zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

IBM Threat Index 2026

Andrea Gillhuber,

44 % mehr Angriffe über öffentliche Anwendungen

Der ‚X-Force Threat Intelligence Index 2026‘ von IBM zeigt einen deutlichen Anstieg KI-gestützter Cyberangriffe. 2025 begannen 40 % der weltweit beobachteten Vorfälle mit der Ausnutzung von Schwachstellen. Europa war mit 25 % Anteil die dritthäufigste Zielregion.

© IBM

Laut dem Bericht stieg die Zahl der Angriffe, die mit der Ausnutzung öffentlich zugänglicher Anwendungen begannen, um 44 %. Hauptursachen waren fehlende Authentifizierungskontrollen und KI-gestützte Schwachstellenscans. Weltweit war die Ausnutzung von Sicherheitslücken 2025 mit 40 % die häufigste Ursache für Sicherheitsvorfälle.

Mark Hughes, Global Managing Partner für Cybersecurity Services bei IBM, sagte: „Angreifer erfinden keine Playbooks neu, sondern beschleunigen sie mit KI“.

Ransomware-Gruppen nehmen um 49 % zu

Die Zahl aktiver Ransomware- und Erpressungsgruppen stieg im Jahresvergleich um 49 %. Gleichzeitig erhöhten sich die öffentlich bekanntgegebenen Opferzahlen um rund 12 %. Laut X-Force handelt es sich zunehmend um kleinere, kurzlebige Gruppierungen, deren Zuordnung erschwert ist. Niedrigere Markteintrittsbarrieren, wiederverwendete geleakte Werkzeuge und KI-gestützte Automatisierung tragen zu dieser Entwicklung bei.

Lieferketten viermal häufiger kompromittiert

Seit 2020 haben sich größere Kompromittierungen von Lieferketten und Drittanbietern nahezu vervierfacht. Angreifer nutzten insbesondere Vertrauensbeziehungen sowie CI/CD-Automatisierung in Entwicklungsumgebungen und SaaS-Integrationen. Mit dem verstärkten Einsatz KI-gestützter Programmierwerkzeuge rechnet IBM für 2026 mit weiter steigendem Druck auf Software-Pipelines und Open-Source-Ökosysteme.

Anzeige

Über 300.000 offengelegte ChatGPT-Zugangsdaten

Infostealer-Malware führte 2025 zur Offenlegung von mehr als 300.000 Zugangsdaten zur Plattform ChatGPT. Der Bericht verweist darauf, dass KI-Plattformen damit vergleichbare Identitätsrisiken wie andere zentrale SaaS-Anwendungen aufweisen. Neben dem Kontozugriff bestehen zusätzliche Risiken durch Manipulation von Ausgaben, Exfiltration sensibler Daten oder das Einschleusen schädlicher Prompts.

Europa dritthäufigste Zielregion weltweit

Europa war 2025 Ziel von 25 % der von IBM untersuchten Angriffe und lag damit hinter Nordamerika mit 29 % sowie der Region Asien-Pazifik. 2024 hatte Europas Anteil noch bei 23 % gelegen.

In Europa war die Ausnutzung öffentlich zugänglicher Anwendungen mit 40 % die häufigste Angriffsursache. Malware kam in 43 % der Fälle zum Einsatz, die Nutzung legitimer Tools sowie unbefugter Serverzugriff jeweils in 26 %. Credential Harvesting stellte mit 40 % die häufigste Angriffsfolge dar, gefolgt von Datenlecks mit 27 % und Datendiebstahl mit 13 %.

Der Finanz- und Versicherungssektor war 2025 mit 39 % der Vorfälle am stärksten betroffen, nach 18 % im Vorjahr. Professional-, Geschäfts- und Verbraucherdienstleistungen sanken im gleichen Zeitraum von 38 auf 18 %. Die Fertigungsindustrie blieb mit 27,7 % der weltweit beobachteten Vorfälle im fünften Jahr in Folge der am häufigsten angegriffene Sektor.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Illumio

Warum IT/OT-Grenzen neu gedacht werden müssen

Smart Factories verbinden Produktionsanlagen, Steuerungen und IT-Systeme über gemeinsame Netzwerke – eine Entwicklung, die die Effizienz zwar steigert, aber auch zusätzliche Angriffsflächen schafft. Um diese Risiken zu beherrschen, müssen...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Axians

Fünf unbequeme Wahrheiten über OT‑Security

Firewalls kaufen kann jeder. OT-Security machen die wenigsten wirklich. Timmi Hopf, Business Development Manager OT Cybersecurity bei Axians, benennt in seinem Kommentar fünf unbequeme Wahrheiten aus der Praxis und erklärt, warum der erste Schritt...

mehr...
Anzeige

Kaspersky

Einsparpotentiale erkennen

Mit dem 'Kaspersky OT Cybersecurity Savings Calculator' können Industrieunternehmen die potenziellen Kosten unzureichender OT-Sicherheit (Operational Technology) quantifizieren.

mehr...

Adlon

Sicherheitsportfolio erweitert

Die Firma Adlon entwickelt ihr Security Operations Center weiter und ergänzt das bestehende Managed SOC für Microsoft 365-Umgebungen (basierend auf Managed XDR) um ein weiteres Modul: 'Managed SOC Advanced'.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Videc

Predictive Maintenance ohne Hype

Predictive Maintenance ist zu einem Hype-Thema geworden und gilt als maßgeblich in der digitalen Transformation der Industrie. Wann sie sich wirklich lohnt, erläutert Tim Brexendorf, Geschäftsführer von Videc Data Engineering, in einem Expertipp.

mehr...

Parasoft

So entspricht Software der EU-Verordnung

Neue gesetzliche Vorgaben zur Cybersicherheit betreffen nahezu alle Anbieter digitaler Produkte im EU-Markt. Die Cyberresilienz-Verordnung definiert verbindliche Standards und Meldepflichten. Dieser Beitrag gibt einen strukturierten Überblick über...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren