Wago auf der Hannover Messe
Schaltschrankkomponenten automatisiert montieren
Der Fachkräftemangel und die Digitalisierung beschäftigen nicht zuletzt auch die Schaltschrankbauer. Die Hintergründe einer Zukunftsvision von Wago erläutert Dr. Michael Dörbaum, Head of PM Cabinet Components & Offerings.
Der ‚Wago Cabinet Assembly Robot‘ (WCAR) ist ein Cobot, der die einfache Integration ohne Schutzausrüstung in der bestehenden Werkstattumgebung ermöglicht.
© WagoHerr Dr. Dörbaum, ein Demonstrator auf der Hannover Messe nennt sich ‚Wago Cabinet Assembly Robot‘ – was verbirgt sich dahinter?
Wir setzen uns intensiv mit den Anforderungen von Schaltschrankbauern auseinander, und deren große Themen sind unter anderem der Fachkräftemangel und die Digitalisierung. Mit unseren ‚Cabinet Offerings‘ – Produkten und Lösungen für alle Arbeitsschritte des Schaltschrankbauprozesses – bieten wir schon heute konkrete Lösungen, um den Fachkräftemangel zu mildern und die Digitalisierung zu ermöglichen. Unser ‚Cabinet Assembly Robot‘ ist eine konkrete Zukunftsvision für die automatisierte Montage von Schaltschrankkomponenten: Flexibel und kollaborativ montiert der WCAR Klemmen verschiedener Hersteller in unsere Pilotapplikation ‚Gebäudekleinverteiler‘.
Was sind seine besonderen Merkmale?
Bei unserem WCAR handelt es sich um einen sogenannten Cobot – einen Roboter, der die einfache Integration ohne Schutzausrüstung in der bestehenden Werkstattumgebung möglich macht. Darüber hinaus ist der WCAR grundsätzlich herstellerunabhängig – das heißt, es müssen die entsprechenden Daten bereitgestellt, die Produkte eingelernt und getestet werden. Mit diesem Cobot steigern wir die Prozess-effizienz direkt am Schaltschrank statt auf der Tragschiene. Zusätzliche Montageschritte, die bei ähnlichen marktüblichen Lösungen notwendig sind, entfallen. Außerdem zeigen wir hier auch schon erste Meilensteine auf dem Weg zur digitalen Durchgängigkeit.
Ist es eine Eigenentwicklung von Wago oder sind Partner beteiligt?
Durch unsere komplexen Fertigungsprozesse bringen wir bereits einiges an Know-how mit – auch in der Robotik. In der frühen Entwicklungsphase haben wir erste Forschungsprojekte zusammen mit dem Fraunhofer IPA durchgeführt. Anschließend haben wir mit den gesammelten Ergebnissen die Lösung zusammen mit unserem Partner Pro-F Automatisierung bis zum heutigen Stand weiterentwickelt.
Für wen bietet sich die Lösung an? Was haben Anwender davon?
Aktuell ist diese Lösung noch nicht am Markt erhältlich, und für 2024 planen wir auch noch keine allgemeine Verfügbarkeit. Wir werden erst einmal einzelne Anlagen bei Pilotkunden, mit denen wir eng zusammenarbeiten, aufstellen, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.
Der erste Fokus liegt auf dem Bereich der Gebäudeinstallationsverteiler. Wir arbeiten aber daran, das Thema in weitere Branchen zu bringen und die Technik zu industrieller Serienreife zu führen. Grundsätzlich ist die Lösung für jeden Maschinen- und Anlagenbauer interessant, weil die Aus- einandersetzung mit diesem Thema hilft, die eigene Bereitschaft für die Arbeit mit Robotern zu prüfen und sich auf die Zukunft vorzubereiten.
Halle 11, Stand C72















