Inray Industriesoftware

Lukas Dehling,

OPC-Router als Datendrehscheibe

Inray stellt für die Umsetzung von Industrie 4.0 einen OPC-Router vor. Als zentrale Kommunikationsplattform soll er für automatisierten Datenaustausch zwischen den Ebenen sorgen.

"Die Kunden kommen zu uns mit der Vorgabe 'Wir müssen Industrie 4.0 machen'", erläutert Sören Rose, Geschäftsführer von Inray Industrieoftware.

© Inray Industrieoftware

Das angestrebte Ziel von Inray im Hinblick auf Industrie 4.0 ist es, die gesamten Daten eines Betriebes durchgängig allen Systemen genau dann zur Verfügung zu stellen, wenn sie gebraucht werden. Zur Realisierung nutzt das Unternehmen eine eigene Standardsoftware – den OPC-Router, dessen vierte Versionsreihe erstmals auf der Messe zu sehen ist.

Der OPC Router arbeitet als Datendrehscheibe in der Produktion und ermöglicht die Kopplung von Systemen über Standardschnittstellen. "Wir schalten alle an der Produktion beteiligten Komponenten quasi als ,Team‘ zusammen", erläutert Sören Rose, Geschäftsführer von Inray. Die Kernanforderung: Daten nach Bedarf übertragen und damit zielgenau bereitstellen. In zunehmend heterogenen Systemlandschaften kommt dabei den Schnittstellen besondere Bedeutung zu. Inray setzt dabei auf offene Standards: "Dass OPC-UA inzwischen als Standard für Industrie 4.0 gilt, wundert uns nicht. OPC ist seit Anfang an die Schnittstelle unserer Wahl für die Kommunikation mit den Steuerungen." Weitere Standards sind die Anbindung SQL-basierter Datenbanken, Software mit Webservices oder die SAP-Schnittstellen BAPI und IDoc. Damit können bereits die gängigsten Systeme vernetzt werden: Auf ERP-Ebene neben SAP-Systemen etwa Lösungen wie DynamicsNAV, Proalpha oder JD Edwards; auf Produktionsleitebene zum Beispiel PCS7, sofern nicht Inrays eigenes MES zum Einsatz kommt und auch auf der Ebene der Qualitätsleitsysteme, zum Beispiel mit Honeywell.

Der OPC-Router bedient aber nicht nur die angesprochenen Schnittstellen, sondern liest und schreibt auch Excel-Dateien, verschickt Mails und trägt Daten für Etiketten zusammen, die er auf den erreichbaren Druckern ausgibt. Die einzelnen Verbindungen kann der Endanwender auf einer grafischer Oberfläche selbst konfigurieren: Ausgewählte Datenquellen und -ziele werden verbunden und mit einem Trigger versehen, zum Beispiel ein SPS-Bit, eine Grenzwertverletzung von Prozesswerten oder eine Datenanforderung aus dem SAP-System. Transfers können mehrschrittig sein, so dass regelrechte "Unterhaltungen" zwischen den gekoppelten Komponenten möglich sind.

Das Anwendungsspektrum des Routers reicht von der einfachen Prozesswerterfassung aus SPSen über Auftrags- und Rezepturübertragung in die Steuerungen, dem Abrufen von Daten aus verteilten Datenbanken und zentraler Aggregation bis hin zur Übertragung komplexer Anfragen wie Fertigmeldungen aus der SPS ans Leitsystem mit daraus folgendem Transportauftrag ins Lager.

Die Vorteile dieser Industrie-4.0-Strategie mittels OPC-Router: Die Kommunikation kann schrittweise aufgebaut werden – wird neuer Bedarf an Informationen sichtbar, können die Projektentwickler von Inray oder die Endanwender selbst neue Verbindungen ergänzen. Zum anderen verbleiben die Geschäftslogiken in den bestehenden Systemen und können dort gezielt erweitert werden, um die neuen Informationen zu verarbeiten.

Neu in der Version 4 ist die grafische Rückverfolgung: Über einen Zeitstrahl kann der Anwender für jede Verbindung sehen, wann welche Werte übertragen wurden. Wichtig für die Diagnose möglicher Fehler: Der OPC Router hebt die Transfers in der Zeitleiste hervor und markiert auch den verantwortlichen Kommunikationspartner. Im Werk verteilte Instanzen können mit der neuen Version zudem zentral verwaltet werden.

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