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Artikel und Hintergründe zum Thema

Sophos Dark-Web-Report

Andrea Gillhuber,

Cyberkriminelle nutzen sensible Mitarbeiterdaten als Druckmittel

Ransomware-Gruppen verwenden Informationen aus gestohlen Daten, um Unternehmen zur Zahlung zur zwingen. Dazu zählt auch, sensible Mitarbeiterdaten zu nutzen, um das Unternehmen unter Druck zu setzen. Das zeigt der aktuelle Sophos X-Ops Report.

© Pete Linforth/Pixabay

Sophos hat den neuen Dark-Web-Report »Turning the Screws: The Pressure Tactics of Ransomware Gangs« veröffentlicht. Darin wird detailliert beschrieben, wie Cyberkriminelle gestohlene Daten als Mittel einsetzen, um den Druck auf zahlungsunwillige Zielpersonen zu erhöhen. Zu den Druckmitteln gehören die Weitergabe von Kontaktdaten, das Veröffentlichen von Informationen über Familienmitglieder von CEOs und Geschäftsinhabern oder die Drohung, Informationen über illegale Geschäftsaktivitäten, die in gestohlenen Daten aufgedeckt wurden, an die Behörden zu melden. Der Sophos X-Ops Bericht zeigt zudem, dass Ransomware-Banden ihre Zielpersonen als »unverantwortlich und fahrlässig« bezeichnen und einzelne Opfer, deren persönliche Informationen gestohlen wurden, dazu auffordern, einen Rechtsstreit gegen ihren Arbeitgeber zu führen.

»Im Dezember 2023, im Zuge des MGM Casino Breach, stellte Sophos die Tendenz bei Ransomware-Gruppen fest, dass sie die Medien als eines ihrer Werkzeuge versuchen zu instrumentalisieren. Auf diese Art und Weise können die Cyberkriminellen nicht nur den Druck auf ihre Opfer erhöhen, sondern die Kontrolle über die Story übernehmen und die Schuld abschieben. Zudem beobachten die Sicherheitsspezialisten, dass die Banden die Führungskräfte der Unternehmen, die sie für die Ransomware-Attacke verantwortlich machen, ins Visier nehmen. In einem Post veröffentlichten die Angreifer ein Foto eines Geschäftsinhabers mit Teufelshörnern zusammen mit dessen Sozialversicherungsnummer. In einem anderen Posting forderten die Angreifer die Mitarbeiter auf, von ihrem Unternehmen eine ‚Entschädigung‘ zu verlangen, und in anderen Fällen drohten die Angreifer damit, Kunden, Partner und Konkurrenten über Datenverletzungen zu informieren. Dieses Vorgehen schafft eine Art Blitzableiter für Schuldzuweisungen, erhöht den Druck auf Unternehmen für das Zahlen von Lösegeldern und verschlimmert möglicherweise den Imageschaden aufgrund eines Angriffs für das Unternehmen“, sagt Christopher Budd, Director Threat Research bei Sophos.

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Sensible Mitarbeiterdaten für Erpressung genutzt

Sophos X-Ops hat außerdem mehrere Posts von Ransomware-Angreifern gefunden, in denen sie ihre Pläne beschreiben, wie sie nach Informationen in gestohlenen Daten suchen, um diese als Druckmittel zu verwenden, wenn Unternehmen nicht zahlen. In einem Posting weist der Ransomware-Akteur WereWolves beispielsweise darauf hin, dass alle gestohlenen Daten »einer strafrechtlichen, einer kommerziellen und einer Bewertung im Hinblick auf Insider-Informationen für Wettbewerber« unterzogen werden. In einem anderen Beispiel stellte die Ransomware-Gruppe Monti fest, dass ein Angestellter eines Zielunternehmens nach Material über sexuellen Kindesmissbrauch suchte und drohte, mit den Informationen zur Polizei zu gehen, wenn das Unternehmen das Lösegeld nicht zahle.

Diese Nachrichten spiegeln den allgemeinen Trend wider, bei dem Kriminelle zunehmend versuchen, Unternehmen mit sensiblen Daten über Mitarbeiter, Kunden oder Patienten zu erpressen – beispielsweise psychiatrische Daten, medizinische Daten von Kindern, Informationen über sexuelle Probleme von Patienten oder Bilder von nackten Patienten. In einem Ransomware-Fall postete die Qiulong-Ransomware-Gruppe die persönlichen Daten der Tochter eines CEO sowie einen Link zu ihrem Instagram-Profil.

»Ransomware-Banden werden immer invasiver und dreister darin, wie und was sie als Waffe einsetzen. Um den Druck auf Unternehmen zu erhöhen, stehlen sie nicht nur Daten und drohen mit deren Weitergabe. Sie analysieren zudem intensiv die Daten und Informationen, um den Schaden zu maximieren und neue Möglichkeiten für Erpressungen zu schaffen. Das bedeutet, dass sich Unternehmen nicht nur um Unternehmensspionage, den Verlust von Geschäftsgeheimnissen oder illegale Aktivitäten von Mitarbeitern sorgen müssen, sondern auch um derartige Probleme im Zusammenhang mit Cyberattacken«, so Budd.

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