IBM Cost of a Data Breach Report 2023

Andrea Gillhuber,

4,3 Mio. Euro Kosten für ein Datenleck

IBM Security hat seinen jährlichen Cost of a Data Breach Report veröffentlicht. Darin werden die durchschnittlichen Kosten für ein Datenleck errechnet. Die Kosten dafür werden in der Regel an den Verbraucher weitergegeben.

© IBM Security

Die durchschnittlichen Kosten eines Datenlecks, also einer Verletzung der Sicherheit, der Integrität oder auch der Verfügbarkeit von Daten, sind im Jahr 2023 leicht gesunken. Das geht aus dem Cost of a Data Breach Report von IBM Security hervor. Demnach reduzierten sich die Kosten von 4,41 Mio. Euro im Jahr 2022 auf 4,3. Mio. Euro im laufenden Jahr. Im Durchschnitt haben die analysierten deutschen Unternehmen im Schnitt 182 Tage benötigten, um Datenlecks aufzudecken und einzudämmen. Das sind 95 Tage weniger als im globalen Durchschnitt (277 Tage).

Mehr als 95 % der befragten Unternehmen gaben an, mehr als von einem Vorfall betroffen zu sein. Laut dem Bericht von 2023 sind sie sich aber uneins darüber, wie sie mit den zunehmenden Kosten und der Häufigkeit von Datenlecks umgehen wollen. Betroffene Unternehmen geben die Kosten bisher eher an die Verbraucher weiter (57 %), als dass ihre Sicherheitsinvestitionen erhöhen (51 %).

Die Ergebnisse des Berichts

Der 2023 Cost of a Data Breach Report basiert auf einer Analyse realer Datenlecks, die 553 Unternehmen weltweit zwischen März 2022 und März 2023 erlitten haben. Die von IBM Security in Auftrag gegebene und analysierte Studie wurde vom Ponemon Institute durchgeführt und wird seit 18 Jahren veröffentlicht. Zu den wichtigsten Ergebnissen des IBM-Berichts 2023 gehören:

  • Künstliche Intelligenz und Automatisierung hatten den größten Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit der die untersuchten Unternehmen Datenlecks erkennen und eindämmen konnten. Deutsche Unternehmen, die stark auf beide Technologien setzen, verzeichneten einen 81 Tage kürzeren Lebenszyklus von Datenlecks als Unternehmen, die diese Technologien nicht einsetzten (160 Tage versus 241 Tage).
  • Ransomware-Opfer in der Studie, die die Strafverfolgungsbehörden einschalteten, sparten im Vergleich zu denjenigen, die die Strafverfolgungsbehörden nicht einschalteten, weltweit durchschnittlich 470.000 US-Dollar (ca. 418.000 Euro) an Kosten pro Vorfall. Trotz dieser potenziellen Einsparungen haben 37 % der untersuchten Ransomware-Opfer bei einem Ransomware-Angriff die Strafverfolgungsbehörden nicht eingeschaltet.
  • Nur ein Drittel der weltweit untersuchten Vorfälle wurde von eigenen Cyber-Security-Teams der Unternehmen entdeckt, während 27 % durch die Angreifer aufgedeckt wurden. Datenlecks, die erst durch den Angriff offenbart wurden, kosteten im globalen Durchschnitt fast 1 Mio. Dollar (ca. 890.000 Euro) mehr als jene bei den Organisationen, welche die Angriffe selbst erkannten.
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KI und Automatisierung spart Zeit und Kosten

Laut dem Bericht von 2023 haben die weltweit analysierten Unternehmen, die KI und Automatisierung im Sicherheitsbereich vollständig einsetzen einen durchschnittlich 108 Tage kürzeren Zeitraum von Datenlecks im Vergleich zu Unternehmen, die diese Technologien nicht einsetzen. Zudem meldeten sie deutlich geringere Kosten für solche Vorfälle. Die analysierten Unternehmen, die umfassend auf KI und Automatisierung im Sicherheitsbereich gesetzt haben, verzeichneten im globalen Durchschnitt auch um fast 1,8 Mio. US-Dollar (ca. 1,6 Mio. EUR) niedrigere Kosten im Falle von Datenlecks als Unternehmen, die diese Technologien nicht eingesetzt haben - die größte Kostenersparnis, die in dem Bericht ermittelt wurde.

