurde auf der Sensor+Test 2024 in Nürnberg verliehen.

mehr...

Siemens

Für den Eigenbedarf

Siemens betreibt an seinem Standort in Frankfurt Vertical Farming für den Eigenbedarf. Zum Einsatz kommt dabei Siemens-Technologie. Was hier im Kleinen funktioniert, ist auch ein Zukunftsfeld für die Landwirtschaft im Allgemeinen.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Sensor+Test 2024

Kalibrierung steht im Fokus

Vom 11. bis 13. Juni 2024 findet die Sensor+Test in Nürnberg statt – mit einer Premiere: In der ‚Calibration Area‘ zeigen zahlreiche Aussteller unter dem Motto ‚Innovative Calibration‘ Neuheiten zur Kalibrierung von Sensoren und Messtechnik.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Alpha-Omega Technology

IoT-Trends 2024

Das sensorbasierte Internet of Things (IoT) ermöglicht praktikable Lösungen für den ländlichen Raum, präventive Wartungen für die Industrie und eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen. Alpha-Omega Technology benennt drei Trends für das IoT im Jahr...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren