Leuze electronic
Barcode-Leser in der Cloud
Leuze electronic kooperiert mit Microsoft und präsentiert eine erste gemeinsam entwickelte I4.0-fähige Sensorlösung auf Basis des Barcode-Lesers ‚BCL 348i‘. Dr. Henning Grönzin erläutert die Details.
Dr. Grönzin: Bei Industrie 4.0 geht es grundsätzlich um Daten und deren Austausch in verschiedene Ebenen und Richtungen. Wir sind Hersteller im Bereich Optosensorik und agieren damit als Datenlieferant. Im Kontext von Industrie 4.0 sind nun Plattformen nötig, in denen diese Daten aggregiert und analysiert werden, und Microsoft stellt mit der ‚Azure Cloud‘ eine sehr mächtige zur Verfügung. Um die Daten aus den Leuze-Sensoren in die Azure Cloud zu übertragen, wird ein standardisiertes Kommunikationsmodell benötigt – hier bietet sich OPC UA derzeit als der aus unserer Sicht vielversprechendste Kandidat an.
Was bringt die ‚Azure Cloud‘ von Microsoft?
Dr. Grönzin: Microsoft ist mit ihr einer der führenden Cloud-Anbieter. Die ‚Azure Cloud‘ bietet Nutzern eine Vielzahl von Cloud-Anwendungen und -Diensten zur Datenbearbeitung und -analyse. Sie fungiert als Datenempfänger für nicht-steuerungsbezogene Daten und ermöglicht eine globale Verfügbarkeit derselben.
Wie haben Sie die Anbindung des Barcode-Lesers realisiert?
Dr. Grönzin: Prozess- und Metadaten unseres Barcode-Lesers ‚BCL 348i‘ werden über das OPC UA Publish/Subscriber Communication Modell – kurz PSCM – in den ‚Azure IoT-Hub‘ von Microsoft übertragen. Diese Übertragung erfolgt über das Advanced Message Queuing Protokoll – kurz AMQP – der OPC-UA-Schnittstelle. In der Cloud werden die Daten vom IOT-Hub erfasst und den Cloud-Services zur Analyse und Visualisierung bereitgestellt. Für erweiterte Steuerungsaufgaben mit intensivem bidirektionalen Datenaustausch steht mit der Reverse-IoT-Proxy-Lösung ein weiterer Mechanismus zur Verfügung.
Und wie sieht die Kommunikation zwischen Barcode-Leser und Cloud aus?
Dr. Grönzin: Der Fokus liegt auf dem Monitoring von Sensordaten. Der Barcode-Leser übergibt Daten in die Cloud – in erster Linie Gerätedaten, wie beispielsweise Geräte-Identifikation und -Status, Statistikdaten sowie Daten, die nicht steuerungsrelevant sind. Zusätzlich spielen die Kommunikation von Ereignissen und steuernde Funktionen von der Cloud in den Barcode-Leser eine Rolle; dies erfolgt via Command/Control-Erweiterungen.
Was konnten Besucher am Messestand konkret sehen?
Dr. Grönzin: Konkret sichtbar für den Messebesucher waren Geräte-Informationen, Statusdaten vom Gerät sowie Lesestatistiken und -ergebnisse. Darüber hinaus haben wir gezeigt, wie sich ein Sensor über ein global verfügbares User Interface steuern lässt, indem der Benutzer das Lesetor eines Barcode-Lesers öffnen und schließen kann. Zudem zeigten wir einen Anwendungsfall, der die Analysefähigkeit der Cloud nutzt, abgegebene Sensordaten bewertet und die Ergebnisse global verfügbar macht.










