IFR-Statistik
Industrierobotik legt um zwei Prozent zu
Die International Federation of Robotics (IFR) hat die Studie 'World Robotics 2013 - Industrial Robots' veröffentlichet. Demnach wird der globale Roboterabsatz in diesem Jahr um etwa zwei Prozent auf 162.000 Stück steigen. Für die kommenden Jahre erwartet die Branche wieder höhere Wachstumsraten.
Nachdem drei Jahre in Folge die Roboterinstallationen in den traditionellen Märkten und in den Wachstumsmärkten kräftig gestiegen waren, wird sich in 2013 insbesondere die Nachfrage der Automobilindustrie nach Aussage von Dr. Shinsuke Sakakibara, Präsident der IFR, in bestimmten Märkten verlangsamen. Die Elektro-/Elektronikindustrie hingegen investiert aktuell vermehrt in Roboter, um ihre Produktion zu automatisieren beziehungsweise für neue Produktionsprozesse umzurüsten. Ein weiterer Anstieg von Roboterbestellungen wird außerdem von anderen Branchen wie der pharmazeutischen Industrie, der Lebensmittelindustrie und der Metall- und Maschinenbauindustrie erwartet.
Während die IFR in Nordamerika, Brasilien, Südkorea, China, in den meisten anderen südostasiatischen Märkten sowie in fast allen zentral- und osteuropäischen Märkten und in der Türkei von einem zunehmenden Roboterabsatz ausgeht, sollen die Verkäufe in Japan aufgrund der weiterhin schwachen heimischen Elektro-/Elektronikindustrie sinken. Auch in Deutschland ist Sakakibara zufolge ein Rückgang des Roboterabsatzes wahrscheinlich - nach drei Jahren erheblicher Roboterinvestitionen durch die Automobilindustrie. Großbritannien ist in einer ähnlichen Situation und werde ebenfalls eine Verringerung des Roboterabsatzes in 2013 spüren. Gleiches gilt aufgrund der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Situation für Italien, Frankreich und Spanien.
Was die kommenden Jahre betrifft, rechnet der internationale Verband der Roboter-Hersteller weltweit mit wieder steigenden Absatzzahlen: durchschnittlich plus sechs Prozent sollen es zwischen 2014 und 2016 werden. In 2016 wird ein Jahresabsatz von mehr als 190.000 Industrierobotern erwartet.
Die Situation im Boommarkt China
In den Jahren 2005 bis 2012 ist der Industrieroboterabsatz in China durchschnittlich um 25 Prozent jährlich auf 23.000 Stück im Jahr 2012 gestiegen. Diese Lieferungen beinhalten nicht die Verkäufe von chinesischen Roboterherstellern. Bei der gemeinsamen Veranstaltung von IFR und der Chinese Robot Industry Alliance (CRIA), dem IFR-CRIA CEO Round Table während der CIROS Messe im Juli 2013 in Shanghai, wurde berichtet, dass lokale chinesische Roboterhersteller 2011 etwa 2.000 und 2012 rund 3.200 Roboter verkauften.
Die taiwanesische Firma Foxconn Electronics (zugehörig zum Konzern Hon Hai Precision) produziert Roboter, um sie in ihren eigenen Produktionsanlagen in China einzusetzen. Diese Roboter sind in der IFR-Statistik nicht enthalten, da die Informationen über die Anzahl der so genannten „Foxbot“- Roboter, die auf dem Festland in China installiert wurden, äußerst vage sind. Die Zahlen bewegen sich zwischen 10.000 und 30.000 Stück über die letzten Jahre. Wenn man diese Informationen berücksichtigt, betrage die Anzahl der in China installierten Roboter 2012 zwischen 28.000 und 35.000 Stück. Demnach war China bereits in 2012 der größte Robotermarkt.
Das Potential zur Automatisierung der chinesischen verarbeitenden Industrie ist immer noch immens. Im Vergleich zu bereits hoch automatisierten Ländern wie Japan, Korea und Deutschland, die eine Roboterdichte zwischen 270 und 400 Industrierobotern pro 10.000 Mitarbeitern in der verarbeitenden Industrie haben, ist die Roboterdichte in China mit etwa 20 Robotern vergleichsweise gering. Um solch ein Niveau zu erreichen, müssten ungefähr eine Millionen neue Roboter in den nächsten Jahren in China installiert werden.
Das aktuell stagnierende Wirtschaftswachstum in China scheint die Roboterinvestitionen kaum zu beeinflussen. Die IFR jedenfalls geht davon aus, dass die ausländischen Roboterhersteller ihren Absatz in diesem Jahr um fünf bis zehn Prozent auf 25.000 Stück steigern. Und von 2014 bis 2016 soll der Roboterabsatz weiter an Fahrt gewinnen. Mit einem jährlichen Wachstum von 15 Prozent der Lieferungen der ausländischen Hersteller werde 2016 letztendlich eine Stückzahl von 38.000 Robotern erreicht.













