IBM Threat Index 2026
44 % mehr Angriffe über öffentliche Anwendungen
Der ‚X-Force Threat Intelligence Index 2026‘ von IBM zeigt einen deutlichen Anstieg KI-gestützter Cyberangriffe. 2025 begannen 40 % der weltweit beobachteten Vorfälle mit der Ausnutzung von Schwachstellen. Europa war mit 25 % Anteil die dritthäufigste Zielregion.
Laut dem Bericht stieg die Zahl der Angriffe, die mit der Ausnutzung öffentlich zugänglicher Anwendungen begannen, um 44 %. Hauptursachen waren fehlende Authentifizierungskontrollen und KI-gestützte Schwachstellenscans. Weltweit war die Ausnutzung von Sicherheitslücken 2025 mit 40 % die häufigste Ursache für Sicherheitsvorfälle.
Mark Hughes, Global Managing Partner für Cybersecurity Services bei IBM, sagte: „Angreifer erfinden keine Playbooks neu, sondern beschleunigen sie mit KI“.
Ransomware-Gruppen nehmen um 49 % zu
Die Zahl aktiver Ransomware- und Erpressungsgruppen stieg im Jahresvergleich um 49 %. Gleichzeitig erhöhten sich die öffentlich bekanntgegebenen Opferzahlen um rund 12 %. Laut X-Force handelt es sich zunehmend um kleinere, kurzlebige Gruppierungen, deren Zuordnung erschwert ist. Niedrigere Markteintrittsbarrieren, wiederverwendete geleakte Werkzeuge und KI-gestützte Automatisierung tragen zu dieser Entwicklung bei.
Lieferketten viermal häufiger kompromittiert
Seit 2020 haben sich größere Kompromittierungen von Lieferketten und Drittanbietern nahezu vervierfacht. Angreifer nutzten insbesondere Vertrauensbeziehungen sowie CI/CD-Automatisierung in Entwicklungsumgebungen und SaaS-Integrationen. Mit dem verstärkten Einsatz KI-gestützter Programmierwerkzeuge rechnet IBM für 2026 mit weiter steigendem Druck auf Software-Pipelines und Open-Source-Ökosysteme.
Über 300.000 offengelegte ChatGPT-Zugangsdaten
Infostealer-Malware führte 2025 zur Offenlegung von mehr als 300.000 Zugangsdaten zur Plattform ChatGPT. Der Bericht verweist darauf, dass KI-Plattformen damit vergleichbare Identitätsrisiken wie andere zentrale SaaS-Anwendungen aufweisen. Neben dem Kontozugriff bestehen zusätzliche Risiken durch Manipulation von Ausgaben, Exfiltration sensibler Daten oder das Einschleusen schädlicher Prompts.
Europa dritthäufigste Zielregion weltweit
Europa war 2025 Ziel von 25 % der von IBM untersuchten Angriffe und lag damit hinter Nordamerika mit 29 % sowie der Region Asien-Pazifik. 2024 hatte Europas Anteil noch bei 23 % gelegen.
In Europa war die Ausnutzung öffentlich zugänglicher Anwendungen mit 40 % die häufigste Angriffsursache. Malware kam in 43 % der Fälle zum Einsatz, die Nutzung legitimer Tools sowie unbefugter Serverzugriff jeweils in 26 %. Credential Harvesting stellte mit 40 % die häufigste Angriffsfolge dar, gefolgt von Datenlecks mit 27 % und Datendiebstahl mit 13 %.
Der Finanz- und Versicherungssektor war 2025 mit 39 % der Vorfälle am stärksten betroffen, nach 18 % im Vorjahr. Professional-, Geschäfts- und Verbraucherdienstleistungen sanken im gleichen Zeitraum von 38 auf 18 %. Die Fertigungsindustrie blieb mit 27,7 % der weltweit beobachteten Vorfälle im fünften Jahr in Folge der am häufigsten angegriffene Sektor.











