Leuze electronic

Inka Krischke,

Ab in die Cloud

Wie gelingt die Anbindung auch weniger intelligenter Sensoren an die Cloud? Ingo Baumgardt, Head of Sensor Communication bei Leuze electronic, erläutert die Möglichkeiten.

Ingo Baumgardt: "Mit Augmented Reality lassen sich Inbetriebnahme und Maintenance maßgeblich vereinfachen."

© Computer&AUTOMATION

Auf der letzten SPS IPC Drives hat Leuze electronic eine erste gemeinsam mit Microsoft entwickelte I4.0-fähige Sensorlösung auf Basis eines Barcode-Lesers und OPC UA vorgestellt. Was gibt es dieses Jahr? 

Baumgardt: Durch die Kooperation mit der OPC Foundation und Microsoft Azure konnten wir im Barcode-Leser ‚BCL 300‘, ein embedded device ohne Realtime-Betriebssystem, ein OPC-UA-Interface integrieren und damit einen zweiten Informationskanal parallel zur Prozesssteuerung anbieten. Inzwischen ist ein OPC-UA-Interface auch in weiteren unserer Sensoren verfügbar. Zudem haben wir bereits im Frühjahr 2017 neue Wege zur Visualisierung von Sen­sordaten gezeigt: Mit Hilfe der Microsoft Hololens wurden Informationen direkt in eine reale Applikation projiziert. Diese Augmented Reality ergänzen wir zum Beispiel mit 3D-Informationen des Sensors, um so Inbetriebnahme und Maintenance zu vereinfachen.

Wie intelligent müssen die angeschlossenen Sensoren sein, um Daten mit der Azure Cloud austauschen zu können?

Baumgardt: Grundsätzlich werden Informationen mit der Cloud über das IT-Netzwerk eines Unternehmens ausgetauscht. Das heißt, alle Geräte, die Daten an Microsoft Azure senden wollen, müssen ein Ethernet-TCP/IP-basierendes Kommunikations-Interface wie zum Beispiel Profinet oder Ethernet/IP unterstützen. 

Heute erfasst selbst eine ‚einfache‘ Lichtschranke Umgebungsbedingungen und überwacht die eigene Funktionsreserve, um im Bedarfsfall Warnmeldungen an die Anlagensteuerung absetzen zu können. Allerdings beschränkt sich der Datenaustausch – bedingt durch die physikalische Schnittstelle – in der Regel auf binäre Signale. Mit IO-Link können diese Sensoren detaillierte Daten für beispielsweise ein Device Management oder Condition Monitoring anzubieten. Die überlagerte IO-Link-Masterbaugruppe übersetzt die Informationen und wandelt sie in eine Kommunikation zur Steuerung um – und neu auch über OPC UA zu Cloud-basierten Lösungen!

Was können Messebesucher dazu an Ihrem Stand sehen?

Baumgardt: Wir zeigen eine Kombination aus komplexer Identifikationssensorik und ‚einfachen‘ Trigger-Lichtschranken, die über OPC UA mit der Cloud-Plattform ‚Connected Sensors‘ kommunizieren und so Lösungen für ein modernes Device Management oder für übergreifende Predictive-Maintenance-Ansätze ermöglichen. 

Wie sieht die Roadmap Richtung Industrie 4.0 aus?

Baumgardt: Wir werden die bestehende Infrastruktur weiter ausbauen und mit Security-Mechanismen vervollständigen – unter anderem basierend auf den OPC-UA-Technologien. So können wir moderne Sensorlösungen speziell in der Intralogistik und Verpackungsindustrie, im Bereich Werkzeugmaschinen, der Automobil­industrie und Medizintechnik anbieten.

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