Dieser Trend zeigte sich auch bei deutschen Unternehmen. Diejenigen, die im Cyber-Security-Bereich bereits KI und Automatisierung ausgiebig nutzen, meldeten durchschnittliche Kosten von „nur“ 3,51 Mio. Euro pro Schadensereignis. Unternehmen, die keine derartigen Technologien einsetzen, mussten mit durchschnittlichen Kosten von 5,27 Mio. Euro pro Datenleck rechnen. Das entspricht 1,76 Mio. Euro mehr. Trotzdem setzen 47 % der analysierten Unternehmen in Deutschland bisher keine KI- oder Automatisierungslösungen im Cyber-Security Bereich ein. Es gibt hier also bedeutendes Potenzial, die Zeiten für Erkennung und Behebung deutlich zu verkürzen und auch die Kosten von Datenlecks zu senken.

Ransomware-Angriffe – Schweigen ist Silber, Reden ist Gold

Einige untersuchte Unternehmen scheuen sich nach wie vor, bei einem Ransomware-Angriff die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten, weil sie glauben, dass dies die Situation nur verkomplizieren würde. In diesem Jahr hat sich der IBM-Bericht zum ersten Mal näher mit diesem Thema befasst und das Gegenteil bewiesen. Bei den analysierten Unternehmen, die die Strafverfolgungsbehörden nicht einschalteten, war weltweit der Zeitraum der Datenlecks im Durchschnitt 33 Tage länger als bei denen, die die Strafverfolgungsbehörden einschalteten - und dieses Schweigen hatte seinen Preis. Die untersuchten Ransomware-Opfer, die die Strafverfolgungsbehörden nicht einschalteten, zahlten im Durchschnitt 470.000 US-Dollar (ca. 418.000 Euro) mehr, als diejenigen, die dies taten.

Trotz der laufenden Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden, mit Ransomware-Opfern zusammenzuarbeiten, entschieden sich global 37 % der analysierten Unternehmen dafür, sie nicht einzuschalten. Hinzu kommt, dass fast die Hälfte (47 %) aller untersuchten Ransomware-Opfer Berichten zufolge das Lösegeld bezahlt hat. Es ist klar, dass Unternehmen mit diesen falschen Vorstellungen über Ransomware aufräumen sollten. Die Zahlung von Lösegeld und die Tatsache, dass die Strafverfolgungsbehörden nicht eingeschaltet werden, treiben nur die Schadenskosten in die Höhe und verzögern die Reaktion.

Cybersecurity-Teams entdecken Verstöße nur selten selbst

Bei der Erkennung und Abwehr von Bedrohungen sind einige Fortschritte zu verzeichnen. Laut dem IBM Threat Intelligence Index 2023 konnten die Cyber-Security-Teams im vergangenen Jahr einen größeren Anteil der Ransomware-Angriffe abwehren. Dennoch finden die Angreifer immer noch Wege, um durch die Lücken der Verteidigungsmaßnahmen zu schlüpfen. Der Bericht ergab, dass weltweit nur einer von drei untersuchten Vorfällen von den eigenen Sicherheitsteams oder -tools des Unternehmens entdeckt wurde, während 27 % der Datenlecks erst durch den Angreifer und 40 % von einer neutralen dritten Partei wie etwa den Strafverfolgungsbehörden aufgedeckt wurden.

Bei Unternehmen, die die Datenlecks selbst entdeckten, fielen die Kosten pro Vorfall um fast 1 Million US-Dollar (ca. 890.000 EUR) geringer aus als bei Unternehmen, die durch einen Angreifer entdeckt wurden (5,23 Millionen US-Dollar gegenüber 4,3 Millionen US-Dollar bzw. ca. 4,65 Mio Euro gegenüber ca. 3,82 Mio. Euro). Durch den Angreifer aufgedeckte Datenlecks hatten außerdem eine um fast 80 Tage längere Laufzeit (320 gegenüber 241 Tage) im Vergleich zu Unternehmen, die den Vorfall intern aufdeckten. Die beträchtlichen Kosten- und Zeiteinsparungen, die sich aus der Früherkennung ergeben, zeigen, dass sich die Investition in diese Strategien langfristig auszahlen würde.

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