Insolventes Roboter-Start-up
Franka Emika wird an Agile Robots verkauft
Das insolvente Münchner Robotik-Start-up Franka Emika wird verkauft. Der Käufer ist das deutsch-chinesische Unternehmen Agile Robots.
München (dpa) – Das insolvente Münchner Robotik-Start-up Franka Emika wird verkauft. Der Käufer – das deutsch-chinesische Unternehmen Agile Robots – wolle das Start-up »mit dem gesamten rund 100-köpfigen Team am Standort München fortführen und weiter ausbauen«, sagte Insolvenzverwalter Matthias Hofmann am Montag. »Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, eine gute Lösung für Franka Emika zu finden. Agile Robots hat ein klares Bekenntnis zum weiteren Ausbau des Teams bei Franka Emika und zum Standort München und Bayern abgegeben.«
Franka Emika hatte Hofmann zufolge Ende August »nach Differenzen im Gesellschafterkreis« Insolvenzantrag gestellt. Der Verkauf habe ihn, sein Team und hinzugezogene Experten »in den vergangenen Wochen sehr auf Trab gehalten«, sagte er. Unter anderem sei der Verkauf des Patentportfolios sechs Wochen vor dem Insolvenzantrag rückabgewickelt worden. Zudem habe man »Fragen des Außenwirtschaftsrechts« mit dem Bundeswirtschaftsministerium geklärt.
Das Ministerium äußerte sich dazu auf Anfrage nicht näher. Am Montag (6. November) hieß es lediglich: »Angaben über etwaige Investitionsprüfverfahren sind nicht möglich, weil schützenswerte Geschäftsgeheimnisse betroffen sind, die nur etwaig betroffene Unternehmen offenlegen können.« Im Vorfeld des Verkaufs hatten unter anderem der »Spiegel« und die »Bild« darüber berichtet, dass andere Interessenten versucht hätten, den Verkauf von Franka Emika an Agile Robots mit Verweis auf dessen chinesische Verbindungen zu verhindern.
Agile Robots hat nach eigenen Angaben Forschungs- und Entwicklungsteams in Peking und München. Mehr als die Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder haben ihren Wohnsitz in China. Sitz des Unternehmens ist München.
Der Gründer und Chef von Agile Robots, Zhaopeng Chen, nannte den Zusammenschluss »ein starkes Signal für den Robotik- und KI-Standort Deutschland«. Mit der Übernahme sei eine industrielle Lösung gefunden worden, »die uns die einmalige Chance bietet, ein bayerisches Technologieunternehmen mit einer echten globalen Perspektive zu schaffen«.










