zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

IBM

Smart Buildings - Hintertür für Hacker?

Immer mehr Gebäude werden vernetzt. Und damit steigen auch die Sicherheitsrisiken. In einem von IBM durchgeführten "Ethical Hacking Experiment" wurden die Folgen mangelnder Sicherheit simuliert. Die Ergebnisse sind beunruhigend.

© Fotolia, ra2 studio

Die IoT-basierte Vernetzung von Gebäuden bietet laut der aktuellen IBM-Studie viel Angriffspotenzial für Hacker.

© IBM

Über das Internet-of-Things (IoT) vernetzte, intelligente 'Smart Buildings' liegen im Trend, denn sie reduzieren die Betriebskosten, sparen Energie und können einfacher überwacht und in Stand gehalten werden: Fernwartung sowie die Fernsteuerung von Klimatechnik, Heizung und Beleuchtung lauten zentrale Stichworte. Bisher allerdings waren diese Fernwartungs-  und  Steuerungseinrichtungen isolierte Systeme, die als proprietäre Lösungen nicht mit dem Internet verbunden waren. Besondere Sicherheitsvorkehrungen gegen Cyberattacken waren daher auch nicht notwendig. Das ändert sich gerade und genau daraus ergeben sich neue Sicherheitsrisiken: In einem von IBM durchgeführten "Ethical Hacking Experiment" wurden die Folgen mangelnder Sicherheit simuliert. Die Ergebnisse können nicht beruhigen.

Sorglosigkeit als größte Gefahr

Smart Homes, intelligente Fabriken und Verwaltungsgebäude repräsentierten bereits im vergangenen Jahr laut Gartner rund 45 % aller "vernetzten Dinge" weltweit. Das Analystenhaus schätzt, dass in diesen 'Smart Buildings' über 206 Millionen entsprechend vernetzte Geräte in Betrieb sind, deren Anzahl sich zudem bis 2017 auf 648 Millionen mehr als verdreifachen wird.

Eine Entwicklung, die auch Kopfzerbrechen bereiten könnte: Denn die größte Gefahr ist die Sorglosigkeit. Vernetzte Gebäude schaffen eine Art "Schatten-IoT" – ein stetig wachsendes Netzwerk an Geräten, die mit dem Internet verbunden sind, aber vom Radar üblicher Sicherheitsmaßnahmen im Zuge der digitalen Vernetzung noch nicht erfasst wurden. Das heißt: Gebäude, die eine Anbindung an das IoT haben, sind Cyberattacken ziemlich schutzlos ausgeliefert. Über die damit verbundenen Risiken wurde noch kaum nachgedacht. Hier lauert jedoch eine erhebliche Gefahr. Denn bei einem Angriff auf ein vernetztes Gebäude können nicht nur sensible Daten gestohlen oder IT-Systeme manipuliert werden, sondern es drohen auch physische Schäden für Menschen und Gebäude. Denn moderne Gebäudesysteme steuern oft auch Aufzüge, Rolltreppen, Brandmeldeanlagen und gebäudeinterne Sicherheitssysteme.

In besonders sicherheitssensiblen Einrichtungen wie etwa Flughäfen, Kraft- oder Klärwerken, Hospitälern oder Haftanstalten könnten die Folgen mangelnder Sicherheit sogar noch dramatischer sein. IBM hat dies in seinem Ethical Hacking Experiment vor kurzem simuliert.

Anzeige

Ergebnis des simulierten Hacker-Angriffes

IBM hat in einem Ethical Hacking Experiment den Angriff auf ein real vernetztes Gebäude simuliert. Entdeckt wurden dabei ein gutes Dutzend Sicherheitslücken, die es ihnen nicht nur ermöglichten, in das Gebäudesystem einzudringen, sondern auch Zugriff auf den zentralen Server zu erlangen, über den über 20 weitere Gebäude überall in den USA gesteuert werden. Würde es Cyberkriminellen gelingen, die Kontrolle über diesen Server zu bekommen, hätte das gravierende Folgen für die gesamte Gebäudesicherheit, angefangen von der Steuerung der Fahrstühle bis hin zur Stromversorgung. So lautete das ernüchternde Fazit dieses Experiments.

Hier besteht echter Handlungsbedarf, denn die IoT-basierte Vernetzung von Gebäuden schreitet unaufhaltsam voran, wie die Zahlen von Gartner belegen. Außerdem gaben in einer aktuellen Umfrage unter sogenannten Building Automation System-Managern 84 % der Befragten an, dass sie mindestens ein Gebäude-System verwalten, das mit dem Internet verbunden ist. Und vier von zehn bestätigten, dass solche Systeme auch mit übergeordneten  Unternehmensnetzwerken verbunden sind. Dennoch haben bisher nicht einmal ein Drittel der Befragten Maßnahmen ergriffen, um die Cybersicherheit ihrer intelligenten Gebäude an die neuen Entwicklungen anzupassen.  

"Technologien und Lösungen sind vorhanden, um smarte, vernetzte Gebäude gegen Cyberattacken zu schützen", sagt Gerd Rademann, Business Unit Executive, IBM Security Systems Germany, Austria, Switzerland. "Doch noch fehlt in vielen Fällen das Bewusstsein dafür, wie angreifbar Smart Buildings auch sein können. Hier sollten die Verantwortlichen unbedingt aktiv werden."

Weitere Informationen stellt IBM in seinem Security-Intelligence-Blog bereit.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

OPC Foundation

OPC UA von der Cloud bis zum Sensor

OPC UA etabliert sich auch als Standard für den Austausch von Prozessdaten zwischen Steuerungen. Der nächste Schritt ist nun, die für den Anwendungsfall Controller-to-Controller entwickelten Konzepte für die Anwendungsfälle Controller-to-Device und...

mehr...
Anzeige

Delta Logic

Update bringt Unterstützung für TIA V19

Delta Logic hat die Software ‚Accon OPC UA Server‘ auf Version 1.4.0.0 aktualisiert. Zu den neuen Merkmalen gehören der Support für TIA Portal-Projekte der Version V19 sowie für die aktuelle Firmware für CPUs der Siemens-Steuerungen S7-1200 und...

mehr...

SPS 2024

Automation trifft auf Innovation

Vom 12. bis 14. November findet die SPS – Smart Production Solutions in Nürnberg statt. Auch in diesem Jahr greifen Veranstalter und Aussteller die Trends der Automatisierungsbranche auf und zeigen passende Lösungen. Auch dem Einzug der IT in die...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

ISW Stuttgart

TSN im Verbund mit EtherCAT

TSN ist ein wichtiger Baustein für die konvergente Kommunikation in der flexiblen Produktion. Für den Übergang ist die Beherrschung und Integration bestehender Feldbustechnologien wie EtherCAT ein wichtiger Bestandteil. Eine Bestandsaufnahme, was...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren