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Artikel und Hintergründe zum Thema

Unchained Robotics

Alexandra Hose,

Roboter steuern wie ein Smartphone

Unchained Robotics aus Paderborn sammelt 8,5 Millionen Euro ein, um die industrielle Automatisierung mit Robotern radikal zu vereinfachen. Mit smarter Software ermöglicht das Start-up die Integration von Robotern verschiedenster Hersteller in die Produktion - mit einfacher Bedienung wie bei einem Smartphone.

© Unchained Robotics

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einer Fabrikhalle und steuern verschiedenste Industrieroboter – per Touchscreen, intuitiv wie bei einer Bestellung im Fastfood-Restaurant. Was nach Future Tech klingt, ist bei Unchained Robotics Realität. Das Paderborner Start-up hat in einer Series-A-Extended-Runde 8,5 Millionen Euro eingesammelt. Lead-Investor ist Direttissima Growth Partners. Das Ziel: die internationale Expansion und technologische Weiterentwicklung seiner Automatisierungsplattform.

Die Gründer von Unchained Robotics (vl.): Mladen Milicevic und Kevin Freise © Unchained Robotics

Im Mittelpunkt steht LUNA OS, eine standardisierte Steuerungssoftware, die Roboter unterschiedlicher Hersteller über eine gemeinsame Schnittstelle in Produktionsprozesse integriert. Die Bedienung ist laut Unchained Robotics so einfach wie bei einem Smartphone: kein Programmieren, keine Experten nötig. Damit senkt das Unternehmen eine zentrale Einstiegshürde in der industriellen Automatisierung.

Modulare Komplettlösung für KMU und Konzerne

Neben der Software bietet das Unternehmen mit dem MalocherBot eine schlüsselfertige Automatisierungslösung für Aufgaben wie Palettieren oder Verpacken. Über die Online-Plattform können Nutzer passende Systeme konfigurieren und direkt in ihre Produktion integrieren. Über 300 Unternehmen setzen bereits auf die Technologie, darunter Vorwerk: „Die Lösung hat es uns ermöglicht, schnell und unkompliziert zu automatisieren – ohne Programmierkenntnisse“, so Jörn Compernaß, Geschäftsführer der Vorwerk Logistik.

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Internationale Skalierung und neue Standards

Unchained Robotics expandiert aktuell in die USA und realisiert dort eine erste größere Partnerschaft mit der Albéa Group, einem der weltweit größten Hersteller von Kosmetikverpackungen. Mehr als 20 Roboter wurden bereits installiert, bis zu 70 sind geplant. Ziel ist es, operative Kosten zu senken und Automatisierung auch dort zugänglich zu machen, wo Know-how bislang fehlt.

Langfristig will das Unternehmen einen globalen Standard für Robotersteuerung etablieren. „Unchained Robotics löst das Problem fehlender Standardisierung in der Industrie. LUNA OS und der MalocherBot ermöglichen echte Skalierbarkeit – ein entscheidender Schritt für die Zukunft von Fertigung und Logistik“, sagt Christopher Hoffmann von Direttissima Growth Partners.

Antwort auf den Fachkräftemangel – mit KI-gestützter Robotik

Angesichts des zunehmenden Arbeitskräftemangels (allein in Deutschland könnten bis 2030 rund 3,7 Millionen Menschen den Arbeitsmarkt verlassen) wird einfache Automatisierung zum strategischen Vorteil. Gleichzeitig wächst das Potenzial durch KI: „Unsere Vision sind lernfähige Robotersysteme, die sich flexibel anpassen – LUNA OS bildet dafür die Brücke zwischen intelligenter Software und physischer Robotik“, erklärt Mitgründer Kevin Freise.

Unchained Robotics wurde 2019 von Kevin Freise und Mladen Milicevic gegründet und gehört laut Tech-Magazin Sifted zu den 50 vielversprechendsten Start-ups Deutschlands. 

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