Wandelbots Nova
Erstes Betriebssystem für Roboter
Wandelbots hat nach eigenen Angaben das weltweit erste Betriebssystem vorgestellt, das speziell für die industrielle Robotik-Automatisierung entwickelt wurde. CPO Stephan Hotz erläutert Details.
Wie ermöglicht ‚Nova‘ die herstellerübergreifende Programmierung von Robotern und welche Schnittstellen stehen hierfür zur Verfügung?
Der Kern (Core) von Wandelbots ‚Nova‘ bildet ein durchgängiges Software-System, das die Programmier-Plattformen vor Roboterherstellern vereinheitlicht und abstrahiert. Hierzu arbeitet Wandelbots aktiv mit den Roboterherstellern zusammen und nutzt deren Controller-Schnittstellen. Dieses durchgängige Software-System stellen wir den Entwicklern, die auf Wandelbots Nova arbeiten, in Form eines umfänglich dokumentierten ‚API Repository‘ zur Verfügung. So können erfahrene Entwickler direkt in Python auf Basis der API herstelleragnostische Roboter-Programme erstellen. Des Weiteren bieten wir eine auf der API basierende Skriptsprache, Wandelscript, an. Dies ermöglicht es Entwicklern, die aus der klassischen Roboterprogrammierung kommen und weniger Erfahrung mit der Programmierung in Python haben, direkt und einfach auf Nova zu arbeiten.
Inwiefern unterstützt das Betriebssystem die Integration bereits vorhandener Hardware?
Zum Beta-Launch ist Nova direkt kompatible mit fünf großen Roboter-Herstellern – ABB, Fanuc, Universal Robots und Kuka. Damit bieten wir Kompatibilität zur Programmierung von über 300 Robotermodellen und -konfigurationen auf einem einheitlichen System. Weiter sind auch einige Peripheriewerkzeuge, wie Greifer, und Kameras direkt kompatibel und entsprechend dokumentiert, aber hier ist es uns wichtiger, es Entwicklern möglich zu machen, selbst schnell und einfach neue Werkzeuge und Kameras anzulegen und zu integrieren. Dies ist über die Nova-API beziehungsweise Wandelscript möglich.
Wie funktioniert die nahtlose Integration von Nova mit Nvidia Omniverse, und welche Vorteile bringt der Digitale Zwilling für die Robotik?
Wandelbots Nova ist ein vollumfängliches Betriebssystem. Das heißt, neben der beschriebenen agnostischen Programmierung ist es auch möglich, physische Roboter in einer einheitlichen Umgebung zu verbinden, aufzusetzen und für die Programmierung auf Nova anzulegen. Durch die Extension ins Nvidia Omniverse machen wir das auch für digitale Zwillinge – virtualisierte Roboter in der Simulationsumgebung – möglich und zwar ultra-realistisch und in sehr hohem Detailgrad, um die sogenannte ‚Sim-to-Real Gap‘ deutlich zu verringern. Um es Entwicklern einen schnellen Start zu ermöglichen, bieten wir ein Asset-Starter Pack mit einer Bibliothek an vorgefertigten 3D-Modellen von Robotern sowie ein komplettes Demo-Beispiel einer virtualisierten Zelle, die in Omniverse genutzt werden kann, an. Beide Assets sind über das ‚Wandelbots Developer Portal‘ downloadbar.
Sie verfolgen einen Plan-, Build- und Operate-Ansatz. Was genau ist darunter zu verstehen und welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz dabei?
Der Plan-, Build-, Operate-Ansatz bedeutet, dass wir Wandelbots Nova, die Produktfunktionalitäten und Developer-Werkzeuge darauf ausrichten, dass wir Entwickler möglichst während des gesamten Zyklus eines Automatisierungsprojekts unterstützen – von der Planung und Simulation (Plan) über die Umsetzung und Programmierung (Build) bis hin zur Wartung, Instandhaltung und Anpassung (Operate). Hier setzen wir da, wo es Mehrwert für den Entwickler stiftet, bewusst auf die Einbindung von KI, zum Beispiel in der Build-Phase mit einem KI-gestützten Coding-Assistenten zur Umsetzung in Wandelscript.
Wie sorgt Nova für eine einheitliche Benutzeroberfläche über verschiedene Roboter und Systeme hinweg? Wie wird diese Interoperabilität technisch realisiert?
Nova ist ein vollumfängliches Betriebssystem, das heißt, es liefert eine einheitliche Nutzerschnittstelle (UI) und wird mit Systemapplikationen ausgeliefert, die es erlauben, Roboter zu konfigurieren et cetera. Dieses UI ist einheitlich, standardisiert und unabhängig vom Hersteller. Weiter schafft Nova die technische Umgebung und Möglichkeit eigene, für spezielle Anwendungsfälle entwickelte Apps zu deployen, so dass Endanwender von Robotern mit diesen interagieren und arbeiten können. Für diese Apps ist Entwicklern die Möglichkeit gegeben, eigene UI-Elemente miteinzubinden und so Roboter-Apps, die auf Nova gebaut werden, auch für Ihre eigenen Zwecke zu branden.
Wandelbots auf der SPS 2024: Halle 6, Stand 248










